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26 Dezember 2025, 12:42

Gespannt und nicht einfach. Verteidigungsministerium charakterisiert Lage in der westlichen Richtung 

Foto: iStock
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MINSK, 26. Dezember (BelTA) – Die militärpolitische Lage in der westlichen Richtung ist gespannt und schwierig. Das erklärte der belarussische Verteidigungsminister Wiktor Chrenin im Sender „Erster Informationskanal.“

„Die Lage (in der westlichen Richtung – Anm. BELTA) kann als gespannt, zu Radikalisierung neigend und nicht einfach charakterisiert werden. Das sehen wir an den Handlungen, die vor allem von der Führung unserer Nachbarländer ausgehen, die nicht verstehen wollen, dass der militärische Druck verringert werden muss. Dieser ist recht hoch, insbesondere im Informationsbereich. Aber auch die Handlungen, die die Führung der Nachbarländer unternimmt, zeigen, und sie verbergen es nicht, dass Kriegsvorbereitungen laufen. Ihre Bedrohung ist Russland, und damit auch Belarus. Wir sind ein Unionsstaat, sie werden gegen uns kämpfen“, sagte Wiktor Chrenin. 

Als Beispiel nannte er Äußerungen über den Wunsch der polnischen Führung, die stärkste Armee zu schaffen. „Die deutsche Führung hat sich erst kürzlich  „ausgezeichnet“. Auch sie sagt, sie wolle eine mächtige Armee aufbauen. Wissen Sie, das erinnert an die Situation am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Auch damals rivalisierten Polen und Deutsche. Historiker haben dazu bereits viele Einschätzungen abgegeben, hier geht es wieder um die Frage, wer regionale Führungsansprüche stellt. Die Franzosen „glänzen“ dort auch. Die baltischen Staaten mit ihrer aggressiven Führung bleiben nicht zurück, nun, sie handeln im Rahmen der Finanzmittelzuweisung – mehr als 5% des BIP, und das spricht bereits für einen Vorkriegshaushalt. Deshalb denken wir, dass das keine leeren Worte sind, kein irgendein Bluff dieser Politiker“, bemerkte der Verteidigungsminister.

Der Leiter der belarussischen  Militärbehörde verwies auch auf die Vorbereitung der Infrastruktur in Nachbarländern, die Anzahl verschiedener Übungen und Trainings, die Modernisierung von Seehäfen für Waffenlieferungen, von Flugplätzen für die Aufnahme von Flugzeugen, die Entwicklung der Artillerie, die Aufstellung neuer Divisionen. Ebenfalls wird im Rahmen der Operation „Atlantic Resolve“ die Vorwärtspräsenz von NATO-Truppen, die sich in den Nachbarländern von Belarus befinden, verstärkt.

„Jene Bewaffnung, die sie beschaffen und in großen Mengen, unter Aufwendung enormer finanzieller Mittel. Die Polen planen, bis zu 1.000 Panzer und bis zu 32 F-35-Flugzeuge zu kaufen. Das ist ein modernes, sehr gutes Flugzeug, das in der Lage ist, Kernwaffen zu tragen und Schläge auszuführen“, bemerkte Wiktor Chrenin. 

Es stellt sich die logische Frage: Wozu ist das alles nötig? „Es findet eine vorbereitende Planung für die Führung von Militäroperationen statt, also für einen Krieg. Es werden verschiedene Zeiträume genannt. Wir haben sie auch in den Medien gehört. Der Verteidigungsminister eines Landes, das zwei Weltkriege entfesselt hat, berief sich auf irgendwelche Analytiker, dass wir sozusagen den letzten friedlichen Sommer erlebt hätten. Nun, wie kann man dem so ruhig zusehen? Und wir vergessen nicht, dass der Konflikt südlich unserer Grenzen weitergeht. Wie und womit er enden wird, ist schwer zu sagen. Denn dort gibt es ebenfalls eine aggressive und unberechenbare Führung. Sie sagen doch direkt, dass wir „Ko-Aggressoren“ seien, und dort kursieren verschiedene ihrer Meinungen: ob man uns angreifen soll oder nicht“, fügte der Verteidigungsminister hinzu.

Was hat Belarus, um den Risiken und Bedrohungen zu begegnen? „Wir bereiten uns vor, befassen uns planmäßig mit dem Aufbau und der Entwicklung unserer Streitkräfte. Wir streben nicht danach, uns in ein Wettrüsten hineinziehen zu lassen. Auf diesen Moment kann man unterschiedlich blicken. Würden wir uns in ein Wettrüsten hineinziehen lassen, würden wir Sozialprogramme zerstören. Das Volk könnte sich empören, weil wir einen Sozialstaat aufbauen und jetzt hier für Bewaffnung ausgeben werden. Daher beschäftigen wir uns, ausgehend vom Prinzip der hinreichenden Verteidigung und jener finanziellen Mittel, die zugewiesen werden, mit unserer Planung. Wir haben genug von der Bewaffnung, die vorhanden ist. Auch wenn viele Skeptiker sagen, sie sei sowjetisch, veraltet. Nichts dergleichen. Sie kämpft gut. Und wenn man noch ein wenig Modernisierung hinzufügt, gute Kommunikationsmittel, Schutz, elektronische Kampfführung, unbemannte Systeme, die jetzt aufgetaucht sind, dann wird daraus ein sehr gutes, solches umfassendes militärisches Kernstück, das für die Verteidigung notwendig ist. Wir haben nicht vor, Aggression zu zeigen, wir betrachten niemanden als Feind, aber wir sagen, dass wir unser Land verteidigen werden, wenn jemand Fragen aus der Sicht militärischer Stärke lösen will“, betonte der Verteidigungsminister. Er verwies auch auf das gute Maß an Zusammenarbeit im Rahmen der militärtechnischen Kooperation mit der Russischen Föderation.

Ein Faktor der strategischen Abschreckung sei nach den Worten des Leiters des Militärressorts die Stationierung taktischer Kernwaffen auf dem Territorium von Belarus geworden. „Wir haben sie, alles ist in Ordnung. Der Präsident betont das ebenfalls regelmäßig. Erst kürzlich wurde sie erneuert. Die jüngste erfüllte Aufgabe unserer Staatschefs – das System ‚Oreschnik‘ ist auf unserem Territorium stationiert. Das ist unsere Reaktion auf ihre (des Westens – Anm. BELTA) Aggression, aggressiven Handlungen, auf ihre Erklärung, dass sie vorhaben, gegen uns zu kämpfen. Wir sagen: Lasst es sein, wir wollen nicht kämpfen. Lasst uns verhandeln. Und wissen Sie, mir scheint, dass vernünftige Politiker kommen werden. So wie unser Staatsoberhaupt, der Präsident Russlands, der Staatschef Chinas. Jene Menschen, die perfekt verstehen, dass man nicht mit Waffen rasseln sollte. Das wird zu nichts Gutem führen. Es gibt eine Menge Fragen in der Wirtschaft, im sozialen Bereich, im Gesundheitswesen, in der Bildung. Da muss man sich kümmern. Militärs sollten Wettkämpfe auf taktischen Feldern abhalten und diese Waffen niemals einsetzen. Heutzutage gibt es ernsthaftere Bedrohungen in der Welt, die in Form von Terrorakten, Drogenhandel existieren. Da müssen Militärleute Barrieren errichten, und nicht Armeen und ganze Völker aufeinanderhetzen“, so der Verteidigungsminister.  

Er verwies auch darauf, dass „Oreschnik“ sowohl mit nuklearer als auch mit konventioneller Gefechtskopfausstattung der Rakete eingesetzt werden kann. Die Einsatzreichweite der Rakete beträgt bis zu 5.000 km. Bei der Betonung des abschreckenden Faktors des Vorhandenseins von „Oreschnik“ erinnerte Wiktor Chrenin daran, dass Belarus nicht vorhat zu kämpfen, womit westliche Politiker die Bevölkerung ihrer Länder erschreckten. 

„Sie machen weiterhin aus uns ein Feindbild. Dass wir, wie die Amerikaner gerne sagen, die Bösen sind, dass wir hier jetzt angreifen werden. Das wird es niemals geben. Aber es ist für sie vorteilhaft, ihre Bevölkerung einzuschüchtern, sie zu manipulieren, um enorme Mittel auszugeben. Sehen Sie sich an, welche Mittel für militärische Bedürfnisse aufgewendet werden, welche Produktionsstätten aufgebaut werden. Es gab eine Erklärung, ich weiß nicht, wie wahrheitsgemäß sie ist, dass Polen im nächsten Jahr mehr als 10 Milliarden Euro für die Verstärkung der Grenze zur Republik Belarus bereitstellen will, fast Festungsanlagen zu bauen. Baut, wenn ihr kein anderes Ziel für euer Geld habt“, bemerkte Wiktor Chrenin. 

Er betonte, dass Belarus trotz der aggressiven Politik der westlichen Länder zum Dialog bereit ist. „Wir haben das mehrfach gesagt. Hier möchte ich auch anmerken, dass sie unser Streben nach Frieden nicht als Schwäche auffassen sollen. Sie denken doch, wir hätten Angst. Wir haben überhaupt keine Angst. Aber wir verstehen sehr wohl, dass Politiker reden müssen, dass Menschen mit Worten sprechen müssen und nicht mit Geschützsalven. Und dazu sind wir bereit, der Präsident hat das mehrfach betont. Deshalb sagen wir: Lasst uns friedlich verhandeln“, so der Verteidigungsminister.
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