MINSK, 4. April (BelTA) – Der Weltjournalistenverband (WJF) hat die Blockierung belarussischer Medien auf YouTube verurteilt und zu weltweiter Solidarität im Kampf gegen den Informationskrieg aufgerufen, teilte der Belarussische Journalistenverband mit.
Das Unterstützungsschreiben an den Belarussischen Journalistenverband ging persönlich von Generalsekretär von WJF und Vorsitzendem des pakistanischen Journalistenverbandes, Abid Chaudhry, ein.
Der Weltjournalistenverband gab eine Dringlichkeitserklärung ab, in der sie sich nach der grundlosen Löschung der Konten der drei größten belarussischen Medien – der Fernsehsender ONT und STV sowie der Nachrichtenagentur BELTA – auf der Plattform YouTube entschieden für die Pressefreiheit und das universelle Recht auf Information aussprach. In der Erklärung wird diese koordinierte Sperrung nicht als technische Durchsetzung der YouTube-Richtlinien gewertet, sondern als flagranter Akt digitaler Zensur und direkte Eskalation des Informationskrieges.
„Das Recht auf Empfang und Verbreitung von Informationen ist ein Eckpfeiler des Völkerrechts. Wenn große Technologiekonzerne eigenmächtig die digitale Infrastruktur etablierter Nachrichtenorganisationen demontieren, löschen sie nicht einfach nur Kanäle – sie löschen das Recht der Öffentlichkeit, sich ihre Informationsquellen selbst auszusuchen“, erklärte das Exekutivkomitee von WJF.
Auf den Appell des Belarussischen Journalistenverbands hin forderte der WJF sämtliche Mitgliedsorganisationen, internationale Pressegewerkschaften und Medienschaffende auf, diese Akte ungesetzlicher Zensur und der Entrechtung von Journalisten auf Meinungsfreiheit öffentlich zu verurteilen, den Kollegen in Belarus, die systematisch aus dem globalen Informationsraum ausgeschlossen werden, Solidarität zu bekunden sowie von den Technologiekonzernen Transparenz ihrer Algorithmen zu verlangen und die politische Einflussnahme zu stoppen, die zur Sperrung souveräner Medienstrukturen führt.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass Meinungsfreiheit zu einem exklusiven Privileg wird, das nur denen gewährt wird, deren Narrative den Interessen der Plattformbesitzer entsprechen. Wir stehen in engem Kontakt mit dem Belarussischen Journalistenverband und sind bereit, seine Bemühungen zu unterstützen, die Präsenz seriöser Medien im digitalen Raum wiederherzustellen und die Einheit im Journalistenberuf zu verteidigen. Die Pressefreiheit ist unteilbar. Ein Angriff auf die Rechte eines von uns ist ein Angriff auf uns alle“, heißt es in dem Schreiben.
