
MINSK, 31. August (BelTA) – Staatschef Alexander Lukaschenko betrachtet den Globalen Süden als neues globales Machtzentrum und Belarus als dessen integralen Bestandteil. Diese Meinung des Präsidenten geht aus einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Xinhua“ hervor.
Eine der Fragen an den Staatschef betraf die Entwicklungsperspektiven des Globalen Südens, der vor dem Hintergrund von Herausforderungen wie geopolitischen Spannungen und zunehmendem Protektionismus zu einer wichtigen Kraft für positive Veränderungen wird.
Alexander Lukaschenko stellte fest, dass die Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas aus dem Schatten ihrer kolonialen Vergangenheit heraustreten und sich immer entschlossener auf der Weltbühne behaupten. „Sie wollen nicht mehr nur Lieferanten von Rohstoffen und billigen Waren sein, sondern streben danach, eine bedeutende Rolle in der Weltwirtschaft zu spielen. Und das ist richtig so. Ihr Einfluss wächst zusehends: Das Wirtschaftswachstum vieler Länder des Globalen Südens übertrifft bereits das der entwickelten Staaten des Nordens, Handels- und Finanzzentren verlagern sich allmählich nach Asien“, bemerkte der belarussische Staatschef.
Er wies darauf hin, dass die Länder des Globalen Südens alles Notwendige produzieren – von Rohstoffen bis hin zu Hochtechnologien. Und daher sind sie in der Lage, die Bedürfnisse ihrer Völker vollständig zu decken. „Sie sind vereint durch das Streben nach einer gerechten und gleichberechtigten Welt, in der die Interessen jedes Staates berücksichtigt werden und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Deshalb beobachten wir eine Zunahme ihrer Aktivitäten, eine Stärkung bestehender regionaler Organisationen und die Bildung neuer Zusammenschlüsse und Plattformen“, setzte der Präsident fort. Solche Organisationen wie die SOZ, die BRICS, die ASEAN, die Afrikanische Union und die CELAC ermöglichen es, Positionen zu Schlüsselthemen auf dem Weg zur Schaffung alternativer Institutionen der globalen Governance zu koordinieren.
Alexander Lukaschenko unterstrich, dass die Länder des Globalen Südens eigenständig und nach ihren eigenen Interessen handeln. Sie lehnen es ab, die Entscheidungen anderer automatisch zu wiederholen, bestehen auf einer friedlichen Beilegung von Konflikten, Gleichberechtigung und Offenheit in der Wirtschaft und setzen sich für die Beteiligung aller Länder an der Lösung globaler Probleme, einschließlich Klimaprobleme, ein. „Diese Kraft beeinflusst bereits die Weltordnung, und ihre Rolle wird nur noch zunehmen. Es handelt sich um ein neues Machtzentrum“, so der Staatschef.
„Die Zukunft der entwickelten Länder wird in hohem Maße davon abhängen, wie schnell sie die neue Realität anerkennen, sich von alten Dogmen lösen und lernen, gleichberechtigte, von gegenseitigem Respekt geprägte Beziehungen zum Globalen Süden aufzubauen“, erklärte der Präsident.
Nach seinen Worten teile Belarus die Prinzipien und Ansichten der globalen Mehrheit, sehe sich als Teil davon und beteilige sich aktiv an der Gestaltung einer neuen Weltordnung. „Wir sind der SOZ beigetreten und sind Partner der BRICS geworden, mit konkreten Vorschlägen, die bereits umgesetzt werden und Ergebnisse bringen. Wir sind nicht mit leeren Händen gekommen, sondern mit einer klaren Agenda und vielversprechenden Projekten in den Bereichen Energie, Verkehr, Logistik, Finanzen, industrielle Zusammenarbeit, Ernährungssicherheit, Handel und Technologie. Und für die Zukunft hoffen wir auf eine Fortsetzung der fruchtbaren Zusammenarbeit mit China als einem der unbestrittenen Führer des Globalen Südens und der ganzen Welt. Zum Wohle unserer Länder, zum Wohle unserer Völker“, resümierte Alexander Lukaschenko.