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04 Oktober 2022, 14:22

Bereitet sich Belarus auf einen Krieg vor? Alexander Lukaschenko kommentiert

MINSK, 4. Oktober (BelTA) – Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko ist überzeugt, dass es keinen Grund gibt, eine Mobilmachung anzukündigen. Das erklärte er in der heutigen Besprechung zur militärischen Sicherheit.

In der letzten Zeit hätten die aus Belarus Geflohenen nichts anderes zu tun als jeden Anlass zu nutzen, sagte Lukaschenko. „Russland hat Teilmobilisierung angekündigt, daraus schließen sie, dass auch in Belarus morgen eine Mobilmachung startet. Ich sage es noch einmal: Wir werden in Belarus keine Mobilmachung starten. Glücklicherweise gibt es auf dem Territorium unseres Landes keinen Krieg“, versicherte der belarussische Staatschef.

Alexander Lukaschenko gab zu, dass er sich seit dem Beginn seiner Amtszeit als Präsident auf einen Krieg vorbereitet. Dabei zitierte er den bekannten Spruch: „Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor“.

„Wir modernisieren unsere Streitkräfte zum vierten oder fünften Mal in Folge. Wir passen sie ständig an die aktuellen Bedingungen an. Aber nicht nur. Wir ziehen entsprechende Schlussfolgerungen und Lehren aus den Kriegen und Konflikten, die in der Welt stattgefunden haben und noch stattfinden“, sagte der Präsident.

Bei der Modernisierung der Armee habe Belarus in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Erfahrungen aus verschiedenen Militäroperationen - vom amerikanischen Sturm in der Wüste bis zur russischen militärischen Sonderoperation in der Ukraine - berücksichtigt.

Alexander Lukaschenko kommentierte die Gerüchte über die Mobilmachung weiter: „Wir haben es in Belarus nicht nötig. Dennoch werden wir die russischen Erfahrungen berücksichtigen und die Arbeit an der Registrierung von Wehrpflichtigen und der Ausbildung von Reservisten entsprechend organisieren.“

„Ich möchte das Militär und die Militärkommissariate darauf aufmerksam machen, dass wir die in Russland gemachten Fehler im Zusammenhang mit der Mobilmachung nicht wiederholen sollten. Wir haben gesehen, dass es dort nach der Ankündigung der Mobilmachung etliche Unzulänglichkeiten gab. Es ist die Sache der Russischen Föderation, wie sie die Mobilisierung durchführt. Aber als die Vorladungen verschickt wurden, waren einige Personen nicht in Russland anwesend. Jemand ist gestorben, jemand ist weggelaufen, jemand ist auf unbekannte Weise krank und so weiter. Das ist eine Lehre für uns“, sagte das Staatsoberhaupt. „Deshalb werden wir nach dem Ende der Erntekampagne die Wehrpflichtigen und die Reservisten noch einmal alle zu überprüfen haben. Das sollte in jeder Region geschehen, ohne großes Tamtam und Lärm.“

Eine weitere Lehre aus der Mobilmachung in Russland besteht Lukaschenko zufolge darin, die Menschen darauf vorzubereiten, ihr Land und ihre Familien zu verteidigen, wenn es nötig ist. Aus seiner Sicht sollte jeder Mann und jede Frau in Belarus elementares Wissen im Umgang mit Waffen besitzen.

Die belarussische Armee und die Sicherheitskräfte dienen ihrem Land und haben die Aufgabe, den Staat zu schützen. „Keine andere Aufgabe. Wir haben heute kein anderes Ziel. Wir bereiten uns auf den Krieg vor, weil alles passieren kann“, sagte der Präsident. „Hätten wir im Jahr 2020 versagt, wären heute andere Streitkräfte in der Nähe von Smolensk stationiert. Und wo wären wir, vor allem Sie, die Männer in Uniform, das wissen Sie alles sehr wohl. Wir müssen also alle sehr gut lernen, was es bedeutet, für militärische Sicherheit des eigenen Landes zu sorgen. Und wir werden das lernen.“

„Belarus wird seine Männer nicht ins Ausland schicken, um dort irgendjemanden zu töten. Aber sollte der Krieg auf Belarus überspringen, werden wir nicht fliehen, sonder mit der Waffe in der Hand unsere Heimat und unser Land verteidigen“, resümierte Lukaschenko.

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