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Minsker Dialogforum: Experten regen Diskussion über Regulierung sozialer Netzwerke an

Gesellschaft 07.10.2019 | 19:58

MINSK, 7. Oktober (BelTA) – In der Plenarsitzung des Minsker Dialogforums zum Thema Propaganda und Gegenpropaganda haben Experten und Journalisten eine breite Diskussion über die Regulierung sozialer Netzwerke angeregt.

Der Chefredakteur des russischen Radiosenders „Echo Moskwy“ („Echo Moskaus“) Alexej Wenediktow stellte fest, dass die sozialen Netzwerke ein Phänomen verursacht hätten, nämlich dass sich viele Laien in die Riege der Journalisten eingereiht hätten. „Das sind Proto-Journalisten, die sich ihrer Verantwortung kaum bewusst sind“, sagte der Medienexperte. „Das ist unmöglich zu regulieren. Wir müssen zugeben, dass in der neuen Informationsrealität jeder zum Journalisten geworden ist, von Premierministern über Abgeordnete, ordinäre Bürger bis hin zu den Monteuren und Reinigungskräften.“

„Die Menschen schlüpfen sich in die Rolle der Journalisten ein und berichten darüber, was sie sehen und wissen. Sie teilen ihre Meinungen mit. Das ist die Tatsache, und dagegen kann man nichts tun. Wir haben es mit einer neuen Realität zu tun, mit neuen Risiken und Regeln“, sagte Alexej Wenediktow.

Als Beispiel nannte er die Twitter-Accounts des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und des kanadischen Premierministers Justin Trudeau. „Wie reguliert man Trumps Twitter-Einträge? Mit 65 Millionen Followern! Präsident Trump ist Massenmedien. Premierminister Trudeau ist mit 4,5 Millionen Followern ebenfalls Massenmedien“, sagte der Chefredakteur von Echo Moskaus.

Der Vorstandsvorsitzende des Penta Zentrums für angewandte politische Studien (Ukraine), Wladimir Fissenko, ist der Ansicht, dass soziale Netzwerke keine zentrale Regulierungsbehörde haben sollten. „Auch die Facebook-Administration sollte auch unter einer Art demokratischer Kontrolle stehen. Warum nicht? Was ist daran falsch, autoritär oder undemokratisch? Eine transparente Kontrolle ist auch ein Instrument der Demokratie“, sagte er.

Wladimir Fissenko hält es für notwendig, die Aufrufe zur Gewalt zu begrenzen. Hier gelte es, Einschränkungen und Verbote einzuführen.

Das Minsker Dialogforum zum Thema „European Security: Stepping back from the brink“ wurde heute in der belarussischen Hauptstadt Minsk. An der zweitägigen Veranstaltung nehmen hochrangige Beamte, ehemalige Politiker mit internationaler Erfahrung und akademische Experten teil.

Seit März 2015 stellt die Minsk Dialogue Initiative eine Expertenplattform zur Verfügung. Mit dem Minsker Dialogforum hat die Initiative eine transparente und geopolitisch neutrale Studien- und Dialogplattform ins Leben gerufen, um über die internationalen und sicherheitspolitischen Herausforderungen in Osteuropa zu diskutieren.

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