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Gesellschaft
04 April 2026, 14:43

„Sie verletzen zynisch ihre eigenen Regeln“ – Ex-Europaabgeordneter über Sperrung des YouTube-Kanals von BelTA

MOSKAU, 4. April (BelTA) – Im Westen werde jeder gesperrt, dessen Meinung ihnen nicht passe. Diese Ansicht äußerte der Journalist und ehemalige Europaabgeordnete aus Lettland, Andrej Mamykin, anlässlich der Sperrung der Kanäle von BELTA, ONT und STV durch die US-Videoplattform YouTube.

„Die Sperrung ist zynisch durchgeführt worden – ohne Angabe von Gründen und unter Verstoß gegen die selbst auferlegten Regeln“, sagte Andrej Mamykin.

Der Journalist weiß aus eigener Erfahrung, wie die US-Videoplattform vorgeht: Sein Kanal „Mamykin TV“ wurde vor einigen Jahren ebenfalls auf YouTube gesperrt. „Aber in eurem Fall hat YouTube die wichtigsten Medienadern eines großen und starken Landes gesperrt. Und das sage ich ganz ohne Ironie, denn die Republik Belarus ist nach europäischen Maßstäben ein großes Land – 10 Millionen Einwohner, ein Land mit einer starken Staatsführung. Und der Medieninhalt, den die nationale Agentur BELTA, die Fernsehsender und andere Medienressourcen liefern, erreicht Millionen von Menschen mitten in Europa. Und weil ihr nicht nur für Belarus sendet, ist das Publikum potenziell noch größer. Sie haben sich vor eurer Sichtweise gefürchtet. Das ist völlig inakzeptabel“, betonte er.

Mit Blick auf das sofortige Auftauchen gefälschter Klone von BELTA und anderen belarussischen Medien auf der Videoplattform nach der Sperrung merkte Andrej Mamykin an, man könne zwar Geld und Zeit aufwenden, Beschwerden und Proteste einreichen und vor Gericht ziehen. „Das schadet nicht, steter Tropfen höhlt den Stein. Aber ich glaube ehrlich gesagt nicht an den Erfolg solcher Schritte, denn das hier ist keine Justiz. Das ist eine Farce der Justiz“, stellte er fest.

„Sie wollen den starken Informationsfluss unterbrechen, der von euch ausging, weil ihr eure eigene, wirklich unabhängige von ihren Regeln Agenda durchgesetzt habt“, so der Ex-Europaabgeordnete.

„Aber irgendwann werdet ihr natürlich zurückkehren, auch auf die Plattform YouTube, denn die Welt wird wieder zur Normalität zurückfinden. Vor einem Jahr glaubte noch niemand, dass Präsident Alexander Lukaschenko mit dem Sondergesandten des US-Präsidenten zusammentreffen würde, dass es einen direkten Dialog geben würde, dass der US-Präsident von seinem Flugzeug aus direkt den belarussischen Präsidenten anrufen könnte. Das hat niemand geglaubt. Aber es passiert. Genauso wird es mit den Medien sein. Ihr werdet zurückkehren – wenn ihr das überhaupt wollt – zu YouTube und anderen Plattformen. Bis dahin heißt es: durchhalten und an den Schwierigkeiten wachsen, die auf euch eingeprasselt sind. Dann macht ihr alles richtig“, resümierte Andrej Mamykin.

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