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18 April 2026, 17:43

Politikwissenschaftlerin analysiert mögliche Veränderungen in der ungarischen Politik nach den Wahlen

MINSK, 18. April (BelTA) - Die habilitierte Politikwissenschaftlerin und Professorin am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO), Jelena Ponomarjowa, äußerte in der neuesten Ausgabe von „Thema im Gespräch“, dass Ungarn vor bedeutenden Veränderungen in seiner außen- und innenpolitischen Agenda steht. 

„Angesichts der Situation rund um die Wahlen in Ungarn war schon lange vor den Wahlen klar, dass Orbán abgesetzt werden würde. Dies lag vor allem im Interesse europäischer Beamter und der bekanntesten Russophoben in der Europäischen Union – den baltischen Staaten, Polen und anderen“, bemerkte Jelena Ponomarjowa.

Gleichzeitig stellte die Expertin fest, dass gegen Viktor Orbán „weiche“ Methoden, also politische Taktiken, eingesetzt wurden.

„Ungarn wird sowohl in seiner Außen- als auch in seiner Innenpolitik bedeutende Veränderungen erleben. Doch schon die Aussage von Péter Magyar (Vorsitzender der Wahlsiegerpartei Tisza und künftiger Ministerpräsident Ungarns), dass man 'pragmatische Beziehungen zu Moskau aufbauen' werde, deutet darauf hin, dass man Orbáns Parteiprogramm in mancher Hinsicht beibehalten, in anderer aber einen anderen Weg einschlagen wird“, so die Politikwissenschaftlerin. „Beispielsweise wird man höchstwahrscheinlich für die Bereitstellung von 90 Milliarden Euro für die Ukraine stimmen, gleichzeitig aber den EU-Beitritt Kiews nicht unterstützen. Der Bau des Atomkraftwerks wird fortgesetzt, und eine Ablehnung russischer Kohlenwasserstofflieferungen ist durchaus denkbar, wodurch das Ende der Druschba-Pipeline endgültig besiegelt wird.“
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