Themen
"Thema im Gespräch "
MINSK, 1. Februar (BelTA) – Die spirituelle Bedeutung von Euphrosyne von Polozk für die heutige Jugend ist eher Inspiration als Motivation. Diese Meinung äußerte die Influencerin, Filmwissenschaftlerin, Künstlerin und Bloggerin Xenia Leschinskaja in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch. Die Unsrigen“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA, das dem Schicksal und der Mission von Euphrosyne von Polozk gewidmet ist.
Nach Ansicht von Xenia Leschinskaja ist es für junge Frauen heutzutage schwierig, einen Orientierungspunkt außerhalb der materiellen Welt zu finden, wenn Werte wie Wohlstand und Bildungsvorteile – praktisch alles aus der Welt der Finanzen – im Vordergrund stehen. „Deshalb ist die spirituelle Größe von Euphrosyne heute eher eine Inspiration als eine Motivation”, betonte sie.
Zu Zeiten der jungen Predslava (das bürgerliche Name von Euphrosyne von Polozk, Anm. BelTA) gingen viele Menschen ins Kloster, aber gerade sie wurde bemerkt und wird bis heute verehrt. „Ja, das Kloster war damals eine soziale Einrichtung, die Zugang zu Büchern und Bildung verschaffte. Euphrosyne stammte ohnehin aus einer einflussreichen Familie. Als sie jedoch ins Kloster eintrat, trennte sie sich vom Irdischen, von dem, was ihr vorbestimmt war, und traf ihre eigene Entscheidung. Wir können sie nicht als feministische Figur bezeichnen, aber in ihr zeigt sich eindeutig die Freiheit des menschlichen Geistes“, betonte Xenia Leschinskaja.
„Heutzutage hätten wahrscheinlich viele einfach nicht die Willenskraft, sich so einfach von allem zu trennen, erstens. Und zweitens war damals die Reaktion der Eltern auf eine solche Handlung eine andere. Die Macht, insbesondere im Mittelalter, stand der Kirche wesentlich näher. Damals gab es sowohl Fürstenmönche als auch solche, die der Kirche mit Geld oder ihrer Mitarbeit halfen. Meiner Meinung nach gab es damals keine so heftige Reaktion auf die Nachricht der jungen Tochter an den Fürsten, dass sie ins Kloster gehen würde“, erklärte die Sprecherin.
