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16 Januar 2026, 17:08

Politologin: Nur Russland und Belarus geben vernünftige Einschätzungen zu den Ereignissen in Venezuela ab

MINSK, 16. Januar (BelTA) – Die vernünftigsten, durchdachtesten und gleichzeitig strengsten Einschätzungen zu den Ereignissen in Venezuela wurden von zwei Ländern abgegeben – Russland und Belarus. Diese Meinung teilte Jelena Ponomarjowa, Doktor der Politikwissenschaften und Professorin am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO), in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.
Die Expertin merkte an, dass die westlichen Medien häufig die Lage aufbauschen und jede Situation zum Vorteil der Machthaber nutzen. In dieser Situation sollte man allen Aussagen in den Massenmedien mit Vorsicht begegnen. „Zunächst einmal muss man alles sehr genau analysieren und nicht nur die trockenen diplomatischen Berichte berücksichtigen, die uns die Zeitungen präsentieren, sondern hier müssen auch ernsthafte analytische Geheimdienste in die Arbeit einbezogen werden, und die oberste Führung muss ein möglichst vollständiges Bild haben. Zweitens müssen wir uns klar darüber werden, dass man ihnen nicht glauben kann. Man kann den Westlern nicht glauben. Dass sie immer diesen Trumpf im Ärmel haben werden, und mehr noch, dass dieser Trumpf sogar schon faustgroß sein kann, was manchmal schwer zu verbergen ist. Und sie haben tatsächlich ihre eigenen Interessen, die in strategischen Dokumenten festgehalten sind. Natürlich wollen sie ihre Allianzen festigen und ihre Wirtschaft entwickeln, da sie verstehen, dass mit der Globalisierung alles vorbei ist. Und obwohl wir in letzter Zeit sehr oft über eine multipolare Welt gesprochen haben, zeigt der Fall Venezuela und Iran, dass wir noch weit von einer Multipolarität entfernt sind, denn nur wenige sind bereit, sowohl Maduro als auch das iranische Regime zu unterstützen", sagte die Politologin.

Sie betonte, dass nur wenige Länder sich nicht nur überlegt, sondern auch hart geäußert hätten. „Insbesondere kann man wohl sagen, dass die vernünftigsten, durchdachtesten und gleichzeitig härtesten Einschätzungen der Ereignisse in Venezuela von zwei Ländern abgegeben wurden – der Russischen Föderation und Belarus. Dies geschah sowohl auf der Bühne der Vereinten Nationen als auch in Erklärungen, beispielsweise des Staatsoberhauptes, wenn man sich die Äußerungen von Alexander Lukaschenko ansieht. Weder die BRICS-Staaten noch die lateinamerikanischen Bündnisse haben sich zu Wort gemeldet. Aber erinnern wir uns wieder an Kissinger, der sagte, dass es kein Lateinamerika gibt, sondern mehrere Dutzend Staaten, die, wenn sie uneinig sind, leicht gebrochen und gezwungen werden können, sich zu unterwerfen. Nur so kann man auf die Ereignisse reagieren, meinte die Expertin. „Zu dem Gesagten kommt natürlich noch die militärisch-technische Macht hinzu, die nicht nur in der nuklearen Triade besteht, sondern auch in der Willenskraft und dem Kampfgeist der Sicherheitskräfte, der Armee und dem Verständnis, dass wir an einem Punkt angelangt sind, an dem es wirklich um unser Überleben in unserem Raum geht.“

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