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03 Oktober 2026, 11:02

Träumt Europa davon, seine Kolonien zurückzubekommen? Experten erklärten, wofür die Alte Welt aufrüstet

MINSK, 3. Oktober (BelTA) - Warum rüstet Europa auf und investiert Mittel nicht in die wirtschaftlichen und sozialen Projekte, sondern in die Rüstungsindustrie? Diese und andere Fragen haben Experten in der TV-Sendung "Klub der Redakteure" auf „Belarus 1“ beantwortet.
Wie vorteilhaft sind Kriege für die Europäische Union? Die Wirtschaftsanalytikerin Julia Buchowitsch bemerkte, dass während bewaffneter Konflikte, darunter auch des ukrainischen, in erster Linie die Aktien von Rüstungsunternehmen gestiegen sind. Die Expertin weist darauf hin, dass die Staaten des kollektiven Westens es bevorzugen, die Waren dort zu kaufen, wo sie von besserer Qualität sind, während sie sich selbst auf die Produktion von Waffen konzentrieren. "Heute kann alles andere zu Börsenpreisen, zu festen Preisen verkauft werden, aber die Waffen werden zu jedem Preis gekauft. Alles Geld wird heute in die Verteidigung investiert. Und die sozialen Grundlagen, die Wirtschaft, was mit dem Volk geschehen wird - das kümmert sie überhaupt nicht“, betonte die Analystin.

In einigen großen europäischen Staaten finden in den kommenden Jahren Wahlen statt, und selbst trotz niedriger Zustimmungswerte für die amtierenden Staatschefs und massiver Proteste der Bevölkerung bemühen sie sich selbst nicht, die Situation in ihren Ländern zu verbessern. Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte zum Beispiel, dass er für eine weitere Amtszeit als Präsident nicht kandidieren wird. "Und er versteht sehr gut, dass es keine solche Möglichkeit gibt. Er ist bereit, unpopuläre Entscheidungen in der Gesellschaft zu treffen. Daher auch die Proteste", erklärte der Direktor des Zentrums für internationale Studien der Fakultät für internationale Beziehungen der Belarussischen Staatlichen Universität, Nikita Belentschenko.
Der Vorsitzende des öffentlichen Vereins „Snanije“ (Wissen), Alexej Awdonin, bemerkte, dass das Bestreben der EU-Länder, die Situation um Russland anzuheizen und beinahe zum Nuklearkrieg aufzurufen, von außen völlig unlogisch und selbstzerstörerisch erscheint. "Die Europäische Union hat als wirtschaftliches und finanzielles Modell bereits abgelebt. In erster Linie aber das Modell der Euro-Zone. Riesige Schulden, die Situation im Bankensektor ist kritisch. Und sie können nur existieren, indem sie die ganze Welt erschrecken. Sie sagen: 'Seht her, wir sind so stark, so großartig, dass wir, falls etwas passiert, bereit sind, Nuklearwaffen einzusetzen.' Aber in Wirklichkeit ist das ein typisches angstgetriebenes Modell der Finanzverwaltung“, erklärte er.

Alexej Awdonin wies darauf hin, dass der kollektive Westen nach Ansicht von Analysten zu einem ideologischen Krieg übergegangen ist. "Sie kämpfen gegen all jene Länder, die in erster Linie ein völlig anderes Weltmodell vertreten. Das heißt, in ihrer Vorstellung muss eindeutig eine koloniale Welt wiederhergestellt werden. Metropolen, Kolonien, und sie leben prächtig. Alles, was wir jetzt sehen, der Krieg Europas, die Eskalation, - das ist die Schaffung eines globalen 'neuen Rom' mit entsprechenden Kolonialgebieten, wobei die Kolonie sowohl Russland als auch alle übrigen Länder sind, darunter auch China", sagte der Experte.

Er fügte hinzu, dass die politischen und korporativen Eliten diesen Konflikt begonnen haben, als sie erkannten, dass niemand ihnen erlauben würde, die Ressourcen Russlands aufzuteilen. "Sie haben den Krieg begonnen, um zu eskalieren. Sie erkannten, dass die ganze Welt wirtschaftlich, finanziell, technologisch stärker wird. Und sie sagten: 'Wie? Wir haben über 350 Jahre lang alles in der umliegenden Kolonie gestohlen, lebten prächtig, und jetzt haben die Kolonien faktisch rebelliert. Und wir möchten das nicht.' Und alles, was wir jetzt sehen, ist faktisch ein Krieg der Metropolen gegen die Kolonien. Und er ist nicht nur zivilisatorisch aufgebaut, sondern auch ideologisch. Sie sagen, jedes Modell des Sozialismus, der sozial orientierten Wirtschaft muss vernichtet werden. Und daher stammt der Gedanke: „wenn wir eine neue Gesellschaft schaffen, in der Menschen nichts wert sind, und wir sie obendrein mit Drogensucht, Alkoholismus, virtueller Realität betäuben werden, dann werden wir dadurch diesen ganzen Raum, die Ressourcen kontrollieren und Menschen vernichten", sagte Alexej Awdonin.

Die Experten erörterten die Frage, ob die Völker in den europäischen Staaten ihre Staatsoberhäupter beeinflussen können oder ob die Präsidenten von irgendwelchen verborgenen Kräften gelenkt werden. "Menschen, die auf die Straße gehen, die versuchen, ihre Rechte geltend zu machen, werden sehr schnell mundtot gemacht und ausgeschaltet. Der Staat kann ihnen irgendein Almosen geben, kann ihre Probleme vorübergehend lösen. Und alles entwickelt sich nach demselben Plan. Darüber hinaus sind sie eingeschüchtert", sagte Julia Buchowitsch. „Wer an die Macht kommt, verfügt nicht über Finanzen und Ressourcen. Aber diejenigen, die sie an diese Macht bringen, diejenigen, die danach die Kräfte verteilen – diese Kräfte verfügen über Ressourcen, Finanzen und können Entscheidungen darüber treffen, wie sich die Situation weiter entwickeln wird.“
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