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31 August 2025, 07:25

Lukaschenko über die Rolle von Belarus in der SOZ: Unser Land wurde zu einem Bindeglied in Wirtschaftsprojekten

MINSK, 31. August (BelTA) – Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Xinhua“ seine Sichtweise zur Rolle von Belarus in der  Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) dargelegt. 

Der Staatschef unterstrich vor allem, dass die SOZ eine zukunftsorientierte Organisation ist. Ihm zufolge seien im Zuge des Übergangs zu einer gerechten  multipolaren Weltordnung die Einigkeit der Mitglieder der Organisation und ihre Fähigkeit, abgestimmte Entscheidungen zu treffen, von besonderem Wert. Belarus habe dieses Potenzial von Anfang an erkannt und eine richtige Wahl getroffen, fügte Alexander Lukaschenko hinzu. 
„In mehr als 20 Jahren hat die SOZ ein einzigartiges Modell für regionale Sicherheit und Entwicklung auf der Grundlage multilateraler Zusammenarbeit geschaffen. Die Organisation hat bewiesen, dass Sicherheitsfragen nicht durch Konfrontation, sondern durch gemeinsame Maßnahmen gelöst werden können“, sagte der Präsident.

Unter solche Maßnahmen nannte er den Austausch von  Geheimdienstinformationen, die Durchführung von Übungen und den Aufbau von Vertrauen zwischen den Staaten. „Dadurch konnten Hunderte von Terroranschlägen verhindert und ein System geschaffen werden, das Eurasien stabilisiert“, bemerkte das belarussische Staatsoberhaupt. 

Alexander Lukaschenko erinnerte daran, dass es mehrere wichtige Übereinkommen unterzeichnet, eine Regionale Anti-Terror-Struktur (RATS) geschaffen, eine Datenbank zu Bedrohungen aufgebaut und Hunderte von gemeinsamen Operationen durchgeführt worden waren. Es werden regelmäßig Übungen organisiert und die Arbeit im Bereich der Grenzkontrolle und der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität koordiniert. Nach 2020 hat die SOZ neue wichtige Bereiche der Zusammenarbeit hinzugefügt: Cybersicherheit, Biosicherheit und Schutz der öffentlichen Gesundheit. 

„Man kann sagen, dass sich die SOZ zu einem selbstbewussten diplomatischen Akteur auf globaler Ebene entwickelt. Die Organisation bietet einen neuen Ansatz für internationale Beziehungen, der sich von den westlichen Hegemonie-Modellen unterscheidet. Dank dem „Shanghai-Geist“ werden gleichberechtigte Zusammenarbeit und Kompromissfindung gewährleistet. Die SOZ integriert die „One Belt, One Road“-Initiative, formuliert Grundsätze für die digitale Verwaltung und schafft Dialogplattformen für Entwicklungsländer“, meint der Staatschef von Belarus. 

Alexander Lukaschenko wies darauf hin, dass sich Belarus aktiv an den Sicherheitsmechanismen der SOZ beteiligt, darunter auch an den Maßnahmen der Terrorismusbekämpfungsbehörden. Er bemerkte auch, dass die belarussische Seite die SOZ-Länder eingeladen hat, an der Ausarbeitung der „Eurasischen Charta für Vielfalt und Multipolarität im 21. Jahrhundert” teilzunehmen.

„Belarus verfügt über ein gut entwickeltes Grenzkontrollsystem und moderne Mittel zum Schutz vor Cyberangriffen und ist bereit, seinen Partnern einen Technologieaustausch und gemeinsame Übungen zum Schutz kritischer Infrastrukturen vor Cyberangriffen anzubieten“, versicherte der Staatschef. 

Ihm zufolge sei die wirtschaftliche Komponente nicht weniger wichtig für die Aktivitäten der SOZ: „Ich würde sogar sagen, dass sie eine Schlüsselrolle spielen sollte. Dazu müssen wir wirksame Mechanismen für gegenseitige Abrechnungen in nationalen Währungen schaffen und die Investitionsinfrastruktur und Logistik weiterentwickeln.“
Der belarussische Präsident sagte, dass die humanitäre und kulturelle Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Länder arbeiten in den Bereichen Bildung, Justiz und Sozialschutz zusammen und entwickeln dabei den „Shanghai-Geist“ des gegenseitigen Respekts. Der Staatschef betonte eine große und sehr wichtige Arbeit Chinas, das das Konzept einer Gemeinschaft mit gemeinsamer Zukunft für die Menschheit vorantreibt, das in das Kooperationsprogramm von Shanghai eingebunden ist.

„Mit dem Beitritt von Belarus zur SOZ stieg die Zahl ihrer Mitglieder auf zehn, was natürlich ohne falsche Bescheidenheit den Einfluss der Organisation im eurasischen Raum verstärkt hat. Darüber hinaus ist unser Land zu einem Bindeglied in Wirtschaftsprojekten geworden, da sich durch uns neue Wege nach Europa eröffnen“, sagte Alexander Lukaschenko. 

Als er darüber sprach, was Belarus anderen SOZ-Mitgliedern bieten kann, erwähnte der Präsident die Lieferung belarussischer Produkte. Es geht um eine breite Palette - von hochtechnologischer Landtechnik bis hin zu Bio-Lebensmitteln und Kalidüngemitteln. Hier nimmt Belarus eine der weltweit führenden Positionen ein. 

„Die belarussischen Erfahrungen im Maschinenbau, in der Lebensmittelproduktion sowie die etablierten Technologien zur tiefen Verarbeitung verschiedener Rohstoffe können die Grundlage für neue gemeinsame Industriecluster im Rahmen der SOZ bilden“, so Alexander Lukaschenko. 

Laut dem Staatschef beteilige sich Belarus aktiv an Foren der Volksdiplomatie und unterstütze verschiedene Formen der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Organisationen und Kulturzentren: „Die SOZ-Universität, Jugendcamps und Austauschprogramme, digitale Bildung, Projekte in den Bereichen Ökologie und künstliche Intelligenz – all dies bildet ein starkes Netzwerk humanitärer Beziehungen.“

Belarussische Universitäten führen erfolgreich Partnerschaftsprojekte mit Hochschulen der „Shanghai-Familie“ durch, unter anderem in den Bereichen IKT, Ingenieurwesen und Biowissenschaften. Das Netzwerk belarussischer Kultur- und Forschungszentren in den SOZ-Mitgliedstaaten wächst rasch. „Sie fördern nicht nur die belarussische Sprache und Kultur, sondern auch bilaterale und multilaterale akademische Forschungen“, so Alexander Lukaschenko. 

Die belarussische Seite messe der Entwicklung der Jugendzusammenarbeit insgesamt große Bedeutung bei, fügte er hinzu. „Jugendaustauschprogramme bleiben eine Priorität: Teilnahme an Foren, Wettbewerben, internationalen Camps, Freiwilligenprojekten und Technologiepartnerschaften“, resümierte das Staatsoberhaupt von Belarus. 
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