MINSK, 9. April (BelTA) – Im BelTA-Projekt „Thema im Gespräch“ hat der Experte für nationale Sicherheit Alexander Tischtschenko Vermutungen darüber angestellt, welche Bedingungen der „große Deal“ zwischen Belarus und den USA haben könnte.
„Was ist der ‚große Deal‘? Diese Frage muss von zwei Seiten betrachtet werden – der belarussischen und der amerikanischen. Für uns könnte das eine Art Rammbock sein, der es uns ermöglicht, das Eis der Sanktionen zu durchbrechen und den Absatz unseres Kalis auf den Weltmärkten voranzutreiben“, sagte Alexander Tischtschenko. „Danach könnte ein Auftauen unseres Finanzsystems (seitens des Westens – Anm. BelTA) folgen, das es uns erlauben würde, aktiv in das weltweite Finanzsystem einzusteigen. Das hätte für uns sehr viele Pluspunkte.“
Was die amerikanischen Interessen betrifft, so äußerte der Experte die Meinung, dass Washington an Lieferungen von belarussischen Kalidüngemitteln interessiert sein könnte. Für die USA sei das auch deshalb interessant, weil die Blockade der Straße von Hormus einen erheblichen Teil des weltweiten Seetransports von Düngemitteln unterbrochen habe. Darüber hinaus hätten die Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Kanada einen Preisanstieg bei Düngemitteln ausgelöst, die die Amerikaner von den Kanadiern kaufen. Daher, so der Experte, könnte der „große Deal“ zwischen Belarus und den USA Fragen im Zusammenhang mit möglichen Lieferungen von belarussischem Kali nach Amerika umfassen.
„Warum sind belarussische Düngemittel für Amerika wichtig? Kanada verhält sich aus Sicht der USA provozierend und beginnt, Bedingungen zu diktieren. Dementsprechend werden die Amerikaner nach ihren eigenen Interessen handeln“, meint Alexander Tischtschenko.
Bereits zuvor hatte der Präsident von Belarus, Alexander Lukaschenko, bei einem Treffen mit Journalisten erläutert, wie die Vorbereitungen für den „großen Deal“ mit den USA laufen. Das Staatsoberhaupt bemerkte, dass die USA im Moment vielleicht etwas anderes im Kopf hätten, aber der Prozess laufe: „Wir bereiten uns auf diesen großen Vertrag mit den Amerikanern vor.“
„Wir haben unsere Interessen dargelegt und den Amerikanern entsprechende Vorschläge unterbreitet. Wie mir mitgeteilt wurde, werden diese geprüft“, betonte der Präsident.
