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29 Juni 2020, 09:48

Wenn Belarus einen unvorsichtigen Schritt macht, so bricht es unter Trümmern internationaler Konflikte zusammen

Alexander Lukaschenko während des Treffens mit Betriebsleitern des Gebiets Minsk. Archivfoto
Alexander Lukaschenko während des Treffens mit Betriebsleitern des Gebiets Minsk. Archivfoto

MINSK, 29. Juni (BelTA) – Wenn Belarus einen unvorsichtigen Schritt unternimmt, so bricht es unter Trümmern internationaler Konflikte zusammen. Das erklärte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko während des Treffens mit Betriebsleitern des Gebiets Minsk aufmerksam. Ein Auszug aus seiner Rede wurde im Fernsehsender „Belarus 1“ gezeigt.

„Wenn wir nur einen unvorsichtigen Schritt machen, so brechen wir unter Trümmern der Widersprüche, Konflikte und Imperien zusammen“, erklärte der Präsident.

Der Staatschef erinnerte an den Widerstand zwischen den USA und China, Konflikte im Nahen und Mittleren Osten sowie in afrikanischen Staaten. Gleichzeitig ist Großbritannien aus der Europäischen Union ausgestiegen, betonte er.

„Die Europäische Union hat uns viel Schlechtes angetan: sie verhängte Sanktionen gegen uns, zog die Grenze im Osten Polens, wollte mit uns nicht kommunizieren. Sie konnte sich Belarus nicht unterordnen. Wir verzichteten darauf. Sie sah ihren Fehler ein. Es gab einen Anlass (Krieg in der Ukraine und Normandie-Format in Minsk), um die Kontakte zu uns wiederaufzunehmen“, erinnerte Alexander Lukaschenko.

Ihm zufolge begann Belarus, Beziehungen mit der EU auszubauen, ohne ihr zu unterordnen. „Wir wollten mit ihnen würdig kooperieren, sie haben es akzeptiert. Es stellte sich heraus, dass Belarus auch für sie wichtig ist. Die Visite vieler Amerikaner, des Außenministers in Belarus beunruhigte unseren Nachbarn im Osten. Wir sind aber ein souveränes, unabhängiges Land und dürfen sowohl unsere Innen-, als auch Außenpolitik bestimmen. Einerseits übte auf uns Russland, andererseits die Europäische Union den Druck aus. Dazwischen gab es noch die Ukraine, in der Krieg geführt wird“, sagte der Staatschef.

Ihm zufolge eskalierten in der Europäischen Union die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich einerseits und zwischen Visegrád-Staaten (Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei) andererseits. „Neue Staaten der Europäischen Union forderten Achtung sich gegenüber. Im Osten wurde Russland in alle Kriege und Konflikte einbezogen. Außerdem erschienen sehr ernsthafte innere Probleme. Sie hängen mit einem Preisrückgang für Kohlenwasserstoffe zusammen, überdies gab es eine politische Pandemie – neue Verfassung“, erläuterte er.

Alexander Lukaschenko nannte Belarus den einzigen Alliierten Russlands. Der Präsident machte darauf aufmerksam, dass Russland von europäischen und ukrainischen Märkten verdrängt wird. Unter solchen Bedingungen kann es Belarus nicht verlieren. „Wird es etwa gegen uns kämpfen? Wir folgen nach Deutschland nach Gaskonsum in Russland, wir verarbeiten viel Erdöl. Natürlich will es nicht Belarus auch im wirtschaftlichen Sinne verlieren. Am wichtigsten ist die politische Rolle von Belarus. Wenn Russland Belarus einbüßt, spürt es den stärksten Schlag in der Innenpolitik“, erklärte er.

Der Präsident wies darauf hin, dass zurzeit die Zukunft des Landes angesichts zahlreicher globaler Konflikte wichtig und nicht das Problem, wer belarussisher Präsident wird (obwohl es auch wichtig ist). „Während Russland früher im Westen agieren konnte (Ukraine, Ostseestaaten), so ist es zurzeit nicht der Fall: Lettland, Litauen, Estland halten Russland für den größten Feind, sie sind Nato-Mitglieder. Polen gehört auch der NATO an. In der Ukraine wird Krieg geführt. Russland besitzt einziges Fenster, um mit Europa zusammenzuarbeiten. Dazu gibt es noch China“, sagte der Staatschef.

Einerseits bietet es Belarus neue Möglichkeiten, andererseits spürt es den Druck seitens unterschiedlicher geopolitischer Spieler.

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