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15 Februar 2026, 14:54

„Wir lassen die Unsrigen nicht im Stich“: Kundgebung zum Gedenken der Soldaten-Internationalisten in Mogiljow

MOGILJOW, 15. Februar (BelTA) – In Mogiljow fand heute eine Kundgebung anlässlich des 37. Jahrestages des Abzuges sowjetischer Truppen aus Afghanistan statt. Zur Großveranstaltung kamen Vertreter der lokalen und regionalen Behörden, Ämter, Gewaltministerien, Kreisabgeordnete, ehemalige Soldaten-Internationalisten, ihre Verwandten und Angehörige, Stadtbürger und Jugendliche.
Viele kamen, um ihrer in Afghanistan gefallenen Kampfkameraden zu gedenken. Anatoli Pyntikow ist heute Vizevorsitzender des Regionalvereins „Belarussische Union der Kriegsveteranen von Afghanistan“ in Mogiljow. Wenn er sich an seinen Wehrdienst in Afghanistan erinnert, kann er seine Tränen kaum zurückhalten.
„Ich wurde 1981 in die Sowjetarmee einberufen und habe die ersten sechs Monate in einer Ausbildungseinheit in Samarkand gedient. Ich habe sie mit Auszeichnung abgeschlossen und wurde für den weiteren Dienst nach Afghanistan geschickt“, erzählt er. „Ich war 19 Jahre alt. Wo konnte ich damals Kriege sehen? Wir wussten nur, wie unsere Väter, Großväter und Urgroßväter gekämpft haben. Und auf einmal waren wir dran – wir hatten unsere internationale Pflicht zu erfüllen.“
In Afghanistan herrschten hohe Lufttemperaturen, das Klima war heiß, überall Berge. Ohne ernsthafte körperliche Vorbereitung konnte man dort nicht lange aushalten. „Aber Gott sei Dank sind viele von uns am Leben geblieben. Unser wichtigstes Motto war damals „Wir lassen die Unsrigen nicht im Stich“, sagt Anatoli Pyntikow. „Wir haben 118 Kämpfer aus Mogiljow verloren. Sie waren nie zurückgekommen. Aber wir ehren ihr Gedächtnis und werden ihre Namen nie vergessen.“
Trotz der Tatsache, dass seit diesen Ereignissen mehrere Jahrzehnte vergangen sind, unterstützen sich die Kriegsveteranen weiterhin gegenseitig und verlieren nicht den Kontakt zueinander. „Es ist heilig. Wenn wir uns treffen, erinnern wir uns an die damalige Zeit. Viele Jahre sind vergangen, aber wir spüren das nicht: Wir vergessen den Krieg in Afghanistan nie. Die Belarussen haben ihre internationale Pflicht ehrlich erfüllt und sind nach Hause zurückgekehrt.“

Heute haben die Veteranen von Afghanistan eine große Verantwortung - ein Vorbild für die Jugend zu sein, sie zu echten Patrioten zu erziehen. Und sie sind sehr stolz, wenn sich die jungen Leute für einen Militärberuf entscheiden, ihren Landsleuten und der Heimat dienen wollen. 
Arseni Tschubkow ist Kadett der Mogiljower Militärschule. Sein Urgroßvater Andrej Puskow war im Zweiten Weltkrieg Soldat und feierte den Sieg in Berlin. Er ist ein Vorbild für den Jungen. Genauso wie die internationalistischen Kämpfer, die ihre Pflicht mit Ehre und Würde erfüllten und dem Eid treu geblieben sind. Arseni möchte seinem Land dienen, nicht um irgendeinen Titel zu bekommen, sondern weil ihm das Herz so diktiert. 

Fahrer Jewgeni Marunitsch erinnert sich an den Afghanistan-Krieg mit großem Schmerz.

„Heute ist der Tag, an dem wir uns an die gefallenen Kriegskameraden erinnern. Der Tag, an dem die alten Kämpfer miteinander treffen. Wir erinnern uns an unsere Jugend. Es ist gut, dass an diesem Gedenktag auch junge Leute zu sehen sind. Für sie ist es ein wichtiger Moment der Erziehung. Anders kann nicht sein. Wir alle leben hier, es ist unser Haus, das wir zu verteidigen haben. Der Frieden muss verteidigt werden.“
Alexander Goroschkin, Vorsitzender des Abgeordnetenrates Mogiljow und Mitglied des Rates der Republik der Nationalversammlung, wandte sich an die Teilnehmer der Kundgebung. Er betonte, dass die Ereignisse in Afghanistan niemals vergessen werden. Sie werden für immer in unserer Geschichte ein Vorbild für Tapferkeit, Mut und Heldentum bleiben. 

„Angesichts der aktuellen Ereignisse in der Welt müssen wir wissen: Frieden ist ein großer Wert. Deshalb hat die Erinnerungsarbeit eine große Bedeutung. Wir müssen die Erinnerung an den Mut und das Heldentum der Kriegsveteranen in Afghanistan wachhalten. Sie konnten beweisen, dass sie nicht nur schweren Zeiten einander helfen konnten, sondern auch in Friedenszeiten alles daran setzten, ein starken, friedliches und unabhängiges Belarus aufzubauen“, fasste er zusammen.

Die Kundgebung endete mit einem feierlichen Marsch der Mogiljower Garnison. Anschließend fand ein Festkonzert statt.
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