MINSK, 4. Februar (BelTA) – Die Ausstellung „Menschlichkeit wählen“, die den Gerechten unter den Völkern aus Belarus, Frankreich und Ungarn gewidmet ist, wurde in der Nationalbibliothek eröffnet.

Die Ausstellung erzählt über die Menschen, die im Krieg nur ein Ziel hatten: Andere retten, auch wenn sie dabei ihr eigenes Leben riskierten. Die Ausstellung wurde von der Union der belarussischen jüdischen Vereine und Gemeinden in Partnerschaft mit den Botschaften Ungarns und Frankreichs in Belarus und dem Holocaust-Gedenkkomplex Yad Vashem vorbereitet.
Der Vorsitzende der Union der belarussischen jüdischen Vereine und Gemeinden Oleg Rogatnikow sagte, mit dieser Ausstellung und einem anschließenden Konzert klingt die Gedenkwoche aus, die die Union in diesem Jahr zum Internationalen Holocaust-Gedenktag (27. Januar) veranstaltete. An diesem Tag im Jahr 1945 befreiten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz. Im Rahmen dieser Woche fanden in verschiedenen belarussischen Städten mehr als 30 Veranstaltungen statt.

"Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen und unterschiedliche Bevölkerungsschichten über den Holocaust zu informieren, die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse auf dem belarussischen Boden zu bewahren. Wir wissen, dass in den Jahren des Großen Vaterländischen Krieges 6 Millionen Juden weltweit getötet wurden. Von einer Million Juden, die vor dem Großen Vaterländischen Krieg in Belarus lebten, kamen 800.000 ums Leben“, fügte Oleg Rogatnikow hinzu.
Die Gerechten unter den Völkern – sie retteten andere Menschenleben und riskierten oft das eigene und das ihrer Kinder. Bekannt sind 700 Gerechte unter den Völkern. Das Yad Vashem Institut hat diese Zahl längst bestätigt. Es hat jeden Fall dokumentiert, wo man das Leben eines Juden gerettet hat. Man kann sagen, dass diese Menschen den Juden halfen, nicht, weil sie Geld brauchten, Auszeichnung oder irgendwelche Belohnung. Nein, sie konnten einfach nicht anders. Belarussen und Juden lebten über 600 Jahre lang in Frieden, zelebrierten gemeinsam Feste, besuchten einander; ihre Kinder besuchten zusammen denselben Unterricht. Die Juden vor den Schrecken des Holocaust, vor den Schrecken des Faschismus zu retten, das war für sie eine Sache der Ehre und des Gewissens.

„Wir unterhalten Kontakte mit den Nachkommen der Gerechten unter den Völkern. Das sind Menschen der zweiten und dritten Generation nach dem Krieg. Jedes Jahr werden Fakten über ein oder zwei neue Gerechte aufgedeckt. Zusammen mit der israelischen Botschaft versuchen wir solche Menschen zu finden, die gefundenen Informationen zu bestätigen und sie durch Nachkommen mit einem Ehrentitel zu belohnen“, sagte der Vorsitzende der Union.
Der Beauftragte für Religionen und Nationalitäten Alexander Rumak betonte, dass die Ausstellung „Menschlichkeit wählen“ eine stille Erinnerung an den unerschütterlichen Mut sei. Der 27. Januar sei für ihn nicht nur Kalendertag, sondern ein großer Anlass, innezuhalten und an die Tragödie zu erinnern, die sich hier auf unserem belarussischen Boden im Krieg abspielte. Dieser Ort wurde zum Ort beispielloser Trauer. Unser Land hat die schreckliche Wahrheit über den Völkermord nicht vergessen. Der Genozid wurde nicht nur gegen das jüdische Volk, sondern auch gegen das belarussische Volk gerichtet. Verbrannte Dörfer, Todeslager und Ghettos, Massenerschießungen von Zivilisten sind unsere Wunden, die niemals verheilen. Sie sind unsere Erinnerung an den Holocaust und den Völkermord am belarussischen Volk, zwei tragische Fäden einer Geschichte, die durch Schmerz, Verluste und Prüfungen miteinander verwoben sind.

Alexander Rumak fügte hinzu, dass das Projekt nicht nur von Leid und völliger Dunkelheit erzählt, sondern auch vom Licht, das die Menschen in dieser Dunkelheit nicht ausgelöscht haben. Die Ausstellung erzählt wahre Geschichten über die Gerechten unter den Völkern, die zur Rettung vieler zum Tode Verurteilten maßgeblich beigetragen haben. Das waren gewöhnliche Menschen, Belarussen und Vertreter anderer Nationalitäten, Lehrer, Arbeiter, Ärzte, die hier lebten. Unter den Bedingungen des totalen Terrors, als die Menschlichkeit verboten war, haben sie eine heroische Entscheidung zugunsten des Lebens, der Barmherzigkeit und der Menschlichkeit getroffen. Sie öffneten ihre Türen, versteckten Nachbarn, Freunde und Fremde in Kellern und auf den Dächern. Sie gaben ihnen das Letzte, was sie selbst besaßen. Ihre Taten sind der höchste Akt des Widerstands nicht nur gegen Gewalt, sondern auch gegen die Idee, Menschen in Freund und Feind zu trennen.
„Durch diese Geschichten, Prosa und Musik, die heute klingt, wollen wir eine Brücke zwischen einer Generation schaffen, die aus Büchern und Familientraditionen Krieg kennt, und einer Generation, die für die Zukunft verantwortlich ist, zwischen Kulturen, die durch gemeinsames Gedächtnis und universelle Werte vereint sind: Respekt gegenüber dem Leben, Würde und dem Existenzrecht. Die Ausstellung stellt ein Denkmal dar für Mut und Empathie. Sie erinnert uns daran, dass Humanismus, Nächstenliebe und bürgerliche Verantwortung nicht nur Worte sind, sondern konkrete Taten, eine tägliche Entscheidung, die wir alle zu treffen haben“, sagte der Beauftragte für Religion und Nationalitäten.
Wadim Gigin, Direktor der Nationalbibliothek, sagte, das Thema Holocaust sei den Menschen in Belarus nicht fremd. Unsere Vorfahren haben uns schreckliche Geschichten über den Krieg erzählt. „Ich erinnere mich gut an die Geschichten meiner Großmutter Nina, die selbst Partisanin war. Sie erzählte darüber, wie die Stadt Smilowitschi vernichtet wurde. Sie erzählte darüber, was die Menschen zum Kampf gegen den Feind motivierte. Es ist ganz natürlich, dass wir solche Veranstaltungen wie die heutige unterstützen. Wir arbeiten ständig mit der Union der belarussischen jüdischen gesellschaftlichen Vereine und Gemeinden zusammen. In der nächsten Woche wird ein runder Tisch unter der Schirmherrschaft des Parlaments stattfinden, an dem unsere Religionsgemeinschaften teilnehmen werden, die mit dem Dialog des Staates und religiöser Organisationen verbunden sind.“

Während der Gedenkwoche fanden mehrere Veranstaltungen statt: der literarische Abend im Nationalen Kunstmuseum, der offene Unterricht im Schloss Mir. Schüler und Lehrer erfuhren viel über das Leben der Gerechten. Später fand eine geschlossene Vorführung des belarussischen Films „Die Zwillinge von Auschwitz“ statt.

Der Vorsitzende der Union der belarussischen jüdischen Vereine und Gemeinden Oleg Rogatnikow sagte, mit dieser Ausstellung und einem anschließenden Konzert klingt die Gedenkwoche aus, die die Union in diesem Jahr zum Internationalen Holocaust-Gedenktag (27. Januar) veranstaltete. An diesem Tag im Jahr 1945 befreiten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz. Im Rahmen dieser Woche fanden in verschiedenen belarussischen Städten mehr als 30 Veranstaltungen statt.

"Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen und unterschiedliche Bevölkerungsschichten über den Holocaust zu informieren, die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse auf dem belarussischen Boden zu bewahren. Wir wissen, dass in den Jahren des Großen Vaterländischen Krieges 6 Millionen Juden weltweit getötet wurden. Von einer Million Juden, die vor dem Großen Vaterländischen Krieg in Belarus lebten, kamen 800.000 ums Leben“, fügte Oleg Rogatnikow hinzu.
Die Gerechten unter den Völkern – sie retteten andere Menschenleben und riskierten oft das eigene und das ihrer Kinder. Bekannt sind 700 Gerechte unter den Völkern. Das Yad Vashem Institut hat diese Zahl längst bestätigt. Es hat jeden Fall dokumentiert, wo man das Leben eines Juden gerettet hat. Man kann sagen, dass diese Menschen den Juden halfen, nicht, weil sie Geld brauchten, Auszeichnung oder irgendwelche Belohnung. Nein, sie konnten einfach nicht anders. Belarussen und Juden lebten über 600 Jahre lang in Frieden, zelebrierten gemeinsam Feste, besuchten einander; ihre Kinder besuchten zusammen denselben Unterricht. Die Juden vor den Schrecken des Holocaust, vor den Schrecken des Faschismus zu retten, das war für sie eine Sache der Ehre und des Gewissens.

„Wir unterhalten Kontakte mit den Nachkommen der Gerechten unter den Völkern. Das sind Menschen der zweiten und dritten Generation nach dem Krieg. Jedes Jahr werden Fakten über ein oder zwei neue Gerechte aufgedeckt. Zusammen mit der israelischen Botschaft versuchen wir solche Menschen zu finden, die gefundenen Informationen zu bestätigen und sie durch Nachkommen mit einem Ehrentitel zu belohnen“, sagte der Vorsitzende der Union.
Der Beauftragte für Religionen und Nationalitäten Alexander Rumak betonte, dass die Ausstellung „Menschlichkeit wählen“ eine stille Erinnerung an den unerschütterlichen Mut sei. Der 27. Januar sei für ihn nicht nur Kalendertag, sondern ein großer Anlass, innezuhalten und an die Tragödie zu erinnern, die sich hier auf unserem belarussischen Boden im Krieg abspielte. Dieser Ort wurde zum Ort beispielloser Trauer. Unser Land hat die schreckliche Wahrheit über den Völkermord nicht vergessen. Der Genozid wurde nicht nur gegen das jüdische Volk, sondern auch gegen das belarussische Volk gerichtet. Verbrannte Dörfer, Todeslager und Ghettos, Massenerschießungen von Zivilisten sind unsere Wunden, die niemals verheilen. Sie sind unsere Erinnerung an den Holocaust und den Völkermord am belarussischen Volk, zwei tragische Fäden einer Geschichte, die durch Schmerz, Verluste und Prüfungen miteinander verwoben sind.

Alexander Rumak fügte hinzu, dass das Projekt nicht nur von Leid und völliger Dunkelheit erzählt, sondern auch vom Licht, das die Menschen in dieser Dunkelheit nicht ausgelöscht haben. Die Ausstellung erzählt wahre Geschichten über die Gerechten unter den Völkern, die zur Rettung vieler zum Tode Verurteilten maßgeblich beigetragen haben. Das waren gewöhnliche Menschen, Belarussen und Vertreter anderer Nationalitäten, Lehrer, Arbeiter, Ärzte, die hier lebten. Unter den Bedingungen des totalen Terrors, als die Menschlichkeit verboten war, haben sie eine heroische Entscheidung zugunsten des Lebens, der Barmherzigkeit und der Menschlichkeit getroffen. Sie öffneten ihre Türen, versteckten Nachbarn, Freunde und Fremde in Kellern und auf den Dächern. Sie gaben ihnen das Letzte, was sie selbst besaßen. Ihre Taten sind der höchste Akt des Widerstands nicht nur gegen Gewalt, sondern auch gegen die Idee, Menschen in Freund und Feind zu trennen.
„Durch diese Geschichten, Prosa und Musik, die heute klingt, wollen wir eine Brücke zwischen einer Generation schaffen, die aus Büchern und Familientraditionen Krieg kennt, und einer Generation, die für die Zukunft verantwortlich ist, zwischen Kulturen, die durch gemeinsames Gedächtnis und universelle Werte vereint sind: Respekt gegenüber dem Leben, Würde und dem Existenzrecht. Die Ausstellung stellt ein Denkmal dar für Mut und Empathie. Sie erinnert uns daran, dass Humanismus, Nächstenliebe und bürgerliche Verantwortung nicht nur Worte sind, sondern konkrete Taten, eine tägliche Entscheidung, die wir alle zu treffen haben“, sagte der Beauftragte für Religion und Nationalitäten.
Wadim Gigin, Direktor der Nationalbibliothek, sagte, das Thema Holocaust sei den Menschen in Belarus nicht fremd. Unsere Vorfahren haben uns schreckliche Geschichten über den Krieg erzählt. „Ich erinnere mich gut an die Geschichten meiner Großmutter Nina, die selbst Partisanin war. Sie erzählte darüber, wie die Stadt Smilowitschi vernichtet wurde. Sie erzählte darüber, was die Menschen zum Kampf gegen den Feind motivierte. Es ist ganz natürlich, dass wir solche Veranstaltungen wie die heutige unterstützen. Wir arbeiten ständig mit der Union der belarussischen jüdischen gesellschaftlichen Vereine und Gemeinden zusammen. In der nächsten Woche wird ein runder Tisch unter der Schirmherrschaft des Parlaments stattfinden, an dem unsere Religionsgemeinschaften teilnehmen werden, die mit dem Dialog des Staates und religiöser Organisationen verbunden sind.“

Während der Gedenkwoche fanden mehrere Veranstaltungen statt: der literarische Abend im Nationalen Kunstmuseum, der offene Unterricht im Schloss Mir. Schüler und Lehrer erfuhren viel über das Leben der Gerechten. Später fand eine geschlossene Vorführung des belarussischen Films „Die Zwillinge von Auschwitz“ statt.
