Jelena Ponomarjowa. Screenshot des Videos
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"Thema im Gespräch "
MINSK, 16. Januar (BelTA) – Beim Iran geht es nicht nur um den Sturz des Regimes der Ayatollahs, sondern um die Destabilisierung des Großraums Naher Osten. Diese Meinung teilte Jelena Ponomarjowa, Professorin am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO), im Projekt „Thema im Gespräch“.
Die Expertin ist der Ansicht, dass der „Fall Maduro“ und die Verschärfung der Lage um den Iran einen komplexen Charakter haben. Einerseits geht es um gegenüber den Vereinigten Staaten illoyale Regime, die das Weiße Haus zu brechen oder in seinen Dienst zu stellen hofft. „Beim Iran beispielsweise geht es nicht nur um den Sturz des Regimes der Ayatollahs, sondern meines Erachtens um die Destabilisierung des Großraums Naher Osten“, so die MGIMO-Professorin.
Sie fügte hinzu, dass es keinen einheitlichen angelsächsischen Block gibt, der ausschließlich eigene Interessen verfolgt. „Allen ist seit dem 19. Jahrhundert wohlbekannt, dass Großbritannien in diesem Teil Eurasiens – dem Nahen Osten, Indien – kolossalen Einfluss hat. Dies ist alles, sagen wir, die Zone strategischer Interessen Großbritanniens. Und diese Destabilisierung des Großraums Naher Osten löst mehrere Aufgaben. Vor allem ist es ein Schlag gegen den eigenen Gegner durch Großbritannien. Natürlich betrifft dies auch China und die Russische Föderation“, erläuterte die Politologin.
Die Expertin betonte, dass Lateinamerika faktisch bereits fast kapituliert hat, wobei dem Durchschnittsbürger in sozialen Netzwerken ein gewisses negatives Bild der Länder dieser Region aufgedrängt wird. „Es werden Super-Technologien des Drucks eingesetzt, wenn man in soziale Netzwerke schaut, wenn diese oder jene amerikanischen Politiker zu Gouverneuren Kubas erklärt werden, sich beispielsweise Präsident Trump selbst als Präsident sieht und so weiter. Das ist ein sehr erfolgreicher technologischer Trick – durch Memes, durch Witze bereits eine bestimmte Haltung zu dieser Region, zu diesem oder jenem Land zu verankern“, sagte Jelena Ponomarjowa.
