MOGILJOW, 16 April (BelTA) – In Belarus sind sechs staatliche Programme umgesetzt worden, um die Gesundheitsrisiken für die Menschen zu senken, die Strahlenlage zu kontrollieren und die von der Katastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl betroffenen Gebiete ganzheitlich zu entwickeln. Das berichtete heute der Vorsitzende des Belarussischen Gewerkschaftsbundes, Juri Senko, bei einem Treffen mit der Belegschaft des Unternehmens Agrolink im Kreis Bychau.
Die Begegnung fand im Rahmen des Einheitlichen Informationstages unter dem Motto "Tschernobyl: von der Wiedergeburt bis zur nachhaltigen Entwicklung" am Vorabend des 40. Jahrestags der Katastrophe statt. Senko betonte, dass es vor vier Jahrzehnten vor allem um die Zwangsumsiedlung der Menschen und die Ungewissheit der Zukunft gegangen sei, während heute die nachhaltige sozioökonomische Entwicklung dieser Gebiete im Vordergrund stehe.
"Das Wichtigste, was es uns ermöglicht hat, die Folgen des Unglücks weitgehend zu überwinden, ist, dass das ganze Land an dieser Aufgabe gearbeitet hat. Es war und ist nie so, dass dies nur ein regionales Problem wäre. In diese Arbeit sind alle staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen eingebunden", betonte Juri Senko.
Ein leuchtendes Beispiel für diesen erfolgreichen Wandel ist Agrolink. Das Unternehmen entwickelt sich dynamisch, und die Verbleibequote junger Fachkräfte liegt hier bei 100 Prozent. Laut dem Gewerkschaftsbundsvorsitzenden ist dies nur möglich durch die systematische Arbeit des Staates unter der Führung von Präsident Alexander Lukaschenko. Man verfolgte einen integrierten Ansatz – mit wissenschaftlicher Begleitung, der Vergasung der Bezirke, der Sanierung von Wasserleitungen und dem Aufbau moderner sozialer Infrastruktur.
Große Aufmerksamkeit gilt der Sicherheit von Lebensmitteln. Im Land sind mehr als 500 Labors und Messstellen für die Strahlenkontrolle in Betrieb. Die Überwachung zeigt: Milch mit einem Cäsium-137-Gehalt über den zulässigen Grenzwerten wird seit 2014 in den Verarbeitungsbetrieben nicht mehr festgestellt, bei Fleisch ist dies seit 2021 der Fall. Dabei gelten in Belarus um ein Vielfaches strengere Grenzwerte als in der Eurasischen Wirtschaftsunion.
Durch wissenschaftlich fundierte Bodenbearbeitungsmethoden und den natürlichen Zerfall der Radionuklide hat sich die Fläche der kontaminierten Gebiete um das 1,8‑fache verringert. Die Raten bestimmter Erkrankungen in den betroffenen Gebieten unterscheiden sich heute kaum mehr vom Landesdurchschnitt.
Juri Senko sprach auch über die Rolle der Gewerkschaften bei der Unterstützung der Katastrophenhelfer und der Bevölkerung in den Regionen. Die Gewerkschaftsverbände fördern den Ausbau von Schulen, Krankenhäusern und Kindergärten und helfen dabei, menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu schaffen. Der Belarussische Gewerkschaftsbund, der 15 Branchengewerkschaften vereint, engagiert sich aktiv in der Tarifarbeit, im rechtlichen Schutz der Beschäftigten und bei der Organisation von Gesundungsmaßnahmen. "Allein in den letzten vier Jahren wurden fast 420.000 Kinder aus den betroffenen Regionen des Landes zur Sanatoriums- und Kurbehandlung oder zur Gesundung geschickt. Für das laufende Jahr wurden aus dem Staatshaushalt bereits mehr als 80.000 Gutscheine gekauft", so Senko.
