MINSK, 27. Dezember (BelTA) - Die Einsatzzeit des Raketenkomplexes Oreschnik beträgt nur wenige Minuten. Das sagte Pawel Murawejko, Chef des Generalstabs der Streitkräfte, erster Vizeverteidigungsminister, in einem Interview dem TV-Sender ONT.
„Die Stationierung und der Bereitschaftsdienst einer Rakete ist ein ziemlich komplexer Vorgang. Ja, der Raketenkomplex Oreschnik ist in Belarus stationiert, es sind Ziele bestimmt worden, die er zu überwachen hat, wir präzisieren die Standorte für einen möglichen Einsatz des Komplexes. Alle Maßnahmen dienen dazu, die Einsatzzeit zu optimieren und zu reduzieren. Wenn wir sagen, die Rakete sei in den Bereitschaftsdienst gestellt worden – damit meinen wir die höchste Einsatzbereitschaft der Rakete und die Bestimmung aller notwendigen Kampfaufgaben“, sagte er.
Die Einsatzzeit des Komplexes hängt von mehreren Faktoren ab, aber in der Regel sind das wenige Minuten, erzählte Murawejko.
Gleichzeitig stellte er fest, dass moderne Waffen eine wesentliche Rolle für die militärische Stärke des Staates spielen. Das Hauptelement, das Stabilität und Sicherheit gewährleistet, bleibt nach wie vor das belarussische Volk.
Vor wenigen Tagen wurde in der Sitzung des Sicherheitsrates die Forderung bekräftigt, die Verteidigungsmaßnahmen zu aktualisieren. Worum geht es konkret?
„Die Verteidigungsprozesse aktualisieren – das bedeutet, alle unseren Verteidigungsmaßnahmen neu zu formatieren oder auf den aktuellen Stand zu bringen. Das ist eigentlich im Laufe des Jahres geschehen. In der Sitzung des Sicherheitsrats genehmigte das Staatsoberhaupt den Verteidigungsplan für die nächsten fünf Jahre“, sagte Pawel Murawejko.
Die Aktualisierung von Verteidigungsmaßnahmen sei nicht nur die Erhöhung der Bereitschaft der Streitkräfte oder der militärischen Organisation des Staates. „Wir haben ernsthafte Vorarbeit geleistet bei der Vorbereitung und Bildung der Verteidigungsstärke des Landes, bei der Aufklärung der Bevölkerung, Vorbereitung des Territoriums, Entwicklung von Wirtschaftszweigen, die das Potenzial des Staates erhöhen. Ein weiteres wichtiges Dokument, das diese Bemühungen zur Verbesserung oder Aktualisierung von Verteidigungsmaßnahmen festhält, ist das Programm der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bis 2030, das von der Allbelarussischen Volksversammlung genehmigt wurde. Das Programm enthält mehrere Prioritäten, eine davon ist es, die Verteidigungsfähigkeit des Landes zu erhöhen“, sagte der Generalstabschef.
Die USA haben kürzlich ihre nationale Sicherheitsstrategie veröffentlicht. Dort steht geschrieben, dass der Konflikt in der Ukraine beendet werden soll, dass die NATO nach Osten nicht expandieren darf und dass Europa sich selbst versorgen soll. Wie vorteilhaft für Minsk ist ein solcher pragmatischer Ansatz der US-Regierung?
„In der Antike sagte man: Nicht die Worte, sondern Taten sprechen für sich. Natürlich enthält die US-Sicherheitsstrategie Hinweise auf eine Abnahme der aggressiven Rhetorik und des Konfliktpotenzials sowie darauf, dass die USA Europa gegenüberstehen. Aber das bedeutet nicht, dass wir jetzt anfangen müssen, in die Hände zu klatschen und zu schreien, dass sich alles bei uns geändert hat. Die Vereinigten Staaten haben die Selbstständigkeit Europas in ihre Strategie eingeschrieben, verlangten dennoch, dass die NATO-Verbündeten bis zu 5 Prozent vom BIP in die Kasse als Verteidigungsausgaben einzahlen. Die Frage der Reduzierung der NATO oder der Auflösung der Allianz steht gar nicht auf der Tagesordnung. Wir müssen auf die Taten schauen. Deshalb bewerten wir dies als positives Signal, aber in unseren Entscheidungen und unseren Handlungen werden wir uns ausschließlich auf praktische Schritte konzentrieren, die unsere Sicherheit, unsere Entwicklung und unser Funktionieren im Koordinatensystem der internationalen Beziehungen gewährleisten“, resümierte Pawel Murawejko.
