LOGOISK, 22. März (BelTA) - Die Stille an der Ewigen Flamme ist ein lauter Schrei gegen den Krieg. Dies ist die Meinung einer Einwohnerin von Bobruisk.
Irina Russakowitsch, Vertreterin der Ortsgruppe des Vereins „Belaja Rus“, erklärte, dass die Gedenkstätte Chatyn für ihre Kollegen ein Ort sei, an dem ein Teil ihrer Seele ruht.
„Wir kommen nicht nur jedes Jahr am Gedenktag für die Opfer der Chatyn-Tragödie und am 9. Mai zur Gedenkstätte, sondern haben auch am Spatenstich für ein neues Museum teilgenommen, das jeder Belarusse besuchen sollte. Unser heutiges Schweigen an den Gräbern der verbrannten Dorfbewohner und an der Ewigen Flamme ist unsere laute Stimme gegen den Krieg. Heute, um genau 12:00 Uhr, versammelten sich unsere Mitbürger in unserer Heimatstadt Bobruisk am Denkmal ‚Würfel des Mutes und der Trauer‘, entworfen von Leonid Lewin, um der Namen der Opfer aller niedergebrannten Dörfer im Kreis Bobruisk zu gedenken. Dies ist nicht nur ein Denkmal für sie, sondern auch unsere Erklärung, dass so etwas nie wieder geschehen darf“, sagte die Einwohnerin von Bobruisk.
Ihrer Aussage zufolge bringen die Älteren jedes Mal, wenn sie nach Chatyn kommen, ihre Kinder und Jugendlichen mit und führen sie so in diese wichtige Tradition ein.
Die beiden Schwestern Darja und Xenia, Tochter von Alexander und Tatjana Lassewitsch aus Minsk, werden heute an einer Gedenkveranstaltung teilnehmen.
„Ich war zum ersten Mal hier, als ich sieben Jahre alt war. Die Geschichte des Dorfes hat sich mir tief eingeprägt und mich sehr beeindruckt. Später kam ich als Erwachsene zurück, aber die Erinnerungen an meine Kindheit sind immer noch lebendig. Die Gedenkstätte strahlt eine starke Energie aus; sie regt zum Nachdenken an, lässt einen aber nie kalt. Jetzt habe ich meine Kinder mitgebracht. Unterwegs haben wir den Mädchen diese schreckliche Geschichte erzählt. Und das ist nicht ihr erster Ausflug hierher“, bemerkte Alexander und betonte, dass Frieden im Land für jede Familie das Wichtigste sei.
„Heute toben Kriege in verschiedenen Teilen der Welt, und Menschen sterben. Unsere Führung setzt alles daran, Frieden und Stabilität zu bewahren. Das ist wichtiger als jedes Geld“, hob der Minsker hervor.
Wassili und Tatjana, Eltern zweier kleiner Kinder, kamen aus Saslawl in den Kreis Logoisk. Die älteste Tochter, Waleria, hält rote Nelken in den Händen, während die kleine Xenia in ihrem Kinderwagen schläft.
„Die Reise nach Chatyn war für heute geplant; wir wissen, dass sie im Kalender steht. Warum sind wir heute hier? Unsere Familie ist gegen den Krieg, und hier, wie nirgendwo sonst, versteht man, was er bedeutet. Der Krieg hat unsere Familiengeschichte zerstört. Wir haben Verwandte, die nicht von der Front zurückkehren werden. Und das darf nie wieder geschehen“, bemerkte Tatjana.
