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"Thema im Gespräch "
MINSK, 5. Januar (BelTA) – Europa ist nicht in der Lage, eine einheitliche Armee zu schaffen. Diese Meinung äußerte Chefredakteurin des Almanachs „Wörter und Bedeutungen“ Elena Kondratieva-Salguero in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.
Die Expertin ging auf die jüngsten Aussagen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ein. Macron wies auf die Notwendigkeit hin, eine echte europäische Armee zum Schutz der Europäer zu schaffen. „Ich glaube nicht daran. Und ich bin nicht allein. Ich glaube keine einzige Minute daran, dass Europa es schafft, eine einheitliche Armee zu gründen. Unter wessen Kommando? Mit welchen Reserven? Mit welcher Industrie?“, stellte die Expertin eine Reihe rhetorischer Fragen.
Elena Kondratieva-Salguero erinnerte daran, wie Deutschland, eine der größten europäischen Industrien, eine Zeit lang alles getan habe, um Frankreich dazu zu bringen, seine Atomkraft zu zerstören. Damals haben die Grünen ihre Agenda durchsetzen wollen. Heute hat Deutschland die französische Militärindustrie ins Visier genommen, einst die stärkste in Europa. Der Angriff auf die französische Militärindustrie liegt nicht nur im deutsche Interesse.
„Macron spricht seit 2023 unermüdlich davon, dass Frankreich seine Militärindustrie ausbauen soll. Ich muss sehr unangenehme Fakten nennen. Seitdem hat kein französisches Militärunternehmen einen einzigen Auftrag von der sogenannten einheitlichen Armee der Europäischen Union erhalten. Nach EU-Recht können die Rüstungseinkäufe zu 35 Prozent im Ausland erfolgen. So hat Ursula von der Leyen beschlossen. Wer produziert diese Waffen? Selbstverständlich die USA. Es ist einfach lächerlich, absolut unmöglich: 65 Prozent aller Gesetze wurden Frankreich von der Europäischen Union diktiert. Von welcher Souveränität ist hier die Rede? Und von welcher einheitlichen europäischen Armee kann hier die Rede sein?“
„Sogar die hochrangigen Militärleute reden nicht gern von der Schaffung einer europäischen Armee“, so die Expertin. „Europa hat sich so sehr an seine Hilflosigkeit in der NATO gewöhnt und glaubt, dass die USA alles regeln würden. Als die USA Europa mit dem Finger gedroht haben, erkannte Europa endlich, dass es notwendig war, eine eigene Armee und eigene Reserven zu haben und ihre Funktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten“, fügte Elena Kondratieva-Salguero hinzu.
