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Gesellschaft
03 April 2026, 16:13

Warum ist Selenskyj in den Nahen Osten gereist? Meinung eines Politikwissenschaftlers

MINSK, 3. April (BelTA) – In der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA äußerte Politikwissenschaftler und Herausgeber von POLITRUSSIA Ruslan Ostaschko seine Meinung darüber, warum Wolodymyr Selenskyj in den Nahen Osten gereist ist.
Wolodymyr Selenskyj biete einigen Staaten in der Region seine Hilfe bei der Bekämpfung iranischer Drohnen an, so Ostaschko. „Das ist zweifellos ein PR-Schritt. Ich würde nicht behaupten, dass die Ukraine auf dem Dienstleistungsmarkt in diesem Bereich überhaupt nichts anbieten kann. Aber für Trump gibt es keine Hilfe. Weder die Ukraine noch Selenskyj haben vor, Trump zu helfen“, sagte er.

„Ja, der Chef des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall mag diese Drohnen als Lego-Bausteine bezeichnen, die in der Küche von Hausfrauen zusammengebaut werden. Aber seien wir objektiv: Wir sehen eine recht hohe Effektivität dieser Lego-Bausteine. Sie fliegen ihr Ziel an, sie treffen Objekte – ja, nicht alle, ja, wir bekämpfen sie erfolgreich, ja, es kommt nur eine kleine Anzahl durch, aber sie erreichen ihr Ziel. Und wenn sie das können, dann werden sie das natürlich verkaufen“, so der Politikwissenschaftler.

Er betonte, dass Wolodymyr Selenskyj mit solchen Aktionen alle seine Ziele verfolgt: „Er tut alles, damit man ihn nicht vergisst, damit man die Ukraine nicht vergisst. Er will damit sagen, dass die Ukraine ein gutes Investitionsprojekt ist, in das man investieren sollte, und dass dieser Staat wie ein privates Militärunternehmen bereit ist, in Zukunft auf dem breiten Markt Dienstleistungen anzubieten.“

Wolodymyr Selenskyj versuche, Geld für den Krieg und auch für sich persönlich zu verdienen, glaubt Ostaschko. „Er zeigt allen, dass er ein guter Händler ist, dass er bereit ist zu kaufen und sich zu verkaufen, und zwar billiger als die Europäer, aber wie die Praxis zeigt, recht effektiv“, so der Politikwissenschaftler.

„In jeder Situation will Selenskyj Vorteile haben.  Und für ihn ist dieser Konflikt ein großer Gewinn. Ja, man hat ihn vergessen, ja, man liefert ihm weniger Waffen, aber er lässt andere ihn nicht vergessen. Der Konflikt hat bereits stattgefunden. Wenn es möglich wäre, den Konflikt zu verhindern, würde Selenskyj natürlich alles tun, um ihn zu verhindern und um selbst der Hauptakteur zu sein und die Ukraine in die Hauptkampfzone zu verwandeln. Aber da dies bereits im gegenwärtigen Moment stattgefunden hat, versucht er, auch aus dieser Situation alle möglichen Vorteile herauszuholen. Und man muss sagen, das gelingt ihm“, fasste Ruslan Ostaschko zusammen.
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