KREIS CHOJNIKI, 16. April (BelTA) – Mehr als 3.100 Touristen haben im Jahr 2025 das Polessische Staatliche Radioökologische Schutzgebiet besucht. Diese Zahl nannte der Direktor des Schutzgebiets, Alexej Tischkowez, im Rahmen einer Pressereise zum 40. Jahrestag der Katastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl.
Der Kreis Chojniki gehört zu den Regionen, die nach dem Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl besonders gelitten haben. Trotz dieser Bewährungsprobe lebt und entwickelt sich das Kreiszentrum weiter.
Auch in den Schutzgebieten tut sich etwas. Das Interesse am experimentell-wirtschaftlichen Teil des Polessischen Staatlichen Radioökologischen Schutzgebiets wächst von Jahr zu Jahr. Hier wurden beliebte Ausflugsrouten eingerichtet. Drei Hauptrouten führen durch die Straßen der einst evakuierten Dörfer. Darüber hinaus kann man eine Zuchtpferdeherde besuchen, einen Bienenstand mit Honigverkostung und vieles mehr.

Es gibt stets viele Interessierte, die eine Ausfahrt in das Schutzgebiet unternehmen möchten – sowohl aus Belarus als auch aus anderen Ländern. Allein im vergangenen Jahr haben mehr als 3.100 Menschen diese Orte besucht. Sie kommen, um die besondere Atmosphäre der Sperrzone zu erleben – sowohl einzeln als auch in Gruppen.
„Die Menschen fühlen sich von der Ursprünglichkeit dieser Landschaft angezogen. Das Thema Tschernobyl ist in den Medien, im Kino und in Computerspielen allgegenwärtig. Sowohl Erwachsene als auch Jugendliche sind daran interessiert. Sie wollen mehr über die Geschichte des Atomunfalls erfahren, über die Geschichte des Gebiets selbst, der Ortschaften, der Menschen sowie über die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung“, betonte der Leiter der Abteilung für Informationsarbeit, Alexej Kasakow.
Manchmal besuchen an einem Wochenende 30 bis 40 Menschen die Schutzgebiete.
Alexej Tischkowez fügte hinzu: „Das Besondere an diesen Orten ist die Stille. Außer dem Gesang der Vögel hört man hier keine anderen Geräusche – keinen Verkehrs- oder Industrielärm. Die Natur holt sich hier Stück für Stück das zurück, was der Mensch einst für sich beansprucht hatte.“
Am 15. und 16. April machen sich Blogger und Journalisten im Rahmen einer Pressereise durch das Gebiet Gomel ein Bild davon, wie sich das Leben in den vom Tschernobyl-Unfall betroffenen Regionen 40 Jahre danach gestaltet. Die Teilnehmer legten am Mahnmal der Trauer Blumen nieder. Dieses Denkmal wurde am 26. April 1996, dem zehnten Jahrestag der Katastrophe, zum Gedenken an die evakuierten Dörfer enthüllt. Im Vordergrund steht die hohe Gestalt einer trauernden Frau mit verhülltem Haupt in einem langen Gewand. Dahinter erhebt sich eine bogenförmige Marmorstele in Form eines Bandes, auf der die Namen von 24 Dörfern und Weilern des Kreises Chojniki eingraviert sind – jene, die der höchsten radioaktiven Belastung ausgesetzt waren.
Der spannendste Teil des Rundgangs war der Besuch des Polessischen Staatlichen Radioökologischen Schutzgebiets.
Auf dem Programm der Pressereise standen auch soziale Einrichtungen, eine Käserei, das Werk für Hydraulikgeräte und mehr.

