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05 April 2026, 11:00

Orthodoxe Christen feiern den Palmsonntag

MINSK, 5. April (BelTA) - Orthodoxe Christen feiern heute den Einzug des Herrn in Jerusalem – den Palmsonntag.

Dieses große, bewegliche Herrenfest (eines der zwölf Hauptfeste des orthodoxen Kirchenjahres) wurde in Erinnerung an das bedeutende biblische Ereignis eingeführt, das den Beginn des Kreuzesleidens markiert, das der Erlöser freiwillig für die Menschen auf sich nahm. Die Kirche deutet dieses Ereignis als das Selbstopfer des Herrn für die Sünden der Welt sowie als Erfüllung der vorhergesagten Prophezeiung über die königliche Sendung Christi.

Das Evangelium berichtet, dass Jesus auf einem Esel in Jerusalem einritt. Das war ein Symbol für Sanftmut und Friedfertigkeit. Der Messias wurde mit Ehren empfangen, wie sie für Könige und große Feldherren üblich waren: Die Menschen begrüßten ihn jubelnd, breiteten Kleider und Palmzweige aus. Das Volk rief dabei: „Hosianna dem Sohne Davids! Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn!“ Der Herr zeigte den Menschen damit, dass er der Messias sein kann, von dem die Propheten berichteten, und zugleich jeder irdischen Herrschaft enthoben bleibt.

Als Jesus sich Jerusalem näherte, blickte er voller Trauer auf diese Stadt. Er wusste, dass das Volk ihn, seinen Erlöser, ablehnen würde und Jerusalem zerstört werden würde. Als Christus in den Tempel ging, vertrieb er alle, die darin verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: „Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker heißen; ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.“ Blinde und Lahme umringten den Erlöser im Tempel, und er heilte sie alle.

In den folgenden Tagen lehrte Jesus Christus das Volk im Tempel, die Nächte verbrachte er außerhalb der Stadt. Die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten suchten nach einer Möglichkeit, ihn zu töten, fanden aber keine, weil das Volk unablässig ihm folgte und auf ihn hörte.

Der Festtag ist der letzte Sonntag vor Ostern, auch „Woche der Vaiien“ genannt (Vaiia – vom griechischen Wort für „Zweig“). Von dieser Bezeichnung leitet sich der zweite Name des Festes ab – Palmsonntag, da die Einwohner Jerusalems Christus mit Palmzweigen empfingen (in der Orthodoxie und im Katholizismus wurde dieses Freuden-Symbol durch die Weide ersetzt).

Die Weihe der Weidenzweige erfolgt während der festlichen Nachtwache, also dem Abendgottesdienst am Vorabend des Festes. Nach der Lesung des Evangeliums besprengen die Priester die Zweige mit Weihwasser. Üblicherweise wird das Besprengen am eigentlichen Festtag nach der Liturgie wiederholt.

Der Weidenzweig symbolisiert den Sieg des Lebens über den Tod – die Auferstehung des Herrn. Die geweihten Weidenzweige werden üblicherweise ein ganzes Jahr lang als Quelle heilender Kraft aufbewahrt.
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