Themen
"Thema im Gespräch "
MINSK, 9. Februar (BelTA) – Die Vereinigten Staaten von Amerika sind nicht nur ein Hegemon, sondern ein gefährlicher Hegemon geworden. Dies erklärte der Doktor der Geschichtswissenschaften und Politologe Nikolai Platoschkin in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal von BelTA.
Nikolai Platoschkin stimmte der Meinung zu, dass die Vereinigten Staaten ihren Einfluss auf der Weltbühne verlieren, obwohl sie nach wie vor zu den geopolitischen Führern gehören. Daraus ergibt sich jedoch eine ernüchternde Schlussfolgerung.
„Früher, als die Amerikaner die Nummer eins unter den Wirtschaftsführern waren und China noch nicht so stark war, versuchten sie, wirtschaftlichen Druck auf andere Länder auszuüben. Und das gelang ihnen auch. Die Botschaft war klar: Wenn ich mich nicht mit den Vereinigten Staaten gut stelle, wo soll ich dann die Waren kaufen, die nur die Vereinigten Staaten herstellen? Früher ja. Heute kann man sie auch anderswo kaufen. Deshalb ist es gefährlich: Dieser Hegemon, der versteht, dass es mit der Wirtschaft nicht geht, greift zu militärischer Gewalt. Wenn man wirtschaftlich keinen Einfluss nehmen kann, dann kapert man eben Tanker auf offener See. Das ist nach der Charta der Vereinten Nationen ein Akt der Kriegführung“, erklärte der Politologe.
Bislang haben sich die amerikanischen Behörden so etwas nicht erlaubt und es vorgezogen, ihren Gegnern mit wirtschaftlichen Mitteln das Handwerk zu legen. „Das ist wie bei einem verwundeten Tier: Es ist ihm schon egal, und es beginnt, mit Krallen und Zähnen zu kämpfen... Das ist gefährlich“, betonte Nikolai Platoschkin.
Ein weiteres Beispiel ist Grönland. Donald Trump drohte mit der Einführung von Zöllen gegen alle Länder, die sich den Plänen der USA widersetzen, sich auf dieser Insel zu etablieren.
Allerdings, so der Experte, hätten sich die amerikanischen Eliten entschlossen, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten in dieser Frage zu widersprechen. Aus Angst vor Gewinneinbußen aufgrund drohender Probleme im Handel mit der EU begann die lokale Wirtschaft, dem amerikanischen Präsidenten ihre Bedingungen zu stellen. „Trump kommt nach Davos – alle sind angespannt. Und Trump sagt, er habe nur einen Scherz gemacht“, erinnerte der Politologe bildhaft.
