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13 Mai 2022, 14:15

Belarus denkt über Wiederaufnahme von Kalilieferungen an Brasilien nach und will Preise senken

Foto: kali.by
Foto: kali.by

MINSK, 13. Mai (BelTA) – Belarus erörtert die Wiederaufnahme von Kalilieferungen an Brasilien und will Kalipreise senken. Das geht aus einem Interview mit dem belarussischen Botschafter in Brasilien Sergej Lukaschewitsch hervor, das in der brasilianischen Tageszeitung Correio Braziliense veröffentlicht wurde.

„Wir liefern unsere Produkte zu den günstigsten Bedingungen: Belarussische Kalidünger sind um 60 Prozent billiger als Düngemittel aus Russland und Kanada. Es ist eine Tatsache: Der belarussische Kali auf dem brasilianischen Markt ist durch nichts zu ersetzen, weil er fast 20% des brasilianischen Marktes ausmacht. Am 1. Februar 2022 wurde jedoch der Transit nach Brasilien über den traditionellen Seehafen Klaipeda (Litauen) gestoppt, weil die litauische Regierung aus politischen Gründen anders entschieden hat“, so der Diplomat. „Es ist wichtig zu verstehen, dass die Maßnahmen gegen den Transit von Kalidüngemitteln aus Belarus über Litauen nicht mit den militärischen Handlungen in der Ukraine zusammenhängen. Die Sanktionen wurden verhängt, weil die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen in Belarus im August 2020 durch die EU und die USA nicht anerkannt wurden. Durch ihre feindseligen Handlungen wurde vielen Ländern, die auf Kalidünger aus Belarus angewiesen sind, ein großer Schaden zugefügt. Zu solchen Ländern zählen etwa Brasilien, China und Indien.“

Brasilianische Außenhandelsdaten (Comexstat) zeigen, dass von Januar bis März 2022 etwa 612.000 Tonnen Kaliumchlorid aus Belarus, etwa 659.000 Tonnen aus Russland und 719.000 Tonnen aus Kanada nach Brasilien geliefert wurden. Diese drei Länder sind immer noch führend bei der Lieferung von Kalidüngemitteln nach Brasilien und bilden das so genannte „große Trio“.

Nach Angaben von Sergej Lukaschewitsch handeln Belarus und Brasilien neue Optionen aus. Im April 2022 führte die belarussische Delegation eine Reihe von Verhandlungen mit der brasilianischen Regierung sowie mit dem parlamentarischen Agrarblock, dem Bund für Landwirtschaft und Viehzucht. Es wurde festgestellt, dass die brasilianische Landwirtschaft an Kalidüngern zu vernünftigen Preisen interessiert ist. Die aktuellen Preise auf dem Düngemittelmarkt, die durch Lieferschwierigkeiten beeinflusst werden, erhöhen die Kosten der landwirtschaftlichen Produktion in Brasilien aufgrund des eingeschränkten Zugangs zu Kalidüngern.

„Die Wiederaufnahme von Kalilieferungen aus Belarus nach Brasilien wird sicherlich zu einer erheblichen Senkung der Preise auf dem brasilianischen Markt für diese Art von Düngemitteln und zu Kostensenkung für die landwirtschaftliche Produktion führen. Belarus spielt auf niedrigere Kalipreise an. Einige Länder versprechen, beim Kauf von Düngemitteln zu helfen. Aber es ist ein Unterschied, ob man eine Tonne für 1.000 R$ oder für 5.000 R$ kauft“, sagte der Botschafter.

Er ist sich sicher, dass diese Situation eine komplexe Lösung erfordert: „Trotz einiger Zusicherungen von kanadischen Kaliproduzenten scheint es für die brasilianische Landwirtschaft logisch, auf diesem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben und die Lieferkanäle aus Belarus zu erneuern.“

Sergej Lukaschewitsch erinnerte auch daran, dass die belarussische Regierung beschlossen hat, die Ausfuhrverfahren für Kali ab dem 6. April zu liberalisieren. In diesem Zusammenhang kann eine direkte Verbindung zwischen dem Endverbraucher in Brasilien und dem Hersteller von Düngemitteln in Belarus eine effektive Lösung sein. Große landwirtschaftliche Unternehmen in Brasilien könnten die Möglichkeit für direkte Kalibeschaffungen in Belarus ausarbeiten, so der Diplomat. „In der Vergangenheit erfolgte die Lieferung von Kalidüngemitteln aus Belarus nach Brasilien über Zwischenhändler. Als sich die politische Situation verschlechterte, waren die Zwischenhändler nicht in der Lage, eine Lösung zu finden, was dazu führte, dass sie an einem vernünftigen Kalipreis auf dem brasilianischen Markt nicht interessiert waren, ebenso wie an politischem Druck aus den Vereinigten Staaten und der EU“, sagte Sergej Lukaschewitsch.

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