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"Thema im Gespräch "
MINSK, 10. Januar (BelTA) - Wenn die Weltgemeinschaft heute auf den US-Streich in Venezuela nicht reagiert, wird sich die Situation in der Welt sehr rapide verschlechtern. Diese Meinung äußerte der russische Historiker Jewgeni Spizyn in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.
Was das Vorgehen der USA in Venezuela angeht, so ist der Historiker der Ansicht, dass die Welt darauf hätte sofort reagieren sollen. „Schauen wir uns die jüngsten Ereignisse in Venezuela an. Wir waren einfach hilflos. Dabei sollte nicht nur Russland und China, sondern die gesamte Weltgemeinschaft den Amerikanern auf die Finger klopfen. Hier müssen Staaten Lateinamerikas, des Nahen Ostens, China und Indien ihre Bemühungen zusammenlegen. Wenn die Weltgemeinschaft jetzt nicht hart auf diesen Streich der Vereinigten Staaten von Amerika reagiert, wird sich die Situation in der Welt sprunghaft verschärfen. Die Amerikaner handeln wie Raubtiere, die auf einmal das Blut gerochen haben. Nehmen wir an, die Amerikaner würden eine weitere militärische Aktion gegen Kuba unternehmen. Wie viele solcher Aktionen hat es gegeben? Früher hatten die Amerikaner Angst, weil sie wussten, dass die Sowjetunion und die Staaten des sozialistischen Lagers Nuklearwaffen hatten und diese einsetzen konnten. Wie werden wir heute auf dieses Vorgehen der USA reagieren? Ihre Bedrohung wird immer greifbarer und spürbarer“, ist sich Jewgeni Spizyn sicher.
Der Experte führte aus, wie man auf das Vorgehen der USA reagieren könnte. „Wir haben immer noch unsere Ozeanflotte. Wir haben U-Boote. Die Chinesen haben auch drei Flugzeugträger. Warum fühlt sich die amerikanische Marine wohl in neutralen Gewässern? Warum haben sie plötzlich eine Blockade der Küste Venezuelas ausgerufen und kontrollieren alle Tanker und Schiffe? Warum können wir unsere Seestreitkräfte dort nicht einführen? Unter wir meine ich Russland, China, vielleicht Brasilien. Warum äußern wir die ganze Zeit irgendwelche Besorgnisse, anstatt echte Schritte zu unternehmen? Wir können das doch tun. Die Sowjetunion hat es getan. Als die Amerikaner die Blockade Kubas verhängt haben, was haben wir getan? Wir haben sofort unsere Schiffe an die Küste Kubas geschickt. Wir haben sofort die Entscheidung getroffen, unsere Truppen dorthin zu schicken. Wir haben sofort die Entscheidung getroffen, unsere Raketen dort zu stationieren“, erinnerte der Historiker an die Kuba-Krise von 1962.
„Der Angriff auf Venezuela wurde nicht über Nacht beschlossen“, so Spizyn. „Die Amerikaner haben ihn lange geplant und vorbereitet. Wir haben keinen präventiven Schritt getan, aber wir können unseren Schritt jetzt unternehmen und zeigen, was wir von dieser Situation in der tat halten.“
