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06 Februar 2026, 17:41

In Belarus bereits 4,5 Tausend beheizbare Jacken hergestellt. Man kauft sie auch im Ausland

In Bobruisk wurde auf Anregung des Präsidenten die Kleidung der Zukunft entwickelt. Beheizbare Jacken sind in diesem ungewöhnlich kalten Winter besonders beliebt geworden. Um die „Heizung” zu aktivieren, muss man nur eine Powerbank anschließen – genau wie die, mit der wir täglich unser Handy aufladen. Ein Knopfdruck genügt, und schon wird uns selbst bei 30 Grad Frost warm! Aus welchem Material werden diese intelligenten Kleidungsstücke hergestellt, ist es sicher, sie bei Regen und Schnee zu tragen, und wie wäscht man eine Jacke mit Kabeln? Unsere Korrespondentin ist diesen Fragen nachgegangen. 

Ein Knopfdruck genügt 

Mit der Herstellung innovativer Kleidungsstücke begann das Bekleidungsunternehmen „Slawjanka“ im Jahr 2024. Die Idee kam vom Staatschef. Bei seinem Besuch im Laden des Unternehmens während der Eröffnung des Ersten Nationalen Handelshauses stellte der Präsident fest, dass man bei der Herstellung moderner Kleidung die Erfahrungen chinesischer Hersteller übernehmen müsse. Das Unternehmen begann sofort mit der Herstellung heimischer beheizbarer Jacken und wurde damit zum ersten und bislang einzigen Unternehmen des Landes, das sich auf solche Produkte spezialisiert hat.
 
„Innovation ist immer das, was einen Marktführer von seinen Wettbewerbern unterscheidet. Für unser Unternehmen sind diese Worte ein Ansporn. Als die Aufgabe gestellt wurde, heimische beheizbare Jacken zu entwickeln, haben wir uns daher sofort an die Arbeit gemacht“, erklärt Teimuras Botschorischwili, Direktor vom Bekleidungsunternehmen „Slawjanka“. „Es galt, die Herstellungstechnologie von Grund auf neu zu entwickeln und die Produktion zu zertifizieren. Dabei gab es gewisse Schwierigkeiten: Die Zertifizierungsstellen verstanden nicht sofort, mit welchem Produkt wir zu ihnen kamen, denn eine Funktion wie die elektrische Heizung gehört eher zu Geräten als zu Kleidung. Aber wir haben alle Schwierigkeiten erfolgreich gemeistert.“ 
Die Entwicklung der beheizbaren Jacken war mit einigen Experimenten verbunden. So wurde beispielsweise zunächst ein klassisches Material für das Futter verwendet, das jedoch während der Tests 13 bis 15 Grad Wärme verlor: Die Platten wurden auf 55 Grad erhitzt, aber durch das Futter gelangten nur 40 bis 42 Grad an den Körper. Dann wurde beschlossen, das innovative Material Graphen zu verwenden, das dabei hilft, die Wärme gleichmäßig zu verteilen und zu speichern.

„Die erste Jacke habe ich persönlich getestet. Bei 15 Grad Frost habe ich sie angezogen, die Powerbank angeschaltet und bin durch die Straßen gegangen, wobei ich mich darüber gefreut habe, dass ich mich in diesem relativ leichten Kleidungsstück wohlfühle“, gesteht Teimuras Botschorischwili. „Wir wussten, dass die Jacken beispielsweise Besuchern von Einkaufszentren gefallen würden, die beim Betreten des Gebäudes die Powerbank ausschalten und sich auch in ihrer Oberbekleidung wohlfühlen können.“
 
Auch große Industrieunternehmen zeigten Interesse an den Produkten. Eines davon hat kürzlich für seine Mitarbeiter Westen mit Heizfunktion bestellt.
 
„Wenn ein Werk große Produktionsräume hat, ist es sehr schwierig, diese zu beheizen. Aber das Problem lässt sich auch anders lösen: Der Mitarbeiter zieht eine solche Weste unter seiner Arbeitskleidung an, schaltet sie ein – und fühlt sich wohl“, bemerkt der Geschäftsführer. 

Regen und Schnee sind kein Problem

Derzeit sind zwei Arten von intelligenten Jacken im Handel erhältlich: mit drei Heizelementen und mit fünf.
 
„Sie sind im Rücken- und Brustbereich eingenäht, wobei die Verbindungskabel in einer speziellen Seitentasche mit verdecktem Reißverschluss enden, in der sich bequem eine Powerbank verstauen lässt. Um die Heizung in Betrieb zu nehmen, muss man nur das Kabel anschließen – und schon nach wenigen Sekunden spürt man die Wärme, versichert Daria Norowa, stellvertretende Leiterin der experimentellen Abteilung der Bekleidungsfabrik. Es gibt drei Betriebsmodi: Rot erwärmt die Jacke auf 55 Grad, Blau auf 45 Grad und Grün auf 35 Grad. Je nach Modell befindet sich der Schalter auf der Außen- oder Innenseite der Jacke.“

Zur persönlichen Überprüfung nehme ich eine der Jacken und schließe das Gerät an. In der Tat erwärmt sich die Kleidung buchstäblich innerhalb weniger Sekunden! Um den Wärmezufuhrmodus auszuschalten, drücke und halte ich – gemäß dem Hinweis von Darja Pawlowna – die Taste des Thermostats fünf Sekunden lang gedrückt. Es gibt eine weitere Möglichkeit: Man kann einfach den Stecker aus der Aufnahme des Akkus entfernen. Die Heizelemente im Inneren des Produkts sind so leicht, dass man sie praktisch nicht spürt. Um sie nicht versehentlich zu beschädigen, ziehe ich die Jacke vorsichtig aus und hänge sie zurück an den Bügel. Als sie das sieht, erklärt Darja Norowa: Vorsicht ist unnötig. Die Platten mögen zwar dünn sein und wiegen nicht mehr als 49 g, aber sie bestehen aus robustem, hochwertigem Verbundfasermaterial. Sie können weder gebrochen noch verformt werden, selbst wenn man die Jacke mehrfach zusammenlegt. Die Wärme wird über am Rand eingenähte Kohlefaserfäden zugeführt. Dank ihren Eigenschaften können die Thermo-Elemente über längere Zeit eine hohe Temperatur in der Kleidung aufrechterhalten. Dabei besteht jedoch kein Gefühl der Überhitzung, was sehr wichtig ist.
„Die häufigste Frage ist, wie so eine Jacke bei Kontakt mit Wasser funktioniert. Aber auch darüber muss man sich keine Sorgen machen. Die Heizelemente sind isoliert, sie wurden zertifiziert, um die Sicherheitsanforderungen für den Menschen zu erfüllen. Auch die Beschläge wählen wir feuchtigkeitsbeständig aus, die sich bei Frost gut schließen und öffnen lassen, nicht einfrieren und nicht reißen. Und der USB-Anschluss wird mit einem speziellen Stopfen verschlossen, daher kann man diese Jacke nicht nur im Regen tragen, sondern auch in der Waschmaschine waschen oder in die Reinigung geben. Die Hauptsache ist, die auf dem Etikett des Produkts angegebenen Pflegeregeln zu beachten“, versichert Darja Norowa.

Kälte steigert die Nachfrage

Die ersten intelligenten beheizbaren Jacken kamen im März 2024 in den Verkauf. Das Unternehmen macht kein Geheimnis daraus: Anfangs betrachteten die Kunden die Neuheit noch zögerlich, doch sehr schnell erkannten sie all ihre Vorteile. Schließlich war die Testcharge, bestehend aus 100 Einheiten jedes Modells, vollständig ausverkauft.
„Im vergangenen Jahr haben wir die Produktion erhöht, da wir sahen, dass es Nachfrage gibt. Bis heute hat die Fabrik bereits mehr als 4.500 beheizbare Jacken produziert. Hauptsächlich verkaufen wir sie in unseren eigenen Ladengeschäften. Einen Teil der Produktion haben wir in die Russische Föderation geliefert. Aufgrund der Wetterbedingungen steigt die Nachfrage nur noch! In naher Zukunft planen wir, unsere Produktpalette zu erweitern. Beispielsweise werden demnächst Heizkissen angeboten“, merkt die Leiterin der Marketingabteilung, Natalja Suna, an.

Derzeit sind Jacken mit Heizelementen in vier Modellen aus verschiedenen Materialien erhältlich. Ende 2025 präsentierte das Bekleidungsunternehmen „Slawjanka“ eine weitere Neuheit – Daunenjacken aus Eco-Daune. Dies ist eine synthetische Füllung der neuen Generation, die weder Feuchtigkeit noch extreme Kälte fürchtet und sogar bei minus 25 Grad Wärme speichern kann. Dabei ist die Daunenjacke selbst praktisch gewichtslos – selbst das lange Damenmodell wiegt nicht mehr als 500 g.

Zur Information

Ein offensichtlicher Vorteil der beheizbaren Jacken ist, dass sie gleichermaßen gut für Liebhaber von Wintersportarten geeignet sind, die warme, aber nicht einengende Kleidung benötigen, wie auch für gewöhnliche Stadtbewohner, die beispielsweise draußen die Heizung einschalten und beim Betreten des Verkehrsmittels ausschalten können. Mit einer Powerbank kann die Jacke bis zu 5 Stunden arbeiten. Für den Komfort wurde in jedem Modell eine spezielle Tasche mit verstecktem Reißverschluss geschaffen, in der das Gerät untergebracht werden kann.

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Das Bekleidungsunternehmen „Slawjanka“ hat auch Heizwesten entwickelt, die in der Antarktis getestet wurden! Im letzten Winter wurden sie von Teilnehmern der belarussischen Expedition erprobt und waren mit dieser Neuerung sehr zufrieden.
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