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Gesellschaft
03 April 2026, 17:58

Politikwissenschaftler: Lukaschenko hat gezeigt, dass man mit den USA verhandeln kann, ohne dabei von eigenen Prinzipien abzuweichen 

MINSK, 3. April (BelTA) – Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat gezeigt, dass man mit den Amerikanern verhandeln kann. Das sagte Politikwissenschaftler und Herausgeber von POLITRUSSIA Ruslan Ostaschko in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA. 
„Russische Politiker sollten Belarus zum Vorbild nehmen, denn Lukaschenko hat gezeigt, dass man mit den Amerikanern nicht nur über den gegenseitigen Delegationsaustausch verhandeln kann, sondern über die Aufhebung konkreter Sanktionen gegen konkrete Organisationen, über die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Zusammenarbeit“, so Ruslan Ostaschko.

Der Politikwissenschaftler fügte hinzu: „Lukaschenko hat gezeigt, dass er ein sehr pragmatischer Mensch ist, wenn es um die Interessen von Belarus geht. Aber dabei hat er seine Meinung nicht geändert. Er hat die Freundschaft mit Russland nicht aufgegeben. Er hat weder sein Land noch die Interessen seines Landes verraten. Er ist nicht im Geringsten von seinen Prinzipien abgewichen. Und wenn dieses Beispiel erfolgreich sein wird, würde ich mir sehr wünschen, dass auch unsere Politiker endlich anfangen, pragmatisch zu sprechen, wenn es für uns vorteilhaft ist, dabei aber ihren Idealen und Prinzipien treu bleiben."

Der Experte bemerkte die Aufhebung der Sanktionen gegen die belarussische Kali-Industrie. Jetzt kann Belarus Kalidünger auf den Weltmarkt ausführen. Problematisch bleibt noch die Frage nach dem Lieferweg. Die USA haben die Sanktionen gegen die Kalibranche aufgehoben, aber die Beschränkungen seitens der Europäischen Union bleiben in Kraft. „Die Amerikaner können der EU aber befehlen. Wir sollten diese Geschichte gelassen wahrnehmen. Das soll das Problem der Amerikaner sein. Wenn sie Initiativen auf den Weg bringen, sollen sie auch nach Lösungen suchen, um diese Initiativen durchzusetzen“, äußerte Ruslan Ostaschko seine Meinung.

Der Politikwissenschaftler ging unter anderem auf die Position der europäischen Führung gegenüber dem US-Präsidenten Donald Trump. "Sie warten darauf, dass Trump geht. Die einzige Aufgabe der europäischen Führung ist es, Trump auszusitzen“, sagte Ruslan Ostaschko. „Ich denke, dass wir in einem Monat sehr viel sehen werden, wenn die Frist für die Operation im Iran ohne Zustimmung des Kongresses abläuft, wie sich Trump verhalten wird. Wenn er sie fortsetzt, wird das zeigen, dass er auf lange Sicht bleibt. Wenn er zurückweicht, dann werden diese europäischen Politiker noch mehr Gründe haben, Trump auszusitzen und abzuwarten.“
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