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Präsident
13 Oktober 2021, 20:12

Neues Bildungsgesetzbuch: Welche Reformen sind zu erwarten?

Am Dienstag, dem 12. Oktober, hielt der belarussische Präsident eine Besprechung über die Reform des Bildungssystems ab. Der Landesweite Pädagogische Rat hat am 24. August eine neue Fassung des Bildungsgesetzes und Änderungen der Zulassungsregeln für Fachschulen und Hochschulen erörtert.

Der Entwurf des Gesetzbuches wurde in erster Lesung angenommen und für die zweite Lesung vorbereitet. Da es aber seit langem Tradition ist, dass der Präsident die wichtigsten Gesetze im großen Kreis diskutiert, wurde beschlossen, die neue Fassung des Bildungsgesetzbuches zu besprechen. Wie Alexander Lukaschenko während des Treffens erklärte, ist die Korrektur dieses Dokuments mit der Verabschiedung einer neuen Verfassung vergleichbar, „und das Wichtigste ist, keinen Schaden anzurichten“. Wann wird sich die Gesetzgebung im Bildungsbereich ändern und was bedeuten die Neuerungen für Schüler, Lehrer und ihre Eltern?

Warum werden Anpassungen am Bildungsgesetz vorgenommen?

Der Entwurf des Gesetzes wurde im April dieses Jahres von den Abgeordneten in erster Lesung verabschiedet. Bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs in einer Sitzung der Repräsentantenkammer erklärte Bildungsminister Igor Karpenko, dass die gesetzlichen Bestimmungen darauf abzielen, die staatliche Bildungspolitik weiter zu verbessern, die Qualität der Bildung zu steigern, ihre Struktur und ihren Inhalt zu klären und das Ansehen der belarussischen Bildung auf globaler Ebene zu stärken.

„Das Dokument fügt sich organisch in die mittel- und langfristigen Pläne zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung unseres Staates ein. Die neue Fassung des Bildungsgesetzes, das aus 17 Kapiteln, 64 Abschnitten und 297 Artikeln besteht, hat zahlreiche Änderungen und Ergänzungen erfahren. Sie betreffen sowohl das Bildungssystem als Ganzes als auch die einzelnen Ebenen“, sagte Igor Karpenko.

Welche konkreten Änderungen werden am Bildungsgesetz vorgenommen?

Die Neuerungen im aktualisierten Kodex lassen sich in mehrere Blöcke unterteilen. Insbesondere werden in dem Dokument Normen zu allgemeinen Fragen der Verbesserung des Bildungssystems angepasst. „Es wird eine neue Definition der Bildung selbst vorgeschlagen. Ihr Ziel ist nicht nur die vielseitige Entwicklung der Persönlichkeit, sondern auch die Aneignung von Kompetenzen, d.h. die Fähigkeit, Tätigkeiten im Einklang mit der erhaltenen Ausbildung auszuführen“, sagte Igor Karpenko beim jüngsten Treffen mit dem Präsidenten.

Die Grundsätze der staatlichen Bildungspolitik werden durch die Inklusion und die obligatorische allgemeine Sekundarschulbildung ergänzt. Darüber hinaus berücksichtigt die integrative Bildung die individuellen Eigenschaften jedes Schülers, nicht nur die von Schülern mit Behinderungen, wie es früher der Fall war.

Eine der wichtigsten Neuerungen des Kodex wird die Ausweitung der gezielten Ausbildung sein. Mit anderen Worten: Alle Organisationen, die einen voraussichtlichen Personalbedarf haben, können als Kunden für die richtigen Spezialisten auftreten.

Der Kodex sieht auch neue Ansätze für die abschließende Zertifizierung von Studenten vor. Für die Absolventen der 11. Klasse werden die Abschlussprüfungen in der belarussischen und russischen Sprache und Mathematik mit den zentralen Prüfungen kombiniert. Dadurch wird die Belastung der Lernenden verringert und eine Form der unabhängigen Zertifizierung geschaffen.

Übrigens waren nicht alle Teilnehmer der Sitzung damit einverstanden, dass eine solche Prüfung eingeführt wird. Die Einführung des nationalen Staatsexamens soll eines der Diskussionsthemen sein.

„Treffen, Dialogplattformen und Gespräche mit Absolventen und Eltern haben gezeigt, dass die Einführung einer Prüfung, die gleichzeitig Abschluss- und Aufnahmeprüfung sein wird, eine Reihe von Problemen lösen und bestimmte Fragen ausräumen kann. In erster Linie die Belastung auf Absolventen. Heute muss man Abschlussprüfung an einer Schule ablegen und nach kurzer Zeit eine zentralisierte Prüfung. Mit dem Ablegen einer Einheitsprüfung wird der Absolvent in der Lage sein, sich auf die Immatrikulation besser vorzubereiten. Eine Einheitsprüfung ist eine Erleichterung für Eltern, Kinder und Lehrer selbst“, sagte eine Teilnehmerin des Pädagogischen Rates.

Eine weitere Neuerung des Gesetzes ist die Einführung der Möglichkeit, die Kosten für private Schulen zu finanzieren, um den Zugang zur Bildung für Kinder zu gewährleisten, für die es keine kostenlosen Plätze in staatlichen Einrichtungen gibt.

Es gibt jedoch eine schlechte Nachricht für die Schüler: Die Gründe für Entfernung von der Hochschule werden erweitert. Diese Norm sieht vor, dass bei Verstoßen gegen die öffentliche Ordnung und die öffentliche Moral oder gegen den Staat die Entfernung aus der Bildungseinrichtung erfolgt.

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