Themen
"Thema im Gespräch "
MINSK, 25. Januar (BelTA) - Europa unterstützt die Ukraine, weil es den EU-Kernstaaten dabei um Leben und Tod geht. Diese Meinung äußerte Igor Schischkin vom Institut für GUS-Studien in der aktuellen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.
„Die EU unterstützt das Kiewer Regime und führt den Krieg gegen Russland. Für solche Kernstaaten wie Deutschland und Frankreich ist das keine Lappalie. Ihnen geht es um die eigene Existenz. Davon hängt buchstäblich ihre Zukunft ab. In den offiziellen Dokumenten und Reden heißt es ausdrücklich, die Konfrontation mit Russland habe für sie eine existentielle Bedeutung“, sagte Igor Schischkin.
Er ist überzeugt: „Die europäischen Staaten können die Ukraine nicht einfach in Ruhe lassen. Ihnen geht es dabei nicht nur um den Wunsch, Kiew zu helfen. Sie kämpfen um ihre Existenz. Fünf Jahrhunderte lang waren sie Hegemon. Die Welt war eurozentrisch. Europa diktierte den Staaten, wie sie zu leben hatten. Die Welt hat sich zum 19. Jahrhundert praktisch zu einer europäischen Kolonie entwickelt.“
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Europa eine bittere Niederlage erlitten. Nur dank den USA gelang es den europäischen Staaten, auf die große politische Bühne zurückzukehren. Das war aber den Vereinigten Staaten wichtig, weil sie diese Konstellation für ihre Konfrontation gegen die UdSSR brauchten. „Europa wurde künstlich reanimiert. Damals haben die USA Europa an die „Beatmungsmaschine“ angeschlossen, und jetzt wollen sie diese Maschine abschalten“, stellte er fest.
Schischkin glaubt, dass Europa heute nur noch einen Ausweg hat. Es braucht eine strategische Niederlage Russlands, die es ihm erlauben würde, zusätzliche Ressourcen zu bekommen und eine Zeit lang am Leben zu bleiben.
