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30 August 2025, 09:31

Lukaschenko reist zu einem Arbeitsbesuch nach China

MINSK, 30. August (BelTA) – Der Präsident der Republik Belarus, Alexander Lukaschenko, begibt sich auf einen Arbeitsbesuch in die Volksrepublik China.

Das Flugzeug des Staatsoberhauptes startete vom Flugplatz in Bolbassowo (den Tag vor dem Besuch verbrachte Alexander Lukaschenko in seiner kleinen Heimat) und nahm Kurs auf die chinesische Stadt Tianjin, wo vom 31. August bis zum 1. September der Gipfel der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit stattfindet.

Über die Bedeutung der Mitgliedschaft in der „Shanghai-Familie“ für Belarus

Der aktuelle Gipfel wird der größte in der Geschichte der Organisation sein. Belarus ist übrigens beim letztjährigen Gipfel als Vollmitglied der SOZ beigetreten. 

Derzeit gehören 10 Staaten der SOZ an. Dies sind Belarus, Indien, Iran, Kasachstan, China, Kirgisistan, Pakistan, Russland, Tadschikistan und Usbekistan. 

Wie die Pressestelle des belarussischen Präsidenten mitteilte, wird Alexander Lukaschenko in seiner Rede auf der Sitzung des Rates der Staatschefs der SOZ die Vorschläge der belarussischen Seite zur weiteren Entwicklung der vielschichtigen Zusammenarbeit innerhalb der „Shanghai-Familie“ vorstellen und die wichtigsten Fragen benennen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Es wird erwartet, dass die Staatschefs unter den wichtigsten Dokumenten die Tianjin-Erklärung verabschieden und die Entwicklungsstrategie der SOZ für die nächsten 10 Jahre bis 2035 bestätigen werden. Darüber hinaus ist geplant, eine Reihe weiterer Fragen in den Bereichen Sicherheit, wirtschaftliche und humanitäre Zusammenarbeit zu erörtern, entsprechende Beschlüsse zu fassen, gemeinsame Erklärungen zu verabschieden und zwischenstaatliche Abkommen zu unterzeichnen.

Der Präsident von Belarus wird auch am Gipfeltreffen im Format „SOZ Plus“ teilnehmen. Zu den Teilnehmern der Sitzung gesellen sich die Staatschefs der Beobachterstaaten, Leiter internationaler Organisationen und hochrangige Gäste, die von der chinesischen Präsidentschaft eingeladen wurden. Insgesamt sind es mehr als drei Dutzend Staatschefs und Leiter internationaler Organisationen.

In einem Interview mit der China Media Group, das am Vorabend des Besuchs veröffentlicht wurde, sprach Alexander Lukaschenko darüber, wie er die Mitgliedschaft von Belarus in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit bewertet.

„Es ist für uns sehr wichtig, wie Sie gesagt haben, Teil dieser Familie zu sein. Es inspiriert jedes Volk, auch das belarussische, dass ihr Präsident Teil dieser soliden Familie ist“, erklärte der Staatschef.  

Alexander Lukaschenko betonte, dass die SOZ-Mitglieder Staaten sind, die heute in vielerlei Hinsicht die Entwicklung der Welt bestimmen. Eine Art Kern bilden so mächtige Länder wie Russland, China und Indien, um die sich andere entwickelte und fortschrittliche Länder versammelt haben.

„Wir haben eine starke Währung, den Yuan, an dem sich heute sehr viele Länder orientieren, darunter auch wir. Wir haben bereits mehr Abrechnungen in Yuan als in Dollar. Dies hängt auch mit den Sanktionen zusammen, die von den Vereinigten Staaten von Amerika unüberlegt verhängt wurden. Die Rupie und der russische Rubel sind ebenfalls starke Währungen. Deshalb verfügen wir auch in finanzieller Hinsicht über eine gewisse Macht. Wirtschaftlich und politisch kann ohne SOZ-Länder keine der Fragen gelöst werden“, so der Staatschef.

Alexander Lukaschenko führte auch Daten an, wonach der absolute Großteil des belarussischen Warenumsatzes und Exports auf die SOZ-Länder entfällt. Auf der Plattform der Vereinigung werden verschiedene Probleme und Perspektiven diskutiert.

„Es ist eine große Ehre (Mitglied der SOZ zu sein. – Anm. BELTA), aber auch sehr nützlich für unsere Wirtschaft und Industrie. Besonders für die Industrie. In China bekommen wir alles, was wir früher im Westen gekauft haben: Motoren, Hydraulik und Ersatzteile für unsere Autos“, nannte der Präsident einen der Bereiche der Zusammenarbeit.

Alexander Lukaschenko erklärte, er trete für eine schnellere Entwicklung der  Zusammenarbeit im Rahmen der SOZ ein. „Vielleicht hätte man schon längst eine eigene Währung für internationale Abrechnungen schaffen sollen. Vielleicht wird es der Yuan sein, vielleicht eine andere gemeinsame Währung“, sagte er.

Über die Erwartungen an die Parade in Peking

Auf Einladung der Führung der Volksrepublik China wird Alexander Lukaschenko am 3. September in Peking an den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Sieges über den japanischen Militarismus und das Ende des Zweiten Weltkriegs teilnehmen. Der Präsident von Belarus wird bei der Parade auf dem Tian'anmen-Platz anwesend sein.

Der belarussische Staatschef hat bereits an ähnlichen Veranstaltungen zum 70. Jahrestag dieser denkwürdigen Ereignisse teilgenommen. In dem bereits erwähnten Interview wurde er gefragt, ob er diesmal besondere Erwartungen hat.  

„Ich möchte in zehn Jahren sehen, was Sie in militärischer Hinsicht und hinsichtlich der Verteidigungsfähigkeit Chinas erreicht haben, und dies mit der Situation vor zehn Jahren vergleichen. Damals war es sehr stark, sehr mächtig. Sie haben die modernsten Waffen gezeigt. Ich denke, dass Xi Jinping unsere Erwartungen erfüllen und uns nicht enttäuschen wird. Er wird alles zeigen, was Sie heute in der Volksrepublik China an modernster Technologie haben“, sagte der belarussische Staatschef.  

Über die bilaterale Agenda während des Besuchs 

Die Tage des belarussischen Präsidenten in China werden auch mit Gesprächen mit seinen Amtskollegen ausgefüllt sein. Besondere Aufmerksamkeit soll den Fragen der Entwicklung der belarussisch-chinesischen Zusammenarbeit gewidmet werden.

In einem Interview erklärte Alexander Lukaschenko, dass Belarus in vielen Fragen von China lernt und dessen Erfahrungen übernimmt: „Ich bin fest davon überzeugt, dass man China nicht nur beobachten, sondern bestimmte Dinge übernehmen und in die eigene Realität übertragen sollte.“
Im Jahr 2022 wurde das Niveau der bilateralen Beziehungen zwischen Belarus und China zu einer allwetterfähigen und umfassenden strategischen Partnerschaft ausgebaut. „Wir sehen dies, da es sich in unserer Zusammenarbeit vor allem im wirtschaftlichen Bereich widerspiegelt. Was die Politik betrifft, so möge Gott geben, dass unsere Wirtschaft, unsere wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen das Niveau der Politik erreichen“, sagte der Staatschef.

Dabei wies Alexander Lukaschenko darauf hin, dass es zwischen Belarus und China keine Probleme und Meinungsverschiedenheiten gibt: „Wenn es darum geht, eine Frage zu klären, eine gemeinsame Entscheidung zu treffen oder sich gegenseitig zu unterstützen, reicht ein Anruf von Peking nach Minsk oder umgekehrt. Und wir werden uns innerhalb weniger Minuten über alles einigen.“
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