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26 November 2021, 16:40

Lukaschenko weist Vorwürfe zurück, Flüchtlingskrise zu seinem Vorteil zu nutzen

MINSK, 26. November (BelTA) – Präsident Alexander Lukaschenko weist alle Vorwürfe zurück, dass Belarus die aktuelle Flüchtlingskrise zu seinem Vorteil nutzt. Das sagte er heute vor Journalisten nach seinem Besuch des Flüchtlingslagers im Transport- und Logistikzentrum Brusgi an der belarussisch-polnischen Grenze.

„Lasst euch von falschen Behauptungen nicht täuschen, dass Belarus angeblich von der Flüchtlingskrise profitiert, dass wir die Menschen zu uns rufen und mit Belavia einfliegen. Das ist totaler Unsinn“, betonte Alexander Lukaschenko.

Belarus sehe sich von der Krise ebenfalls betroffen und habe davon keine Vorteile, sagte er. Anstatt sich mit den dringenden Fragen zu beschäftigen, seien der Staatschef und die Regierung gezwungen, die Flüchtlingskrise zu lösen.

Alexander Lukaschenko ist überzeugt, dass der Westen in dieser Situation einen großen Vorteil ziehen will. „Sie nutzen diese Situation aus, vor allem Polen. Nicht aus eigener Regie, natürlich… Die USA sagen den Polen, was sie zu tun haben.“

Den Vorwurf, Belarus würde Flüchtlinge aus aller Welt, darunter auch aus Somali, an die EU-Grenze bringen, hat Alexander Lukaschenko ebenfalls bestritten. „Ich habe keinen Wunsch und keine Möglichkeit, all die Flüchtlinge zu sammeln“, betonte er.

Dennoch sei Belarus unter diesen Bedingungen nicht bestrebt, den Westen vor Migrantenströmen zu schützen. „Ihr habt gegen mich Sanktionen eingeführt, ihr habt mir die Schlinge um den Hals geworfen, um mich zu erwürgen, und ihr, Halunken, erwartet noch irgendwelchen Schutz von mir. Das werde ich niemals tun!“, betonte Alexander Lukaschenko.

Alexander Lukaschenko versicherte: Belarus ist bereit, auf jeder Ebene in einen Dialog zu treten, denn es geht um den Schutz der Flüchtlinge.

Die internationale Öffentlichkeit werde belogen und irregeführt, sagte er. Es gebe Fakten, die davon zeugen würden, dass Flüchtlinge auf dem Territorium der EU-Länder geschnappt, an die belarussische Grenze gebracht und dort gelassen würden.

Polnische Grenzsoldaten sprechen sich laut Lukaschenko sogar dafür aus, zur Normalität zurückzukehren zu wollen. „Sie wollen Freunde sein und wie früher in Frieden leben und gemeinsam die Grenze schützen. Wir haben nichts dagegen. Wir warten auf eure Schritte. Warum lasst ihr die Menschen an der Grenze zurück, warum geht ihr mit ihnen wie mit Vieh um? Ihr seid fies, billig und böswillig. Ihr freut euch und jubelt. Ihr gebt uns kein Geld. Aber wir werden alles tun, damit ihr bezahlt. Aber wir kommen auch ohne euer Geld aus.“

Was die finanzielle Hilfe für Flüchtlinge betrifft, so sind in dieses Problem viele Parteien involviert. Die Hilfe kann auch von den Diasporen kommen. Alexander Lukaschenko hat nicht ausgeschlossen, dass der türkische Präsident Erdoğan seine Hilfe anbieten könnte. „Recep ist mein alter Freund. Für diese armen Menschen, für die Moslems, wird er sich schon einbringen und Geld finden“, sagte der Staatschef.

Auf die Bemerkung, dass Polen wichtige Flugrouten für Flüchtlinge zu sperren droht, erwiderte Alexander Lukaschenko, dass die Flüchtlingsströme kaum zu stoppen sind und dass die Menschen neue Fuß-Routen entdecken werden.

„Sie freuen sich viel zu früh. Dieses Problem soll man lösen. Für Russland, Belarus, die Ukraine wird es problematisch werden, wenn die Menschen über unsere Staaten in die EU wandern werden. Das wird eine Katastrophe. Niemand wird garantieren, wer da in dieser Menschenmenge sein wird. Die Flughäfen kontrollieren die Fluggäste sehr streng. Da nimmt man keine Waffen und Sprengstoffe mit. Nicht aber, wenn die Menschen zu Fuß gehen. Diese übermütigen Halunken im Westen wissen nicht, was sie tun. Sollte es in Belarus oder Russland der Fall sein, wird das Leben im Westen zur Hölle werden. Wir werden gezwungen sein, uns zu verteidigen, mit allen Mitteln, die wir zur Verfügung haben.“

Der Staatschef machte erneut darauf aufmerksam, dass die polnischen Politiker die gegenwärtige Flüchtlingskrise dafür nutzen wollen, um an der Macht zu bleiben. Genau das werfen sie dem belarussischen Staatschef vor.

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