Projekte
Services
Staatsorgane
Flag Mittwoch, 30 November 2022
Minsk -5°C
Alle Nachrichten
Alle Nachrichten
Präsident
01 September 2022, 15:38

Lukaschenko: Warum haben wir es zugelassen, dass drei Brudervölker gegeneinander ausgespielt wurden?

MINSK, 1. September (BelTA) – Warum haben wir es zugelassen, dass drei Brudervölker gegeneinander ausgespielt wurden? Diese Frage stellte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko während der offenen Unterrichtsstunde zum Thema „Historische Erinnerung als Weg in die Zukunft“, die heute im Palast der Unabhängigkeit stattfand.

„Leider wissen wir heute nicht, was auf uns morgen zukommt. Der Krieg steht buchstäblich vor der Tür. Und wie es in der Geschichte so oft der Fall war, haben die so genannten westlichen Partner unsere drei Brudervölker – Belarussen, Russen und Ukrainer – gegeneinander ausgespielt. Eine direkte Konfrontation. Und wo waren wir? Sind wir etwa kopflos? Warum haben wir es zugelassen, dass sie uns gegeneinander ausspielen? Und wer steckt dahinter? Wieder die polnischen Machteliten und noch ca. 55 Staaten. Polen nutzt die aktuelle Lage aus und will die Rzeczpospolita wieder aufbauen. Polnische Bürger haben in der Ukraine Sonderrechte erhalten. Ich habe in diesem Zusammenhang schon einmal gesagt, dass ich befürchte, dass die Ukrainer in naher Zukunft ihren Kampf gegen Russland beenden und uns darum bitten werden, sie vor der Polonisierung und dem heimtückischen Vorstoß Polens und anderer Länder nach Osten zu schützen. Denn es sieht danach aus, dass man dieses Land in Stücke schneiden will“, sagte Alexander Lukaschenko.

„Darüber hinaus sieht es so aus, als hätte Polen seine territorialen Ansprüche an die Ukraine vergessen“, sagte der belarussische Staatschef. „Polen hat das Massaker in Wolhynien vergessen. Und die Ukraine hat Polen alles verziehen, was es an ihren - wie sie immer noch glauben - östlichen Grenzen angerichtet hat. Nebenbei profitiert die polnische Regierung von den Flüchtlingen und erhöht ihr Gewicht in Europa. Die Ukraine stürzt hingegen in den Abgrund, das ukrainische Volk wird ausgeraubt. Alles wiederholt sich. In den beiden Weltkriegen hat man aus Belarus Holz, Torf, Vieh und Getreide ausgeführt. Heute werden Schwarzerde, Getreide und andere Ressourcen aus der Ukraine ausgeführt. Wohin denn? Etwa nach Afrika, um die hungernde Bevölkerung zu ernähren? Gar nicht. Alles wird nach Europa gebracht“, sagte er. „Noch eine Frage: Was ist die Europäische Union? Aus den so genannten unabhängigen Quellen erfährt man, dass es sich um eine Union souveräner Staaten handelt. Also ich bitte Sie! COVID hat gezeigt, wer eine wichtigere Rolle spielt und wer mehr Rechte hat. Die Hauptmänner sitzen gar nicht in Brüssel, wo sich angeblich das politische Zentrum der EU befindet. Der Hegemon ist jenseits des Atlantiks. Er glaubt, dass der Atlantische Ozean ihn vor allem schützt und dass er – wie in früheren Zeiten – einfach abwarten kann.“

Die Welt werde nicht mehr die alte sein. Der Präsident betonte, dass die USA nicht länger ein Monopol auf Entscheidungen für andere Länder und Kontinente haben. „Die unipolare Ordnung bricht zusammen und es entstehen neue Machtzentren. Dazu gehören China, Indien, Russland, der Nahe Osten und Lateinamerika. Die Welt wacht auf. In ihrem Bemühen, die Kontrolle zu behalten, verwandeln sich die USA von einem Weltpolizisten zu einem Weltterroristen. Sie zerstören alles, was ihnen als Krise oder Schwäche vorkommt. Wir sehen das an der heutigen Hysterie: In Afghanistan, in der Ukraine, in Taiwan und anderswo noch. Das ist keine Politik, das ist Plünderung schlechthin. Die Loyalsten, die bereit sind, die Befehle der Satellitenmeister zu befolgen, sind die Leidtragenden. Dem Westeuropa wird suggeriert, dass es ein Subjekt der großen Politik ist, aber für diese Subjektivität zahlt Europa einen mehrfachen Energiepreis und muss eine Rekordinflation in Kauf nehmen. In der Tat steht Europa am Rande der größten Lebensmittelkrise in der modernen Geschichte. Trotzdem wird der Bau eines Zauns zwischen dem Westen und dem Osten entlang der belarussischen Grenze vorangetrieben. Es wird ein Krieg bis zum letzten Balten und dem letzten Ukrainer geführt“.

„Ich weiß, dass sich viele von Ihnen fragen: Was kommt als Nächstes? Was wird mit dem Nachbarstaat Ukraine geschehen?“, fügte Alexander Lukaschenko hinzu. „Es geht nicht darum, dass es ein Nachbarstaat ist, wo unsere Menschen, Slawen leben. Wir sind mit dem ukrainischen Volk blutsverwandt. Was wird als Nächstes passieren? Das weiß niemand. Aber wir befürchten, dass es zu einem der größten Konflikte kommen kann. Gott bewahre, dass dabei Nuklearwaffen eingesetzt werden. Die Amerikaner werden sich nicht scheuen, dieses Risiko einzugehen. Aber seien wir ehrlich: Russland kann nicht verlieren. Russland kann dort keine Niederlage erleiden. Und ich und viele Belarussen unterstützen Russland in dieser Hinsicht. Der Westen wirft Russland vor, ein Aggressor zu sein. Dasselbe wirft man uns vor. Hätte Russland seine präventive Sonderoperation nicht gestartet, hätte die Ukraine einen Raketenangriff auf Belarus sicherlich gewagt. Das war die Absicht, uns in diesen Krieg hineinzuziehen. Aber 30 Minuten vor der Ankündigung der militärischen Sonderoperation haben wir diese Gefahr eliminiert. Die Russen haben rechtzeitig die ukrainischen Stellungen entdeckt, wo Raketen gegen Belarus gerichtet waren. Alles wurde vorbereitet. Es waren nicht die Ukrainer, die sich darauf vorbereitet haben. Das waren der Westen und die USA, die sich darauf vorbereitet haben. Und sie werden keinen Hat machen. Sie werden alles tun, um Russland in die Knie zu zwingen. Aber Russland kann nicht in die Knie gezwungen werden.“

Abonnieren Sie uns auf
Twitter
Letzte Nachrichten aus Belarus