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Lukaschenko beginnt Staatsbesuch in Österreich

Präsident 11.11.2019 | 18:26

WIEN, 11. November (BelTA) – Präsident Alexander Lukaschenko ist zu einem offiziellen Besuch in Österreich eingetroffen. Das Flugzeug des Staatschefs landete im Internationalen Flughafen Wien-Schwechat, wie ein BelTA-Korrespondent berichtet.

Am Flughafen wurde der belarussische Präsident von der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Elisabeth Udolf-Strobl, Außenminister Wladimir Makej, Botschafterinnen von Belarus und Österreich Dr. Alena Kupchyna und Fr. Aloisia Wörgetter in Empfang genommen.

Am Wiener Schwarzenbergplatz legte Alexander Lukaschenko einen Blumenkranz am Heldendenkmal der Roten Armee nieder. An der feierlichen Kranzniederlegung nahmen Mitglieder der offiziellen belarussischen Delegation, Vertreter aus Öffentlichkeit und GUS-Botschafter in Österreich teil. Jeden Diplomaten begrüßte Alexander Lukaschenko persönlich.

Der anwesende Ständige Vertreter Russlands bei der OSZE Alexander Lukaschewitsch sagte im Gespräch mit der Presse, er halte es für einen symbolischen Akt, dass Alexander Lukaschenko seinen Besuch in Wien mit der Ehrung sowjetischer Soldaten begonnen habe. „Das zeugt davon, welch hohen Respekt Alexander Lukaschenko vor diesem Russendenkmal und vor allen Opfern hat. Wir danken unseren belarussischen Kollegen und dem Staatschef dafür, dass er seinen offiziellen Besuch in Österreich mit diesem Erinnerungsakt beginnt. Das ist viel wert.“

„Ich halte es für eine richtige Geste. Jeder hohe Gast beginnt seine Auslandsvisite mit der symbolischen Kranzniederlegung. Für Belarus und Russland, die bei den Kämpfen um Wien sehr viele Menschen verloren haben, ist das eine Zeremonie von hohem Gedenkwert. GUS-Botschafter nehmen an allen Veranstaltungen aktiv teil, die mit den denkwürdigen Daten aus dem Großen Vaterländischen Krieg verbunden sind“, erzählte der Diplomat.

Das Heldendenkmal der Roten Armee wurde 1945 zur Erinnerung an rund 17.000 bei der Schlacht um Wien gefallene Soldaten der Roten Armee errichtet.

Am 12. November werden die Staatshäupter Alexander Lukaschenko und Bundespräsident Alexander van der Bellen ein Vier-Augen-Gespräch und anschließen ein Arbeitsgespräch im Beisein der Delegationen führen. Gesprächsthemen werden bilaterale Investitionen, Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, humanitäre Zusammenarbeit sein. In diesen Bereichen haben die beiden Staaten bereits ein hohes Niveau erreicht. Auch werden politische Fragen im Mittelpunkt stehen: die weltpolitische Lage und die Situation in der Region, der Belarus-EU-Dialog, die Kooperation im Rahmen der Östlichen Partnerschaft, umweltpolitische Aspekte.

Auf dem Programm steht auch ein Gespräch mit Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka sowie ein Wirtschaftsforum in der Wirtschaftskammer.

Am Abend wird sich Alexander Lukaschenko bei einem Arbeitsabendessen mit dem Chef der ÖVP und Abgeordneten des Nationalrates Sebastian Kurz treffen.

Im Vorfeld des offiziellen Besuchs des belarussischen Staatschefs in Wien sagte die Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafterin der Republik Belarus in Österreich, Dr. Alena Kupchyna, in einem Interview mit BelTA, dass die bilateralen wirtschaftlichen Beziehungen von einer positiven Dynamik geprägt seien. Man könne von einem nachhaltig wachsenden Geschäftsindex sprechen. Auf beiden Seiten sei das Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit da. In einigen Bereichen wie Maschinenbau, Ölchemie, Logistik, Erneuerbare Energien und Umweltschutz hätten die beiden Länder bereits zukunftsweisende Projekte angefangen. Das gegenseitige Potential in der IKT-Branche führe sie zu einer ernsthaften Zusammenarbeit heran.

Zum belarussisch-österreichischen Wirtschaftsforum werden Vertreter aus Geschäftskreisen kommen, darunter Großindustrielle. Es ist geplant, dass im Verlauf des Forums bilaterale Verträge und Abkommen unterzeichnen werden. Somit werden in mehreren Handlungsfeldern Weichen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gestellt.

„Mit offenem Herzen erwartet Österreich den Besuch des belarussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko“, sagte Vizepräsident der Österreichisch-Belarussischen Gesellschaft David Stockinger im Interview mit dem Staatssender ONT. „Wir sind überzeugt, dass es ein Schritt nach vorne ist und gleichzeitig eine Gelegenheit, wirtschaftliche und humanitäre Beziehungen auf eine solide Basis zu stellen. Österreich war immer für Neutralität eingetreten und ist kein NATO-Mitglied. Belarus ist ein Land, das die anderen zum Frieden anstiftet. Das bringt uns noch näher zusammen. Wir haben uns immer für Dialog und Handel eingesetzt.“

Ende 2018 betrug der Handelsumsatz zwischen Belarus und Österreich 171,4 Mio. USD, der Export 28,4 Mio. USD, der Import 143 Mio. USD und im Januar-September dieses Jahres 131,5 Mio. USD (109,2% gegenüber dem Vorjahresniveau).

Die belarussischen Hauptexportgüter sind Metallprodukte, isolierte Drähte und Kabel, Möbel, spezifische Waren und Ölprodukte. Pharmazeutische Produkte, Maschinen und Ausrüstungen, Beschläge und Befestigungen für Möbel und Türen sowie Lebensmittel werden hauptsächlich aus Österreich importiert.

Der Export von Dienstleistungen nach Österreich (78% im Transportbereich) betrug im Vorjahr $116,1 Mio. und stieg im Januar-August 2019 um mehr als 20% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Österreich zählt kontinuierlich zu den größten Investoren in Belarus. Im Jahr 2018 wurden 296,7 Mio. USD an Investitionen eingeworben, das Wachstum in diesem Segment ist auch im laufenden Jahr zu verzeichnen.

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