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26 April 2021, 12:45

Lukaschenko: Nach Tschernobyl wollten Belarussen die betroffenen Regionen zum Leben erwecken

BRAGIN, 26. April (BelTA) – Nach der Katastrophe von Tschernobyl haben sich die Menschen in Belarus zusammengetan, um die betroffenen Regionen zu erhalten. Das sagte Präsident Alexander Lukaschenko heute bei einer Gedenkveranstaltung zum 35. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe.

„Die Katastrophe von Tschernobyl hat das Leben von Millionen verändert. Das war eine nationale, ökologische, wirtschaftliche und soziale Tragödie für das belarussische Volk“, sagte der Staatschef.

Über 30 Prozent der radioaktiven Niederschläge von Tschernobyl gingen auf dem belarussischen Territorium nieder – rund ein Viertel aller Wälder, über 100 Rohstoffvorkommen, 265 Tsd. Hektar fruchtbarer Böden und 340 Industriegelände wurden kontaminiert. Der Gesamtschaden belief sich auf 33 Staatshaushalte von 1985. Die Folgen der Katastrophe für die menschliche Gesundheit kann man heute noch kaum einschätzen.

„Wir sahen uns zum ersten Mal mit dem schrecklichen Begriff „Sperrzone“ konfrontiert. Auf einmal war alles verboten – kein Saat, keine Ernte, keine Beeren und Pilze. Die Waldfrüchte waren vergiftet. Man durfte weder angeln noch im Fluss schwimmen. Die Dörfer stellten ein großes Risiko für das Leben und die Gesundheit dar. In friedlichen Zeiten haben wir gespürt, wie es ist, wenn man seine Heimat verliert“, sagte Alexander Lukaschenko. Fast 500 Siedlungen verschwanden von der Landkarte, für mehr als 300 000 Menschen gab es kein eigenes Haus mehr, fügte er hinzu.

Belarus habe nie vorgehabt, die betroffenen Gebiete ganz zu versperren oder abzuriegeln. Ganz im Gegenteil, die Tschernobyl-Katastrophe habe die Menschen in ihrem Wunsch vereint, diese Region am Leben zu erhalten. Die Menschen seien nur stärker geworden. „Wir haben uns daran erinnert, was uns unsere Väter und Großväter gelehrt haben: Nie aufgeben und nie auf Knien zu stehen!“ sagte Alexander Lukaschenko.

In Belarus sind inzwischen 5 Tschernobyl-Programme umgesetzt worden. „Wir haben Wiesen und Felder zum Leben erweckt, Städte und Dörfer in Ordnung gebracht, moderne Infrastruktur errichtet – auf diese Weise konnten wir die kontaminierte Fläche Hektar um Hektar zurück erobern. Heute sinkt die Zahl jener Orte, wo die erlaubte radioaktive Strahlung die Grenzwerte überschreitet. Aber was viel wichtiger ist: Wir produzieren wieder Lebensmittel, die man essen darf. Hier wohnen die Menschen, hier werden Familien gegründet und Kinder geboren“, erzählte der Präsident.

In der Region Polesje wurde viel getan, damit hier die Normalität einkehrt. Der Staat stellt aber noch mehr Aufgaben für die Entwicklung dieser Region. Alexander Lukaschenko ist überzeugt, dass diese Aufgaben gelöst werden können. „Wir wollen aber auch, dass die Spuren der technogenen Katastrophe der Vergangenheit angehören. Wir werden die Heldentat der Liquidatoren nie vergessen“, resümierte er.

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