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Präsident
02 August 2022, 14:16

Lukaschenko rät serbische Staatsführung ab, auf mehreren Stühlen gleichzeitig sitzen zu wollen

MINSK, 2. August (BelTA) – Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat im Gespräch mit Journalisten die Verschärfung der Lage in Serbien kommentiert und die Möglichkeit in Aussicht gestellt, dieses Land zu unterstützen.

„Man sollte zwischen der Staatsführung und dem einfachen Volk trennen. Was würden Sie an meiner Stelle tun? Natürlich braucht das serbische Volk Hilfe und wir werden es unterstützen. So sind wir geschaffen. Aber wir schauen auch darauf, welche Politik Serbien gegenüber Belarus verfolgt. Und wenn sie auf mehreren Stühlen gleichzeitig sitzen wollen, dann wird das nicht gelingen. Sie wollen sowohl mit uns und Russland als auch mit der EU und den USA etwas zu tun haben. Sie wollen eine erfolgreiche Politik in alle Richtungen betreiben. Aber niemand wird es ihnen erlauben, auf mehreren Stühlen zu sitzen, vor allem nicht die EU, in der Serbien ein Mitglied sein will. Das ist ein Problem“, sagte der Präsident.

Auf die Frage, was Belarus für Serbien tun könne, antwortete Alexander Lukaschenko, dass er darüber nachgedacht habe. „Zunächst einmal würde ich gerne sehen, wie sie sich verhalten haben, als sie Sanktionen gegen uns verhängt haben.“

Der Präsident erinnerte daran, dass er Serbien 1999 besucht hat. Damals wurde das Land von NATO bombardiert. Die Reise war sehr riskant, trotzdem wollte er sie nicht abbrechen. Jahre später hat sich die serbische Staatsführung einigen Sanktionen angeschlossen. „Und ich überlege es mir so: Serben sind doch unser Volk. Sie sind gute, vernünftige Menschen. Irgendwo hatten sie kein Glück gehabt, aber das kann jedem passieren“, sagte der Präsident.

Eine internationale Mission unter der Schirmherrschaft der NATO hat sich im selbsternannten Kosovo (KFOR) bereit erklärt, in die Situation an der Grenze zwischen Kosovo und Serbien einzugreifen, wenn die Stabilität in der Region gefährdet ist.

Am 31. Juli eskalierte die Lage im Kosovo ernsthaft. Der Konflikt wurde von der kosovarischen Polizei ausgelöst, die zwei Kontrollpunkte in Zentralserbien blockierte. Die im Norden des Kosovo lebenden Serben protestierten und blockierten die Hauptverkehrsstraßen.

Zuvor hatte der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic erklärt, dass die Lage im Kosovo für die Serben sehr kompliziert ist. Er kündigte außerdem an, dass der Kosovo am 1. August eine Klage zur Ungültigkeitserklärung serbischer Dokumente einleiten werde.

Vucic rief dazu auf, nicht auf Provokationen einzugehen und den Konflikt durch die Wahrung des Friedens zu verhindern. Der serbische Präsident appellierte auch an die Länder, die die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt haben: „Ich bitte auch die Vertreter der mächtigen und großen Länder, die die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt haben, sich ein wenig um das Völkerrecht zu kümmern, mit der Realität vorsichtig zu sein und nicht zuzulassen, dass die heutige Station einen Konflikt verursacht.“

Der serbische Staatschef versicherte, er werde für den Frieden beten, aber eine Kapitulation komme nicht in Frage. Vucic zufolge wird das Land die Verfolgung und Tötung von Serben nicht tolerieren und auf jeden Fall gewinnen.

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