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18 Dezember 2025, 12:00

Wie Lukaschenkos Besuch in der Schule Nr.14 ein großes Projekt ins Leben rief 

Die Schule Nr.14 in Molodetschno wurde 2002 eröffnet. Alexander Lukaschenko war bei der Einweihung anwesend. Aber einige Monate vor diesem freudigen Ereignis haben die Einwohner der Stadt den Staatschef darum gebeten, den Bau zu beschleunigen. Das wurde erfüllt. Bei der Eröffnung der Schule gratulierte das Staatsoberhaupt den Erwachsenen und Kindern zu diesem Ereignis und trug sich in das Gästebuch mit folgender Notiz ein: „Ich würde mich sehr freuen, wenn unsere Schule eine Hochburg der Staatlichkeit wird.“ Dieses Gebot ist seit 20 Jahren das Leitmotiv der Bildungseinrichtung. Wir besuchten die Schule Nr.14 und erfuhren, warum Patriotismus für ihre Schüler ein besonderer Begriff ist. 

Eine Symbiose aus Ästhetik, Wissenschaft und militärischer Disziplin

Bevor wir mit den fähigsten Kindern, echten Persönlichkeiten und Strategen sprechen, die ihre Zukunft selbstbewusst planen, bitten wir Schulleiterin Kalina Kapuzkaja um eine kleine Auskunft. 

„Die Schule Nr. 14 ist die größte Schule im Kreis Molodetschno. Hier lernen 1,6 Tausend Kinder, obwohl die Aufnahmefähigkeit der Schule 720 Kinder beträgt. Diese Zahl aber bestätigt eindeutig eine hohe Nachfrage. Und erklärt das Bedenken der Eltern, die 2002 den Präsidenten um die Unterstützung gebeten haben. Die Schule wurde in nur vier Monaten fertiggestellt. Als der Präsident sie eröffnete, sagte er, die Schule sei im Schicksal vieler etwas Besonderes“, erzählte Kalina Kapuzkaja.
Dieser Moment ist nicht nur in Erinnerung der Teilnehmer erhalten geblieben, sondern auch auf zahlreichen Fotos im Schul- und Elternarchiv. „Im Jahr 2015 erschien eine Skulptur im Schulhof, in der die Worte, die Alexander Grigorjewitsch Lukaschenko im Buch der Ehrengäste hinterlassen hat, auf einem Steinschild aufgeschlagen sind - "Ich würde mich sehr freuen, wenn unsere Schule eine Hochburg der Staatlichkeit wird." Ich möchte darauf hinweisen, dass wir all die Jahre versuchen, diesem Gebot zu folgen“, betonte die Schulleiterin. 

Ursprünglich hatte die Schule eine sportlich-ästhetische Ausrichtung. Für den Sportunterricht hatte die Schule eine gute materielle Basis zur Verfügung, sogar eine eigene Schwimmhalle. Die ästhetische Richtung, also Kultur, hat in Molodetschno eine lange Tradition. 

„Wir haben das alles erhalten und vermehrt, indem wir spezialisierte Klassen hinzugefügt haben - pädagogische, medizinische, Luftfahrt- und militärisch-patriotische. Es ist bemerkenswert, dass alle Kinder von der Grundschule in ästhetischen Orientierungsklassen unterrichtet werden. Wir haben zwei Orchester – für Blasinstrumente und Volksinstrumente, wir haben mehrere Zirkel. Sie alle stellen eine wunderbare Hilfe dar, die es den Kindern ermöglicht, sich umfassend zu entwickeln und mit bestimmten Fähigkeiten in eine spezialisierte Klasse einzusteigen“, sagte die Direktorin.

In die militär-patriotische Klasse - auf Wettbewerbsbasis

Die erste militär-patriotische Klasse in der Schule Nr.14 wurde 2009 eingerichtet, die Initiative der Pädagogen wurde auch von den Eltern aktiv unterstützt.

„Sie entstand nicht aus dem Nichts. Tatsache ist, dass an der Schule ein Museum zum Gedenken an die  Internationalisten-Soldaten eröffnet wurde, das seit seiner Gründung von Igor Ignatjewitsch Arabej geleitet wird. Er ist ein Teilnehmer der Kampfhandlungen in Afghanistan, leitet die regionale Veteranenorganisation der Internationalisten-Soldaten und hat immer Schüler in die Arbeit einbezogen, auch bei der Ausbildung junger Museumsführer. Auf der Basis des Museums wurde ein Kooperationsvertrag mit der  Militärakademie unterzeichnet, die uns sehr bei organisatorischen Fragen geholfen hat. Spezialisten der Akademie kamen in die Schule, führten Kontrolltests in Fächern durch, beschäftigten sich mit Berufsorientierung – alles, um hochmotivierte Schüler in die Profilklassen zu bringen. Diese Zusammenarbeit setzt sich auf konstanter Basis fort“, erzählte Kalina Kapuzkaja.

Dabei ist sich die Schule sicher: Wenn 30% der Schüler der militär-patriotischen Klasse später militärische Spezialisierungen einschlagen – ist das ebenfalls ein hervorragendes Arbeitsergebnis.

„Für uns ist es wichtig, dass sie sich entwickeln, exakte Wissenschaften auf erhöhtem Niveau lernen, Sport treiben und dann erfolgreich die Aufnahmeprüfungen für jede Hochschule bestehen. Nicht weniger bedeutsam ist, dass die Jungen als Patrioten erzogen werden, indem sie an verschiedenen Veranstaltungen und Gedächtniswachen teilnehmen. Im Wesentlichen wird in solchen Klassen ein Umfeld geschaffen, das sowohl die Schüler selbst als auch diejenigen erzieht, die zu ihnen aufschauen wollen“, bemerkte die Schulleiterin.

Um heute in eine militär-patriotische Klasse zu gelangen (eine solche Chance erhalten Neuntklässler), muss man mehrere Auswahlstufen durchlaufen: einen Notendurchschnitt in Fächern von sieben und höher haben, gute körperliche Verfassung. Ein Gespräch, auch unter Beteiligung eines Psychologen, wird nicht nur mit den Bewerbern für die Profilklasse, sondern auch mit ihren Eltern geführt.
„Alles ist ernst, daher gelangen in solche Klassen die Würdigsten. Übrigens, Mädchen stehen Jungs auch nicht nach, indem sie Militärwissenschaft im Wahlfach „Bereit, dem Vaterland zu dienen“ erlernen und sich in Wettbewerben auszeichnen“, betonte Kalina Kapuzkaja.

Wir wollen in den Himmel

Bemerkenswert ist, dass die Luftfahrtklasse in der Schule Nr. 14 auf leichte Art durch einen der Schüler entstand. Ein Absolvent der Schule, der erfolgreich die Luftfahrtakademie absolvierte (übrigens ein Junge aus einer kinderreichen Familie), führte so gute Berufsorientierung durch, dass sich  mehrere Schüler entschieden, ihm zu folgen. Und die Schule, die dieses Schülerinteresse am Luftfahrtthema sah, unterstützte es durch die Schaffung solcher Profilklasse.
„Das Projekt hat seine Arbeit kürzlich begonnen, jetzt durchlaufen die Schüler, die im nächsten Jahr in die Profil-Luftfahrtklasse kommen, eine Vorprofilvorbereitung, die ab der siebten Klasse begann. Sie lernen Mathematik und Englisch auf erhöhtem Niveau und stellen sich bereits als zukünftige Luftfahrer vor, da sie Uniform tragen. Das diszipliniert, zwingt dazu, sich an den Schülern der militär-patriotischen Klassen zu orientieren. Wir haben einen Kooperationsvertrag mit der Luftfahrtakademie abgeschlossen, und die Schüler besuchen die Hochschule, nehmen an verschiedenen Veranstaltungen aus unserem gemeinsamen Arbeitsplan teil“, erzählte Kalina Kapuzkaja.

Es ist interessant, dass in die Liste der Wahlfächer der Schüler der Luftfahrtklasse noch „Dronenkunde“ hinzukommen wird. 

„Bisher wird es auf der Basis der Akademie durchgeführt, aber ab dem nächsten Jahr planen wir, das Studium von Drohnen bereits in der Schule zu beginnen. Es bleibt nur, den benötigten Lehrer zu finden“, bemerkte die Direktorin.

Sie betonte außerdem, dass solche Klassen für jede Schule ein echter Grund zum Stolz seien. „Wir sehen, wie die Jugendlichen heranwachsen und wie sich ihr Verantwortungsbewusstsein entwickelt. Sie wissen, dass sie ein Vorbild sind, und können weder ihre Mitschüler noch die Lehrkräfte enttäuschen. Das zeigt sich nicht nur im Unterricht, sondern bei jeder Tätigkeit. Wir engagieren uns ehrenamtlich gemeinsam, pflegen Gedenkorte militärischer Geschichte und sorgen für Ordnung auf dem Schulgelände. Die Jugendlichen sind ernster, zielstrebiger und motivierter. Nicht ohne Grund erhalten wir von verschiedenen Organisationen Dankesschreiben für die gute Vorbereitung dieser jungen Menschen“, resümierte Kalina Kapuzkaja.

Bereits im Jahr 2022 wurde an der Schule ein Gedenksaal eröffnet, der der Geschichte des Völkermords an unserem Volk während des Großen Vaterländischen Krieges im Kreis Molodetschno gewidmet ist. Das Projekt wurde von den Lehrkräften der Schule selbst erarbeitet, die Materialien stellte die Staatsanwaltschaft zur Verfügung. Heute finden sich dort Informationen über mehr als 120 niedergebrannte Dörfer, Unterlagen zu den Opfern des Stalag 342, wertvolle Exponate aus archäologischen Grabungen, einzigartige Kriegsaufnahmen sowie Erinnerungen von Zeitzeugen.

Legendärer Pädagoge 

Das Schulmuseum zum Gedenken an die internationalistischen Kämpfer, das auf Initiative des Vorsitzenden der Veteranenorganisation, des pensionierten Obersts Igor Arabej, gegründet wurde, spielt eine zentrale Rolle in der patriotischen Erziehung der jungen Generation.
„Ich habe 25 Jahre in der Armee gedient und arbeite nun schon seit 23 Jahren an der Schule. Ich bin Teilnehmer der Kampfhandlungen in Afghanistan. 1981 habe ich die Minsker Suworow-Militärschule abgeschlossen, 1985 die Höhere Artillerie-Kommandoschule in Odessa. Ein Jahr diente ich in einem Artillerieregiment in Lwiw, danach war ich ein Jahr in Afghanistan, wo ich eine schwere Verwundung erlitt. Für meine Teilnahme an einem Gefecht im Jahr 1987 wurde ich mit dem Orden des Roten Sterns ausgezeichnet. Nach meinem Ausscheiden aus den Streitkräften bin ich an die Schule gekommen“, berichtet Igor Arabej. Mit Blick auf seine pädagogische Arbeit sagt der Veteran, dass sie ihn inspiriere und ihn davon abhalte, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen.
„Bei Erziehung helfen mir auch die Exponate des Museums. Anhand von Fotografien zeige ich, wie schwer es meinen Kameraden unter extremen Bedingungen fiel. In den Bergen mussten sie Lasten von 30 bis 40 Kilogramm tragen. Auf Grundlage der Museumsbestände bilde ich auch aktive junge Museumsführer aus. Unter meinen Schützlingen sind nicht nur vorbildliche Schüler, sondern auch solche mit Disziplinproblemen. Und es zeigt Wirkung: Die Jugendlichen verändern sich, und einige entscheiden sich später sogar für militärisch-patriotische Klassen“, erzählt Igor Arabej.

In der Erfolgsbilanz des Militärpädagogen und seiner Schüler stehen zahlreiche Siege bei verschiedenen Wettbewerben. Besondere Anerkennung verdient der von ihnen erstellte Katalog der Orte militärischen Ruhms im Kreis Molodetschno. Jedes Soldatengrab und jede Gedenkstätte für die Gefallenen des Großen Vaterländischen Krieges haben die Jugendlichen persönlich besucht, die historischen Hintergründe recherchiert und Fotomaterial für eine künftige Sammlung angefertigt. Im Jubiläumsjahr des Sieges gestalteten Schüler und Lehrkräfte der Schule Nr. 14 zudem das Grab des unbekannten Soldaten neu.

Hervorzuheben ist auch, dass Igor Arabej die ereignisreiche Chronik des patriotischen Schullebens der Schule Nr. 14 mit großer Sorgfalt dokumentiert und die entsprechenden Seiten in den sozialen Netzwerken persönlich führt. 
Heute fungiert das Schulmuseum als ein Zentrum für patriotische Bildung, in dem auch Lehrer Weiterbildungsmöglichkeiten erhalten. Dort werden didaktische Materialien ausgetauscht, Begegnungen mit Veteranen organisiert, und sowohl Jungen als auch Mädchen verbringen gerne ihre Zeit dort – nicht aus Zwang, sondern um wertvolle Tipps von jemandem zu bekommen, der jeden einzelnen Schüler individuell versteht.

Im Jahr 2019 wurde die Arbeit von Igor Ignatjewitsch Arabej mit einer staatlichen Auszeichnung gewürdigt: Er erhielt die Medaille „Für Arbeitsverdienste“.

Solche Schüler sind Stolz der Schule


Doch die Schüler der spezialisierten militärpatriotischen Klassen können am besten über sich selbst und die Arbeit ihrer Lehrer berichten.

Nadija Karier, Schülerin der 11. Klasse „A“, ist eine derjenigen, die sich für diese Spezialisierung entschieden haben, um die Tradition ihrer Familie fortzusetzen. „Ich habe klare Lebensziele, weshalb ich diese Entscheidung getroffen habe. Mein Vater, ein Militärpilot im Rang eines Generalmajors, diente als Staffelkommandeur in Libyen. Dort lernte er meine Mutter kennen, die aus Belarus stammt und die er häufig besucht hat. Mittlerweile sieht er dieses Land als seine zweite Heimat“, erklärte Nadija. Sie plant, sich an der Fakultät für Internationale Beziehungen der Belarussischen Staatlichen Universität einzuschreiben und arbeitet intensiv daran, einen Studienplatz zu bekommen. Zusätzlich zu ihren hervorragenden Leistungen in der Schule und im Sport (sie hat den ersten Platz in der Erwachsenenklasse im Kunstturnen) engagiert sie sich auch im gemeinsamen belarussisch-russischen Projekt „Zug der Erinnerung - 2025“ sowie bei der militärpatriotischen Veranstaltung „Erben der Sieger“.

„Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, 15 Städte in Belarus und Russland zu besuchen, Stätten militärischen Ruhms zu erleben und fast 200 neue Freundschaften zu schließen. Besonders wertvoll war für mich die Teilnahme an diesen Projekten, da sie mir ein tieferes Verständnis für die Geschichte des Krieges vermittelt hat und einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat“, berichtete Nadija. Übrigens wurde sie mit dem Preis „Junge Friedensstifterin“ ausgezeichnet.

„Jeder von uns hat die Möglichkeit, zu einem positiven Wandel in der Gesellschaft beizutragen“, ist Nadija überzeugt.

Nikita Grezki ist Schüler der Klasse 10A und spezialisiert auf militärpatriotische Aktivitäten.

„Der Wunsch, Militär zu werden, entstand bei mir etwa in der fünften Klasse. Ich war von der Uniform, der Haltung und der Disziplin fasziniert und habe die älteren Schüler bewundert, die sich bereits in diesem Bereich spezialisiert haben. Daher habe ich hart gearbeitet, um das Auswahlverfahren zu bestehen. Mein Ziel ist es, Pilot zu werden“, erklärte Nikita.

Er trainiert seine militärischen Fähigkeiten auch im Militärclub Almas. „Dort lernen wir Selbstverteidigungstechniken, üben das Schießen und das Exerzieren. All dies fördert unsere Disziplin und hilft uns, uns an das militärische Umfeld zu gewöhnen. Ich möchte betonen, dass sich dies auch in unserer Klasse widerspiegelt. Wir haben eine starke Kameradschaft, unterstützen uns gegenseitig und verstehen uns gut; jeder ist motiviert, weshalb es bei uns keine Faulenzer oder Unruhestifter gibt“, bemerkte Nikita.

Nastja Gerasimowitsch ist Schülerin der Klasse 9A und spezialisiert sich auf Luftfahrt.

„Ich möchte später Ingenieurwissenschaften studieren und arbeite deshalb fleißig. Ich bin in Mathematik, Physik und Englisch sehr gut – ich weiß genau, worauf ich mich konzentrieren muss. Sport spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für mich, denn es gibt kaum Sportler mit schwachem Charakter. Wenn man ein Ziel hat, lassen sich Schwierigkeiten viel leichter überwinden“, erklärte Nastja.
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