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Präsident
17 Juni 2022, 16:43

Lukaschenko: Niemand weiß, wie sich die Situation in der Ukraine entwickelt. Das ist erst der Anfang

BOBRUISK, 17. Juni (BelTA) – Niemand weiß heute, wie sich die Situation in der Ukraine entwickeln soll. Dass es aber eines der Elemente der Neuaufteilung der Welt ist, ist offensichtlich. Das sagte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko bei seinem Besuch im Produktionsbetrieb der OAO Belshina (Reifen) in Bobruisk.

Alexander Lukaschenko sagte, dass heute niemand in der Lage sei, irgendwelche Prognosen aufzustellen. Er treffe sich regelmäßig mit Wladimir Putin und bespreche viele Themen, von Wirtschaft und Sicherheit bis hin zu den militärischen Fragen. „Das ist erst der Anfang. Alles, was heute in der Ukraine passiert, ist erst der Anfang. Eine umfassende Neuaufteilung der Welt zeichnet sich ab. Deshalb ist es schwer zu sagen, was weiter kommt. Es wird schwierig sein. Die Staaten werden hart angegriffen. In erster Linie werden kleinere und mittlere Staaten leiden: Belarus, Tschechien, Österreich, die Schweiz. Niemand wird sich verstecken können. Auf sie wird ebenfalls eingehauen. Die Welt wird eine andere sein.“

Alexander Lukaschenko betonte, dass sich Russland nach wie vor für eine Beilegung des Konflikts einsetzt, die am Verhandlungstisch erzielt werden kann. Die Ukraine hat auf Befehl aus den USA auf die Verhandlungen verzichtet. Die Ukraine wird aus den USA und Großbritannien gesteuert. Die Polen mischen sich kräftig ein, weil sie in diesem Konflikt sehr große Profite für sich erhoffen. Polen träumt bereits von der Westukraine und dass es sich schnappen kann. „Wir werden das nicht so stehen lassen. Wir werden darauf reagieren müssen. Wir lassen es nicht zu, dass uns Polen umzingelt. Das ist sehr gefährlich. Ich habe früher gesagt: es kommt Zeit, da wird die Ukraine Belarus und Russland darum bitten, sie von den Polen zu befreien, um ihre territoriale Integrität zu schützen.“

Polen agiert so dreist in der Ukraine, weil es von den USA angefeuert wird. Die USA finanzieren das ganze Geschäft, geben Waffen, verlegen Truppen. „Das sehen wir alles. Ich habe deshalb unsere westlichen und südlichen Staatsgrenzen verstärkt. 10 Militärverbände stehen entlang der Grenze und stärken unseren Grenzern den Rücken. Niemand darf in Belarus einmarschieren. Und solche Ideen standen bereits im Raum“, sagte Alexander Lukaschenko.

Der Präsident ist überzeugt, dass der Westen versucht, Belarus in diesen Konflikt hineinzuziehen. „Putin hat mich nie gebeten, jemanden in der Ukraine zu töten und etwas Ähnliches zu tun. Der Westen aber treibt uns in diesen Konflikt. Er will sowohl mit Russland als auch mit Belarus fertig werden und eine Front aufzubauen – von St. Petersburg bis nach Rostow. Sie wollen diesen „belarussischen Balkon“ zerstören. Im Jahr 2020 hat das nicht geklappt. Sie tun es wieder, aber jetzt mit anderen Methoden“, sagte der Staatschef.

Alexander Lukaschenko sagte, es liege ihm viel daran, sein Land in diesen heißen Konflikt nicht hineinziehen zu lassen. Er wolle keinen Krieg auslösen. „Wir müssen unseren Boden verteidigen. Das gelingt uns bisweilen, Gott sei Dank. Mein Ziel ist es nicht, dass wir uns diesem Konflikt so lange wie möglich fern bleiben. Mein Ziel ist, dass dieser Konflikt so bald wie möglich zu Ende ist.“, sagte er.

Die geplante Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz, Staatspräsident Frankreichs Emmanuel Macron und Ministerpräsident Italiens Mario Draghi nach Kiew rief beim belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko Verwunderung hervor: „Was war das Ziel? Es ist noch nicht klar. Aber Europa braucht auch keinen Krieg. Nur haben Sie wohl bemerkt – in der Delegation gab es weder einen Polen noch einen Briten noch einen US-Amerikaner. Deshalb wirft diese Visite bestimmte Fragen auf. Entweder hat Europa beschlossen, den Konflikt einzudämmen und den Krieg zu beenden, oder es ging ein Befehl von den USA aus: Geht doch in die Ukraine, unterstützt Selenskyj und versprecht Waffen.“

Alexander Lukaschenko hält die zweite Variante für höchstwahrscheinlich, weil der französische Präsident bereits heute der Ukraine modernste Waffen zugesagt hat. „Dort wird etwas organisiert. In der nächsten Zeit werden wir mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin darüber beraten. Niemand kann heute genau sagen, wie sich die Ereignisse entwickeln werden. Es gibt genug Ungewissheiten“, sagte Alexander Lukaschenko.

In diesem Zusammenhang rief der belarussische Staatschef zur Einheit auf. „Es wird schwierig sein. Wir brauchen diesen Zusammenhalt, diese Einheit. Wir haben unser Bestes zu tun, um das eigene Land zu verteidigen. Unsere Wirtschaft ist stark und hat sich weltweit etabliert. Wir stellen Nahrungsmittel und Kleidung her. Wir produzieren viel, was die Menschen im Alltag so brauchen.“

Der Präsident versicherte auch, dass Belarus in der Ukraine keinen Krieg führen will. „Gestern wurde ich gefragt, ob die belarussische Armee in die Ukraine einmarschieren wird. Ich sagte: Wir werden nirgendwo einmarschieren, solange die Ukraine die rote Linie nicht überschreitet. Soll irgendjemand unsere Staatsgrenze verletzen oder unsere Ölraffinerie in Mosyr als militärisches Ziel ins Visier nehmen – und diese verrückte Idee stand bereits im Raum – werden wir sofort reagieren. Daher: Fassen Sie uns nicht an, und wir werden Sie nicht angreifen. Wenn Sie unsere Menschen entführen, werden wir sie befreien. Im Rahmen einer vielschichtigen Operation. Wenn es uns nicht gelingt, diese Menschen auf friedlichem Wege zu befreien, dann werden wir eine Militäroperation anordnen. Aber wir lassen unsere Leute nicht im Stich. Anders geht es nicht“, sagte der belarussische Staatschef.

Darüber hinaus machte Alexander Lukaschenko darauf aufmerksam, dass eine gute militärische Ausbildung und die Stärkung der belarussischen Armee heute von Bedeutung sind: „Wir werden unsere Männer ausbilden. Die Zeit ist reif. Je zahlreicher wir sind und je stärkere Waffen wir haben, desto ruhiger werden wir sein. In der Ukraine wird man wissen: Wenn sie Mosyr angreifen, werden wir Kiew angreifen, ohne in die Ukraine einmarschieren zu müssen. Das müssen sie verstehen. Aber für einen Angriff sollen passende Waffen vorhanden sein. Wir haben solche Waffen“.

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