Themen
"Thema im Gespräch "
MINSK, 27. Januar (BelTA) – In der neuen Ausgabe von „Thema in Gespräch. Geschichte“ hat Historiker Dr. Swjatoslaw Kulinok darüber erzählt, warum der Minsker Kriegsverbrecherprozess 1946 zu einem aufsehenerregenden Ereignis wurde.
„Der Minsker Prozess fand im Haus der Roten Armee statt – heute das Zentrale Haus der Offiziere. Über 1.000 Personen erhielten Sonderausweise und durften an diesem Prozess teilnehmen und ihn beobachten“, erzählte Swjatoslaw Kulinok.
Im Zuge des Gerichtsprozesses wurden 14 von 18 Angeklagten zum Tode (Hinrichtung durch Hängen) verurteilt; das Urteil wurden am 30. Januar 1946 vollstreckt. Auf dem Minsker Pferde-Rennbahn, wo die Nazi-Verbrecher hingerichtet wurden, versammelten sich mehr als 100.000 Menschen. „Es kamen ganze Familien, mit kleinen Kindern, weil man ihnen zeigen wollte, wer ihre Eltern getötet und ihre Häuser verbrannt hatte. Das war ein sehr aufsehenerregender Prozess. Anwesend waren Vertreter der lokalen Presse, Reporter aus Moskau. Interessant ist aber, dass auch Medienvertreter aus den USA, Großbritannien und China angereist waren“, fügte Kulinok hinzu.
Der Minsker Prozess war maximal öffentlich. Geschichten, die während des Prozesses bekannt wurden, wurden später eingehend untersucht und wurden zu einem weiteren Symbol der Tragödie des belarussischen Volkes während des Großen Vaterländischen Krieges.
