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Präsident
09 September 2022, 13:24

Staatschef will Ordnung bei der Finanzberatung der Bevölkerung schaffen

MINSK, 9. September (BelTA) – Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat heute die Leitung des Ministerrates zu einer Besprechung eingeladen. Im Mittelpunkt stand der Erlass über die Schaffung eines Instituts für die Finanzberatung der Bevölkerung.

„Die Notwendigkeit ist akut, sich gründlich mit allerlei Beratern zu befassen. Skrupellose Makler, die unsere Bevölkerung als „schwarze oder graue“ Makler bezeichnet, nutzen ältere Personen und sogar progressive Jugend aus und gehen unbestraft davon“, sagte der Staatschef.

Die Nationalbank ist dabei, ein Institut für Berater zu schaffen. „Ich habe nichts dagegen, aber was wird uns vorgeschlagen? Es sollen irgendwelche Büros eingerichtet werden, wo man sich von den Bankiers beraten lassen kann, welche Banken es gibt, wo man Kredite aufnehmen kann usw. Wer wird das Angebot dieser Büros in Anspruch nehmen? Leiter des Komitees für Staatskontrolle Gerassimow? Nein. Die Jugend? Nein. Aufgeklärte Menschen, Journalisten... Nein.“

Der Staatschef sagte, dass die oben genannten Personen die notwendigen Informationen ohne Berater finden können, da alles im Internet verfügbar ist. Das heißt, diese Beratung werden in erster Linie Menschen mit niedrigem Einkommen und Rentner aufsuchen. „Und in diesen Büros wird die Beratung nicht kostenlos sein. Wo bleibt die Gerechtigkeit? Wir bauen schließlich einen Staat für das Volk auf. In der Sowjetunion haben wir die Menschen in vielen Bereichen kostenlos beraten. Auch heute gibt es Beratungsstellen, wo man sich frei konsultieren kann. Die Banken sind doch sehr daran interessiert, Kredite zu vergeben. Aber sie wollen jede Gelegenheit nutzen, um die Menschen abzuzocken. Sind unsere Bankiers etwa „arm“? Dieser Gedanke hat mich sofort stutzig gemacht. Deshalb habe ich dieses Dokument zur Seite gelegt und will eine Diskussion anregen.“

Der Staatschef führte seine Position erneut aus. Er sei für die Beratung, aber sie solle kostenlos sein. Berater seien doch nicht arm. „Wer soll hier bitte an unseren Leuten noch mehr Geld verdienen“, fragte der Staatschef.

Alexander Lukaschenko führte einige Beispiele an. Ein Rentnerpaar aus Brest wollte einen Kredit bei der Bank aufnehmen, um ein Datscha-Haus zu bauen. Die Rentner wandten sich an einen Vermittler, der sie davon „überzeugt“ hat, dass die Bank ohne „Finanzberatung“ keinen Kredit vergibt. „Ich sehe bereits, wozu diese Praktik führen wird. Es wird ein Büro eingerichtet, die Bank wird die Kunden zum Berater schicken, um Geld zu verdienen und dieses Geld nachher möglicherweise aufzuteilen. Das kennen wir bereits aus dem Gesundheitswesen. Über 30 Fachärzte kamen ins Gefängnis, weil sie den Patienten künstliche Gelenke von „bestimmten“ Herstellern aufgezwungen haben.“

Der Staatschef erzählte weiter von den Rentnern aus Brest. Sie wurden aufgefordert, tausend Rubel für die Hilfe des so genannten Beraters zu bezahlen. Manchmal ist der Preis noch höher. „Sie gehen in die Bank und die Bank ist eröffnet ihnen eine Kreditlinie. Ohne Vermittlung. Das Rentnerpaar hat beschlossen, auf die Beratung verzichten. Und was tun diese „Gauner“? Sie beginnen, die Rentner zu erpressen. Für eine Dienstleistung, die es im Grunde genommen nicht gegeben hat. Die Rentner waren so erschrocken, dass sie wieder in die Bank gingen und den Kredit zurückgaben. Sie wollten mit der Bank nichts mehr zu tun haben.“

Für derart Pseudo-Dienstleistungen werden die Menschen schlicht abgezockt. Die Vermittler schließen Verträge ab und tragen nachher keine Verantwortung. Dabei sind Informationen, die sie den Kunden für einen Riesenbeitrag auf Papier ausdrucken, im Internet absolut kostenlos zugänglich. Darüber hinaus garantieren diese Berater nicht, dass die Menschen die erforderlichen Kreditprodukte bei der Bank wirklich in Anspruch nehmen können.

Alexander Lukaschenko hat streng gefordert, in diesem Bereich Ordnung und Klarheit zu schaffen. „Finanzberatung ja, aber sie soll kostenlos sein!“, verlangte das Staatsoberhaupt.

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