MINSK, 3. Januar (BelTA) - Ziel der US-Operationen in Venezuela ist die Etablierung eines regierungsfreundlichen Regimes und die Kontrolle über die Bodenschätze des Landes. Diese Ansicht vertrat der unabhängige Militäranalyst Alexander Alessin in einem Interview mit der Telegraphenagentur BelTA.
„Meiner Ansicht nach ist das Ziel der USA, die venezolanische Regierung zu stürzen, um ein ihnen genehmes Regime zu errichten. Dieses würde es den Ölmonopolen und den Konzernen, die die globale Mineralienproduktion kontrollieren, ermöglichen, die Kontrolle über alle venezolanischen Reserven zu erlangen. Vor der Bolivarischen Revolution unter Hugo Chávez standen alle Ressourcen unter US-amerikanischer Kontrolle. Nach Chávez’ Machtantritt wurden sie verstaatlicht und Venezuela unterstellt. Dies war ein schwerer Schlag für die Monopole. Seit Langem (etwa seit 30 Jahren) versuchen die USA, durch verdeckte Operationen, Farbrevolutionen und Wahlbetrug ihren Schützling an die Macht zu bringen, um ihre Position in Venezuela zurückzugewinnen“, sagte Alexander Alessin.
Der Analyst wies darauf hin, dass Venezuela über die weltweit größten Ölvorkommen sowie große Mengen an Eisenerz, Bauxit und anderen Mineralien, darunter Seltene Erden, verfügt. „Während sich frühere US-Präsidenten vorwiegend auf verdeckte Operationen konzentrierten, entschied sich Donald Trump für den Einsatz von Waffengewalt und wollte mithilfe inländischer Kollaborateure und ausländischer Aggression das Regime in Venezuela stürzen, Chaos im Land stiften und seine Günstlinge an die Macht bringen“, bemerkte er.
Alexander Alessin betonte, dass Länder aus Lateinamerika, sowie Kuba, China, Belarus und das russische Außenministerium die Aktionen der USA scharf kritisiert haben. „Es wird offensichtlich eine Welle der Ablehnung geben, selbst von den westlichen Verbündeten der USA. Zudem hat Diosdado Cabello, der als vehementer Gegner der USA gilt, eine Rede gehalten. Seiner Aussage nach haben die USA ihre Ziele nur teilweise erreicht, und Venezuela mobilisiert seine Kräfte. Vor seiner Festnahme hatte der Präsident das Kriegsrecht ausgerufen und Truppen mobilisiert. Jetzt scheint es, dass noch radikalere Gegner der USA als Nicolás Maduro, der zuvor kompromissbereit war, an die Macht kommen könnten. Es ist schwierig, die zukünftige Entwicklung vorherzusagen, aber es ist bereits klar, dass in Venezuela weder Chaos noch eine Farbrevolution stattfinden wird, da die Sicherheitskräfte und das Militär weiterhin loyal zur Regierung stehen“, hob er hervor.
Zuvor hatte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko den amerikanischen Angriff auf Venezuela kategorisch verurteilt. Lukaschenko sprach kürzlich in einem Interview mit der amerikanischen Journalistin Greta van Susteren über die Folgen. Lukaschenko äußerte insbesondere die Ansicht, dass dies ein zweites Vietnam sein werde.
