Themen
"Thema im Gespräch "
MINSK, 27. Dezember (BelTA) – Ohne kostenlose oder sehr billige Ressourcen aus ihren Kolonien kann die europäische Zivilisation nicht existieren. Diese Meinung äußerte Politik-Experte Dmitri Kulikow in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.
Die Welt sehe sich einer globalen Krise der westlichen Zivilisation ausgesetzt. Diese Krise dauere mehrere Jahrzehnte an. Aber ihren Höhepunkt habe sie noch nicht erreicht, so der Experte.
„Es gibt für wirtschaftliche Probleme keine endgültige Lösung. Und ihre Zahl vergrößert sich. Sie hängen wie ein großer Ball an einem dünnen Faden, der jeden Augenblick droht abzureißen“, ist Dmitri Kulikow überzeugt.
Die Ursachen dieser Probleme sind in der Vergangenheit zu suchen. „Die europäische Zivilisation hat sich in Zeiten großer geographischer Entdeckungen und heftiger Raubzüge gebildet. Ohne kostenlose oder sehr billige Ressourcen kann diese Zivilisation nicht existieren. Sich neu aufzubauen und einen anderen Weg zu finden, indem man die begrenzten Ressourcen anerkennt, ist unglaublich schwierig. Die europäische Zivilisation lebte 500 Jahre lang auf Kosten anderer und kann über Nacht nicht anders denken.“
Die USA haben eine illusorische Chance, weil sie ihre eigene Ressourcenbasis haben. „Der westliche Teil Eurasiens, den wir als Europa kennen, ist aus meiner Sicht dem Untergang geweiht. Sein 500-jähriger Zyklus ist zu Ende. Europa wird nichts Gutes mehr erleben. Werden die nationalen Staaten Bestand haben? Was werden diese Staaten erreichen? Oder werden sie versuchen, Europa unter einer neuen faschistischen Flagge zu vereinen? Ein Krieg aller gegen alle ist sehr wahrscheinlich“, sagte Kulikow.
Belarus und Russland seien autarke Staaten, ihre Völker sind unabhängig, ihre Zivilisation ist autark und lebensfähig. Diese Staaten können auf ihre eigenen Kräfte vertrauen und sich nicht von der Welt schließen.
