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29 August 2025, 16:44

Lukaschenko erzählt, wie sich Belarussen bei der Wahl zwischen Ost und West wie Chinesen verhalten haben

MINSK, 29. August (BelTA) – Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko erzählte in einem Interview mit der China Media Group, wie sich die Belarussen bei der Wahl zwischen Ost und West nach chinesischem Vorbild verhalten haben.
Auf die Frage, wie er die Zukunft von Belarus sieht, wies der Staatschef darauf hin, dass unser Land historisch und geografisch zwischen Ost und West liegt und daher immer dazu gedrängt wird, sich für die eine oder andere Seite zu entscheiden. Besonders deutlich war dies in der Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion zu spüren.

„Nach dem Zerfall der Sowjetunion war Belarus, wie ich oft sage, die sowjetischste Republik. Es war die treueste Republik innerhalb der Sowjetunion“, bemerkte der Präsident. „Unser Volk ist international, es ist daran gewöhnt, in Freundschaft und Eintracht zu leben.“

Anfang der 1990er Jahre befand sich die Wirtschaft von Belarus in einer schwierigen Lage, da die Kooperationsbeziehungen zerstört waren. Früher kamen hierher Zulieferteile und Ressourcen aus Russland, Kasachstan, der Ukraine und den baltischen Staaten. In Belarus wurde das Endprodukt für den Verkauf innerhalb der Sowjetunion und außerhalb ihrer Grenzen hergestellt. „Das erklärt übrigens das hohe intellektuelle und bildungsbezogene Entwicklungsniveau unseres Volkes. Denn wir stellten Endprodukte her: Traktoren, Autos, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Chemieprodukte, Petrochemikalien und so weiter. Alles war auf die Herstellung des Endprodukts ausgerichtet“, erklärte der Staatschef. Er wies darauf hin, dass die in Belarus hergestellten Waren von höchster Qualität waren, weil sie sonst im Ausland einfach nicht gekauft worden wären.

Der Bruch aller etablierten Ketten war sowohl für die Wirtschaft als auch für das Land insgesamt sehr schmerzhaft. Und zu dieser Zeit stellte sich die Frage, in welche Richtung man weitergehen und welchen Weg man für das Land wählen sollte. „Unsere Nationalisten (die übrigens die Ukraine in den Krieg geführt haben) riefen: Wir brauchen weder China noch Russland, wir müssen unseren eigenen Weg gehen, oder im Falle des Falles gemeinsam mit den Polen oder den Amerikanern“, erinnerte der Präsident an diese Ereignisse. „Hätten wir uns damals nicht nach chinesischem Vorbild verhalten, sondern uns dem Westen zugewandt, hätten wir heute kein Land mehr, es wäre einfach zerfallen. Wir hätten keine Wirtschaft mehr. Und wir hätten, wie in einigen postsowjetischen Republiken, permanent diese farbigen Revolutionen. Das wäre ein Geschenk an den Westen gewesen.“
Alexander Lukaschenko betonte, dass man in Belarus in der Situation schwieriger Entscheidungen bildlich gesprochen nach chinesischem Muster vorgegangen sei, d. h. ruhig, überlegt und ohne radikale revolutionäre Entscheidungen. „Nachdem wir uns beruhigt hatten, verstanden wir: Was wir haben, dürfen wir nicht wegwerfen. Wir müssen es weiterentwickeln, verbessern und modernisieren. Und wir dürfen unsere Freunde nicht verlieren, die uns Rohstoffe und Ressourcen geliefert haben, und wir dürfen unsere Märkte nicht verlieren, auf denen wir diese Produkte verkauft haben“, erklärte der Präsident. Seiner Meinung nach sollte sich Belarus auch in Zukunft so weiterentwickeln: ruhig, gelassen, ohne Sprünge, evolutionär.

Nach den Worten des Staatsoberhauptes hat sogar US-Präsident Donald Trump in einem kürzlichen Telefongespräch auf die schwierige Lage hingewiesen, in der sich Belarus aus geografischen und historischen Gründen befindet. „Es gibt kein Land auf der Welt, das sich in einer so schwierigen Lage befindet wie wir. Als wir mit Donald sprachen (am Telefon am 15. August – Anm. BelTA), diskutierten wir etwa 35 Minuten lang einige Probleme... Er war wahrscheinlich nicht auf ein solches Gespräch eingestellt. Aber wir haben uns festgeredet, und er sagte zu mir: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, Ihr Land befindet sich in einer so schwierigen Lage und in einer so schwierigen Zeit, dass nur eine starke Führungsperson all das schaffen kann“, berichtete Alexander Lukaschenko über die Einzelheiten des Gesprächs. 

„Wahrscheinlich hat er sich mit der Situation vertraut gemacht, Belarus kennengelernt und gesehen, dass wir es sowohl im Osten als auch im Westen nicht leicht haben. Im Süden herrscht Krieg, und im Norden haben wir genug von diesen verrückten baltischen Nachbarn. Er stimmte dem zu und sagte, dass Belarus sich in einer sehr schwierigen Lage befindet“, fügte der Staatschef hinzu.
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