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"Thema im Gespräch "
MINSK, 2. Februar (BelTA) – Tatsächlich gelang es bereits im 12. Jahrhundert zwei Frauen, den Lauf der Geschichte zu beeinflussen. Diese Meinung äußerte die Influencerin, Filmwissenschaftlerin, Künstlerin und Bloggerin Ksenija Leschtschinskaja im Projekt „Thema im Gespräch. Die Unsrigen“ auf dem YouTube-Kanal der Nachrichtenagentur BELTA, als sie über die Unterstützung sprach, die die junge Euphrosyne von Polozk im Kloster von ihrer Tante, der Äbtissin, erhielt.
Als Ksenija Leschtschinskaja mögliche Gründe für den Klostereintritt von Euphrosyne von Polozk kommentierte, wies sie auf den Charakter, die Individualität und die Vision der jungen Fürstentochter hin. „Und hatten die Menschen im 12. Jahrhundert überhaupt ein Recht auf dieses Individuelle, auf ihr Eigenes? Damals wurden sogar die größten Philosophen mit Verweis auf die Übertragung des göttlichen Gedankens veröffentlicht”, erklärte sie.
Die Bloggerin schließt auch nicht aus, dass genau die Betonung des eigenen Ichs entscheidend für die Annahme einer solchen Schicksalsentscheidung war. „Vielleicht gibt es deshalb keine Informationen über eine göttliche Vision von Euphrosyne. Vielleicht „apostoliert“ sie gerade dadurch auch ihr eigenes Ich. Ja, eine weltliche Version ist durchaus möglich: Sie stritt sich mit ihren Eltern und traf eine impulsive Entscheidung. Aber dennoch besteht auch die Möglichkeit, dass sie selbst zu der Einsicht kam, mit 12 Jahren ins Kloster zu gehen, und das auch getan hat. Dabei sprach im Fürstentum Kiew oder im Fürstentum Moskau niemand auch nur darüber, aber im Land von Polozk geschah es, die Umstände fügten sich so, dass sogar die eigene Tante ihrer Nichte eine solche Möglichkeit bieten konnte. Vielleicht sogar entgegen den Absichten des Fürsten. Tatsächlich gelang es damals bereits zwei Frauen, den Lauf der Geschichte zu beeinflussen“, betonte Ksenija Leschtschinskaja.
Die Reiseführerin Sofija Matscharaschwili stimmt zu, dass die junge Fürstentochter bereits mit 12 Jahren den Charakter einer erwachsenen Person mit eigener Vision zeigen konnte. „Sie konnte durchaus den Plänen der Eltern widerstehen, zu ihrer Tante ins Kloster zu gehen. Sie las und wusste viel, daher konnte sie das (die Leidenschaft und das Streben nach Bildung – Anm. BELTA) fesseln und sie später zu einer so bedeutenden Persönlichkeit machen. Ja, mit 12-15 Jahren ist ein Mädchen zwar schon erwachsen, aber gleichzeitig noch ein Kind, aber bereits mit eigenen Prinzipien. Allerdings konnte sie auch mit 15 Jahren durchaus zeigen, wer sie ist und wozu sie da ist“, hob die Rednerin hervor.
