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Wirtschaft
22 September 2021, 15:53

Experte: „Hinwendung nach Asien“ ist ein pragmatisches Ziel

MINSK, 22. September (BelTA) – Die „Hinwendung nach Asien“ ist ein pragmatischer Schritt, der in die Zukunft gerichtet ist. Das sagte Leiter des Belarussischen Instituts für strategische Studien Oleg Makarow am Rande des internationalen Seminars „Aktuelle Fragen der Hinwendung von Belarus nach Asien.“

„Die Hinwendung nach Asien“ ist kein Risiko, sondern eine Herausforderung. Sie wurde zum Teil durch geopolitische Faktoren verursacht, aber die wirtschaftliche Entwicklung Asiens gewinnt neue Eigenschaften, so dass man diese Region nicht nur als die „Werkstatt der Welt“, sondern auch als der „Verbraucher der Welt“ bezeichnen kann. Wir schauen immer aufmerksamer auf diese Region. Das ist absolut gerechtfertigt, und es ist wichtig, dabei nicht zu spät zu sein“, sagte Makarow.

Die innere Entwicklung auf Kosten der neuen Möglichkeiten in Asien ist eine Aufgabe von nationaler Tragweite, sagte der Experte. „Die moderne Welt ist mehr als nur die EU, sie ist viel breiter. Die Hinwendung nach Asien bedeutet keine Trennung von Europa, nur weil man aufgrund von Sanktionen oder ähnlichen politischen Turbulenzen auf Europa sauer ist. Auf keinen Fall. Das ist reiner Pragmatismus. Belarus schaut nicht nur ein Paar Tage voraus, sondern muss in die weite Zukunft hin denken“, so Institutsleiter.

Oleg Makarow betonte, dass der Erfolg der nationalen politisch oder wirtschaftlich motivierten „Hinwendung nach Asien“ in hohem Maße von der humanitären Komponente abhängt. Die Öffentlichkeit und die Fachkreise sollen über die Perspektiven Asiens informiert werden. Die wichtigste intellektuelle und mediale Herausforderung liegt in der grundlegenden Verschiebung dieses Themas in das Zentrum des Massenbewusstseins. Die Welt wird immer weniger universell und fragmentiert. Daher wächst die Bedeutung von Regionen und Regionalstudien. Jeder Teil Asiens sollte daher zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung werden; die Orientalistik sollte als eigenständiger wissenschaftlicher Bereich eingerichtet werden und sich intensiv mit diesen Fragen befassen.

Die Schaffung einer nationalen Business-Schule könnte eine große Hilfe sein. Ihre Gründung könnte in Zusammenarbeit mit führenden Wissenschafts- und Bildungszentren einzelner asiatischer Länder vollzogen werden. Geplant sind spezialisierte Bildungsprogramme mit dem Schwerpunkt Asien. Es besteht ein Bedarf an Orientalisten, die nicht nur ein tiefes Verständnis für die Ereignisse und Prozesse in den asiatischen Ländern haben, sondern auch konkrete Lösungen für die Herausforderungen anbieten können, denen sich die Regierungen und Unternehmen gegenübersehen. So kann beispielsweise die belarussische Diaspora, die bereits gut situiert und relativ erfolgreich in das Geschäftsumfeld der asiatischen Region integriert ist, eine zusätzliche Unterstützung und Ressourcenbasis darstellen.

Für eine „Hinwendung zu Asien“ wäre die Schaffung einer international etablierten Marke der Republik Belarus vonnöten.

Im gegenwärtigen internationalen Gefüge ist eine staatlich dirigierte nationale „Hinwendung nach Asien“ sowohl eine Frage der nationalen Sicherheit als auch eine Reaktion auf die Krise.

Heute veranstaltet das Belarussische Institut für Strategische Studien ein internationales Expertenseminar mit Diskussionen zum Thema „Hinwendung nach Asien“. Führende Experten des Außenministeriums, des Wirtschaftsministeriums, des Nationalen Zentrums für Marketing und Preisstudien, der Belarussischen Industrie- und Handelskammer, der Entwicklungsbank, der Agentur für Außenwirtschaft, des Landesweiten Unternehmerverbands, der Belarussischen Staatlichen Universität, der Belarussischen Staatlichen Wirtschaftsuniversität und der Akademie für öffentliche Verwaltung nehmen an der Veranstaltung teil, die ein gemischtes Format hat. Zu der Veranstaltung werden auch ausländische Experten als Redner erwartet. Das Industrieministerium ist durch die ihm unterstellten Unternehmen stark vertreten.

Das Ziel der Veranstaltung ist es, „die Uhren zu vergleichen“ und auf der Ebene der Interessierten eine kritische Bestandsaufnahme im asiatischen Vektor vorzunehmen, Probleme zu identifizieren und Wege und Instrumente zu deren kurz- und mittelfristiger Lösung zu bestimmen. Langfristiges Ziel ist es, einen ständigen intellektuellen Club zu schaffen, der die Förderung nationaler Interessen in den Zielländern fachlich unterstützt, auch auf der Ebene der Interessenvertreter aus der Wirtschaft. Der strategische Plan zielt darauf ab, die Erfahrungen und Bemühungen von Regierungsmanagern, Unternehmen, dem Bildungssektor und der Fachwelt zu harmonisieren.

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