Iwan Tertel
MINSK, 24. Dezember (BelTA) – Die Versuche von Vilnius, die Situation um Ballons mit Schmuggelzigaretten, die angeblich aus Belarus nach Litauen fliegen, aufzubauschen, hängen mit mehreren Gründen zusammen, unter anderem mit innenpolitischen Machtkämpfen in Litauen selbst. Das erklärte der Vorsitzende des Komitees für Staatssicherheit (KGB), Iwan Tertel, gegenüber Journalisten im Anschluss an einen Bericht an den belarussischen Präsidenten.
Auf die Frage nach der Situation mit Wetterballons mit Schmuggelzigaretten antwortete Iwan Tertel, dass dieses Thema ursprünglich rein polizeilicher Natur war. Dennoch habe Vilnius es auf die politische Ebene gehoben, und die belarussischen Spezialdienste hätten sich eingeschaltet, um die Situation zu überwachen und Entscheidungen zu treffen, so er.
„Unser Auslandsnachrichtendienst belegt, dass mehrere Aspekte diese Situation und die Tatsache, dass sie solche Publizität erhalten hat, beeinflusst haben“, sagte der KGB-Chef.
Ein Grund hänge mit innenpolitischen Machtkämpfen in Litauen selbst zusammen. „Die Situation (mit den Wetterballons - Anm. BELTA) fällt zusammen mit den Plänen eines sehr kleinen Kreises von Personen des politischen Establishments in Litauen, die, wie wir es nennen, Operation „Nachfolger“ durchzuführen. Nach unseren Informationen wurde nämlich angesichts der erwarteten Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Litauen beschlossen, vorgezogene Präsidentschaftswahlen abzuhalten“, betonte er.
Ein weiterer Grund sei mit dem Wunsch Litauens verbunden, nach polnischem Vorbild zusätzliche Finanzmittel aus EU-Strukturen zu erhalten. „Wie wir wissen, hat Polen sehr große Mittel unter dem Vorwand erhalten, die Interessen Europas an den Außengrenzen zu sichern. Vilnius hat einfach den Wunsch und so eine Art schwarzen Neid, dasselbe zu wiederholen“, erläuterte Iwan Tertel. Genau deshalb werde die Situation mit Migranten an der Grenze und angeblich einfliegenden Luftballons mit Schmuggelzigaretten aufgebauscht, fügte er hinzu.
