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"Thema im Gespräch "
MINSK, 16. Januar (BelTA) – An Iran werden Forderungen gestellt, die fast mit denen vergleichbar sind, die seinerzeit an Serbien vor dem Ersten Weltkrieg gestellt wurden. Darüber berichtete Jelena Ponomarjowa, Professorin am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO), in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.
Bei der Erörterung der Lage im Iran stellte die Politologin fest, dass dem Staat unvorstellbare Bedingungen gestellt werden. „An den Iran werden Forderungen gestellt, von denen man annimmt, dass Teheran sie erfüllen wird. Aber das ist fast vergleichbar mit den Forderungen, die seinerzeit an Serbien vor dem Ersten Weltkrieg gestellt wurden. Dazu gehören die Einstellung der Urananreicherung, die Einstellung des iranischen Nuklearprogramms zur Entwicklung ballistischer Raketen und beispielsweise die Einstellung der Unterstützung anderer Gruppen in anderen Regionen durch den Iran, der sogenannten iranischen Proxies. Das ist natürlich, wenn man sofort den Einfluss von außen auf Protestgruppen sieht. Wenn dieses oder jenes Land erklärt: „Oh je, ihr geht zu hart gegen die Proteste vor, das darf man auf keinen Fall tun, und lasst alle Festgenommenen und politischen Gefangenen frei“, dann hat dieses Land ein unmittelbares Interesse an den Geschehnissen. Wir erinnern uns übrigens noch gut daran aus den Ereignissen von 2020 in Belarus, als der größte Aufschrei darüber laut wurde, dass sehr viele Menschen festgenommen wurden“, erinnerte die Expertin.
Sie glaubt, dass solche Aufregung nicht ohne Grund entsteht. „Und das ist auch sofort ein Zeichen für äußere Einflüsse, für äußeres Interesse. Auf der einen Seite betrifft dies also doch die inneren Angelegenheiten des Iran. Aber was hat Trump getan? Er hat noch einen Schlag gegen die Außenkonturen des Iran geführt. Was hat er getan? Er hat die Einführung von Zöllen in Höhe von 25 % für Länder angekündigt, die mit dem Iran zusammenarbeiten. Und am nächsten Tag hieß es in einer direkten Formulierung, dass jedes Land, das Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran tätigt, einen Zoll von 25 % für alle Geschäfte mit den Vereinigten Staaten von Amerika zahlen muss. Das ist ein sehr hoher Zollsatz. Und das nimmt dem Iran faktisch die Möglichkeit, mit anderen Staaten der Welt zusammenzuarbeiten, denn so oder so haben alle Staaten irgendwelche Verbindungen zu amerikanischen Unternehmen. Das ist das Ergebnis. Das ist also eine Anordnung, und zwar eine Anordnung, die endgültig ist und nicht angefochten werden kann", betonte die Politologin.
