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Peter Dettmar: Mit Rückbesinnung auf Vergangenheit den Weg zur friedlichen Koexistenz ebnen

Gesellschaft 18.03.2019 | 18:46

MINSK, 18. März (BelTA) – Indem wir das Interesse an der Vergangenheit wecken, engagieren wir die jungen Menschen für den Aufbau eines friedlichen Zusammenlebens. Das sagte der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter Deutschlands in der Republik Belarus Peter Dettmar in der Nationalbibliothek bei einer Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung von Todeslager Osaritschi.

„Im Zweiten Weltkrieg hat eine ganze Generation stark gelitten. Der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion bedeutete vor allem den Verfall aller moralischen Grundsätze und die Verletzung internationaler Verpflichtungen. Wir dürfen nicht vergessen, welche grausamen Ereignisse in den Kriegszeiten stattgefunden haben. Und wir dürfen nicht gleichgültig sein. Dabei gilt es, das historische Wissen nicht nur aufzubewahren, sondern in soziale Verhaltensmuster umzuwandeln. Es geht um moralische Bewertung der Vergangenheit. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass die Erinnerung an die im Krieg gefallenen Menschen weitergetragen wird. Deshalb halte ich es für wichtig, dass wir die junge Generation in diese historische Aufarbeitung einbeziehen, ihnen das Interesse an der Vergangenheit beibringen und dass wir die jungen Menschen für einen aktiven Aufbau einer friedlichen Koexistenz engagieren.“

Was im Todeslager Osaritschi 1944 geschah, ist kaum in Worte zu fassen. Das Buch „Polessien: Tragödie und Erinnerung“ von Arkadi Schkuran und Michail Sinkewitsch, Ex-KZ-Häftlingen, zeigt grausame und schreckliche Bilder des KZ-Alltags in Osaritschi. In der Nationalbibliothek wurde die Wanderausstellung über das Todeslager Trostenez mit neuen Ständen und Modulen ausgestattet.

„Das Todeslager Osaritschi markierte das Ende der schweren Verbrechen der deutschen Wehrmacht an der Zivilbevölkerung im besetzten Belarus. Es hat viel Zeit gekostet, um den Mythos der sauberen Wehrmacht zu widerlegen. In der Tat führte die deutsche Armee im Zweiten Weltkrieg einen erbarmungslosen Krieg gegen die Zivilbevölkerung. Heute verneige ich mich vor den Opfern von Osaritschi“, sagte Peter Dettmar.

Im März 1944 hat die 9. Armee der Wehrmacht unter dem Kommando von General Josef Harpe in der Nähe der Dörfer Dert, Osaritschi und Podosinnik drei Notlager für arbeitsunfähige Zivilisten eingerichtet. Das Ziel der Aktion war es, in allen Korpsbereichen „Seuchenkranke, Krüppel, Greise und Frauen mit mehr als zwei Kindern unter zehn Jahren sowie sonstige Arbeitsunfähige loszuwerden bzw. nicht mehr versorgen zu müssen.“ Bis zur Befreiung des Lagers durch die 65. Armee der 1. Belorussischen Front am 17. März 1944 kamen hier von 9000 bis 13000 Menschen ums Leben.

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