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26 August 2026, 23:35

„Wir müssen im Trend liegen“ – Wie KI die Bildungslandschaft verändert

MINSK, 26. August (BelTA) – Fragen zur Implementierung künstlicher Intelligenz in den Bildungsprozess wurden heute im Rahmen der Zweiten Nationalen Rektorenschule „Universität der Zukunft: Weiterbildung von Fachkräften, technologische Souveränität, Bildung im digitalen Umfeld und das Exportpotenzial der Hochschulbildung“ diskutiert.

Die Verwaltung der digitalen Infrastruktur von Universitäten war eines der Hauptthemen der Veranstaltung im High-Tech-Park. Die Teilnehmer erörterten die Integration und Anpassung der akademischen Ethik beim Einsatz künstlicher Intelligenz im Lehrbetrieb. Zudem berieten sie über die Entwicklung von Regelungen, nach denen Studierende die Nutzung neuronaler Netze in ihren Abschlussarbeiten offenlegen müssen. Auch die Optimierung der universitären digitalen Infrastruktur zur Unterstützung wissensintensiver Softwarelösungen wurde thematisiert.

Der Minister für Kommunikation und Informatisierung, Kirill Salesski, betonte, dass die Digitalisierung mittlerweile alle Sektoren und Lebensbereiche erfasse. An der Rektorenschule sollte besonderes Augenmerk auf die Bereitschaft des Bildungssystems für die Herausforderungen neuer Technologien gelegt werden. „Erst vor einem Monat haben Studierende ihr Bachelorstudium beendet, das im September 2022 begann – zu einem Zeitpunkt, als künstliche Intelligenz noch kein Teil unseres Alltags war. Das erste öffentlich zugängliche große Sprachmodell wurde am 30. November 2022 veröffentlicht. In diesem kurzen Zeitraum, den ein einziger Studienzyklus umfasst, hat sich die Welt dramatisch verändert: Generative künstliche Intelligenz hat alle Herangehensweisen an die Informationsverarbeitung revolutioniert“, fügte er hinzu.
Viele Aufgaben, die künstliche Intelligenz in Sekundenschnelle erledigen kann, verlören an Bedeutung, was Anlass dazu gebe, die Ansätze in vielen Bereichen grundlegend zu überdenken, bemerkte der Minister. „Die Kinder von heute suchen Informationen nicht mehr über klassische Suchmaschinen, sondern stellen ihre Fragen direkt an große Sprachmodelle und KI-Systeme. Unsere Rektoren müssen verstehen, wie sie damit umgehen und den Bildungsprozess an diese neuen Bedingungen anpassen können“, erklärte er.
„Wir befinden uns heute mitten in einer neuen technologischen Revolution, und es ist äußerst schwierig vorherzusagen, was in einem Jahr geschehen wird. Es könnte eine Zeit kommen, in der Berufe überflüssig werden, noch bevor wir die ersten Absolventen in diesen Fachrichtungen verabschieden. Deshalb müssen wir die Trends im Auge behalten und verstehen, wohin die Entwicklung geht. Wir müssen diesen Prozess aktiv mitgestalten und dürfen nicht glauben, er ginge an uns vorbei. Lassen Sie uns gemeinsam an diesen Themen arbeiten und die Herausforderungen entschlossen annehmen“, appellierte der erste stellvertretende Bildungsminister Alexander Bachanowitsch an die Rektoren der führenden Universitäten des Landes.
Wadim Bogusch, Rektor der Belarussischen Staatlichen Universität für Informatik und Radioelektronik, hob einige zentrale Erkenntnisse der Diskussion hervor. Er betonte, dass künstliche Intelligenz in erster Linie ein Helfer und Assistent des Menschen sei. „Es gibt jedoch bestimmte Aufgaben, die der Mensch weiterhin selbstständig erfüllen muss. Dazu gehören die Ziel- und Aufgabenstellung, die Ergebnisanalyse sowie die Übernahme der Verantwortung für das eigene Handeln“, fügte er hinzu.
Bildung präge eine Weltanschauung, die eine gründliche Vorbereitung, die Fähigkeit zur praktischen Anwendung von Wissen, Unternehmensethik und Verantwortungsbewusstsein umfasse. Er ist überzeugt, dass der Einsatz künstlicher Intelligenz bei Bildungs- und Berufsaufgaben zunehmend unter moralischen und ethischen Gesichtspunkten betrachtet werden muss und auch Fragen der Lernmotivation berührt.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Rektors war die gestiegene Priorität, die dem Einsatz heimischer Technologien beigemessen wird. „Es fand ein sehr fruchtbarer Austausch mit den Teilnehmern, Unternehmensvertretern und dem High-Tech-Park statt. In Belarus gibt es Entwicklungen, die sich mit hoher Sicherheit effektiv im Sozial- und Bildungsbereich einsetzen lassen. Dies wird dazu beitragen, Herausforderungen im Zusammenhang mit der praktischen Nutzung von KI zu bewältigen und die Effizienz dieser Technologien im Bildungsprozess zu steigern“, so sein Fazit.

Die zweite Nationale Rektorenschule findet am 26. und 27. August in Minsk statt. Die Veranstaltung wird vom Bildungsministerium organisiert. Der zweite Tag des Forums beginnt mit einer Führung durch die Labore des Nationalen Kinder-Technoparks. Die Veranstaltung schließt mit einer Plenarsitzung und einer offenen Diskussion über die Ergebnisse der regionalen Fachsektionen.
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