Themen
"Thema im Gespräch "
MINSK, 2. Februar (BelTA) – Sie war ein unglaublich starker Mensch. So nannte Stadtführerin Sofia Matscharschwili die Heilige Euphrosyne von Polizk in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch. Die Unsrigen“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.
Im 12. Jahrhundert waren es die Klöster, die man als Zentren der Aufklärungsarbeit betrachtete. Hier konnte man die Errungenschaften der Wissenschaft und der Kunst anfassen. Und die Menschen fühlte sich zu ihnen hingezogen, um sich von den alltäglichen Sorgen abzulenken. Das Leben in den Klöstern war jedoch seinen Gesetzen unterworfen.
„Das Leben in einem Kloster – das war in der Tat eine Herausforderung. Jungfrauen, die dorthin kamen, wurden zuerst Novizinnen, nach 5 Jahren Freiwillige und erst später Nonnen. Es gibt Männer- und Frauenklöster, aber das eben war überall sehr schwierig. Ich glaube nicht, dass Euphrosyne es dort leicht hatte. Nein. Sie hatte, wie man heute sagen würde, alle Hände voll zu tun. Sie arbeitete am Siegel von Nowgorod, dann an der Jungfrau von Ephesus. Kein Fürst und kein Bischof machte diese Arbeit, sondern sie selbst, was in historischen Büchern betont wird. Wahrscheinlich war sie ein unglaublich starker Mensch“, bemerkte die Reiseführerin.
Die Geschichte kennt mehrere Frauen, die genauso stark waren und sich ihrer Arbeit mit Leib und Seele verschrieben haben. Nekrassow schrieb über solche Frauen: „Sie hält das Pferd in wildem Lauf an und tritt in ein brennendes Haus...“ Und Euphrosyne von Polozk hat viel geleistet. Sie fand den Architekten Ioann, der mit dem Bau einer Kirche begann. Es war notwendig, aus einer Holz- eine Steinkirche zu bauen. Sie verehrt Gott und beweist ihre Liebe zu Gott mit jedem Werk. Darin besteht ihre Spiritualität, Kirchen zu bauen, wichtige Siegel zu finden. Sie ist rund um die Uhr beschäftigt“, erzählt sie.
Euphrosyne lief immer zu Fuß, selbst auf große Entfernungen. Sie unternahm eine Pilgerwanderung nach Jerusalem, eröffnete dort ein Kloster und starb dort. Ihre Reliquien wurden von den Mönchen dieses Klosters in das Kiewer Höhlenkloster gebracht, wo sie bis 1910 aufbewahrt wurden.“
In einer feierlichen Prozession wurden die Gebeine von Euphrosyne von Polozk über Witebsk und Orscha nach Belarus gebracht. Nach Jahrhunderten wurden die Reliquien nach Polozk zurückgebracht.
